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Kurzer letzter Urlaub März 2011: Addo, Baviaanskloof, Tsitsikama

Wie so oft starten wir mal wieder einen Tag später als geplant. Andrea macht sich doch recht viel Mühe für Ihren Abschied auf Station: für jedes Kind eine Überraschungstüte mit (gesunden und praktischen) Kleinigkeiten, noch ein letztes Mal Knete produzieren und genug Amerikaner für Kinder, Mütter und Schwestern backen. Und bei der Arbeit komme ich auch nicht wie geplant gegen 10 Uhr weg sondern erst am Nachmittag.

Dadurch dass wir den Tag später dran sind, schaffen wir es, uns zum Mittagessen mit Claudia und Peter im Addo NP zu treffen. Die beiden sind vor fast einem Jahr nach D zurückgegangen und sind auf einer kleinen Urlaubstour von Kapstadt nach J´burg.

Nach einer kleinen Gameviewing Runde, auf der wir aber leider überhaupt keine Tiere zu sehen bekommen, beziehen wir unsere Unterkunft am Spekboom waterhole. Die dort fest installierten 2 Personen Zelte stehen für unseren Geschmack etwas arg im Gebüsch und haben daher keinerlei Aussicht. Allerdings sind es ja nur ein paar Meter zum Hide an der Wasserstelle und dadurch, dass es dort nur 5 Zelte gibt ist die Buschatmosphäre und Ruhe schon toll.

Das Camp ist recht neu, sehr sauber und hat gute Duschen und Sanitäranlagen. Außer 3 Elefanten die mal kurz vorbeischauen tut sich aber nicht viel. Da der ganze Park zurzeit unglaublich grün ist, finden die Tiere auch abseits der Wasserstellen genug saftiges Grünzeugs.

Da es am Abend und in der Nacht recht viel regnet ist am nächsten Tag der 4x4 Track im Park leider gesperrt. So fahren wir als Alternative den (ungeteerten) Zuurberg Pass und auf sehr einsamen Farmwegen auf der Nordseite des Parks nach Steytlerville.

In dieses Karoo Kaff verirren sich sicherlich nur sehr selten mal Touristen. Die einzige echte Attraktion des Ortes ist das Karoo Theatrical Hotel. Das wiederum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor ca. 8 Jahren haben Mark und Jacques das völlig heruntergekommene Gebäude gekauft. Und seitdem haben sie es restauriert, erweitert, renoviert, einen tollen Garten angelegt und eine kitschig–originelle Inneneinrichtung (inclusive gigantisch großem Billard Tisch) installiert. Inzwischen haben sie auch noch 14 Katzen und 3 Hunde „adoptiert“.

Das besondere an dem Hotel ist aber, dass es gleichzeitig als Theater fungiert und die beiden jeden Samstag eine Musik-Commedie-Tanz-Travestie Show bieten. Mark ist gelernter Pianist und Klavierbauer und war jahrelang in Europa auf Tourneen. Daher auch die ca. 8 Klaviere und 3 Flüge die im Gebäude verteilt sind. Zu der Show gehört ein 3 Gang Candlelight Dinner, welches die beiden vor ihrer Performance selber zubereiten und servieren. Echt ein witziges und sehr nettes Paar, achja mit zum Inventar gehören auch noch 24 Katzen und 4 Hunde.

Wir haben schönstes Wetter dort und freuen uns über den riesigen Pool, aber die beiden erzählen uns, dass es am Vorabend ein unglaubliches Gewitter mit Hagel und Starkregen gab und daher der Fluss zum ersten Mal seit Jahren wieder extremes Hochwasser hat. Da dieses am nächsten Morgen schon deutlich zurückgegangen ist, sind wir optimistisch und machen uns auf den Weg nach Grootrivierpoort.

Nach 60 km guter Farmroad, 15 km rauer Strasse und 5 km steiler, enger und etwas anspruchsvollerer Piste stehen wir vor einem gut 200 Meter breiten, braunen und reißenden „Bach“. In normalen Zeiten stehen hier i.d.R. nur einige Wasserlachen. Tja, da gibt es definitiv heute und wohl auch morgen kein Durchkommen. Schade, auf der anderen Seite wären es nur noch ca. 50 km schöner Strecke bis Patensie gewesen.

Die Umfahrung würde bedeuten nach Steytlerville zurückzufahren und dann fast 150 km „außen rum“. Wir entschließen uns komplett umzuplanen und von der anderen Seite in die Kloof zu fahren. Somit bekommen wir die durchaus schöne Nordseite der Baaviansberge zu sehen und begegnen auf den 150 km bis zur Uitspan Guest Farm gerade mal 5 Autos. Etwas nervig und durchschnittsgeschwindigkeitssenkend sind die vielen Farmtore die wir (d.h. Andrea) auf und zu machen müssen. Einmal müssen wir eine Schildkröte aus dem Weg räumen die so groß ist, dass ich selbst mit meinem Pajero nicht darüber fahren möchte.

Auf Uitspan gönnen wir uns statt zu zelten ein wunderschön erhöht gelegenes kleines Chalet. Herrlicher Weitblick übers Tal, unglaubliche Ruhe und nachts dank keinerlei Lichter rundrum ein toller Sternenhimmel.

Am nächsten Tag geht’s in die zur Farm gehörende Kloof. Am letzten Ausstieg ist sogar ein Drahtseil installiert. Für hiesige Verhältisse doch eine echter Luxusausbau des Weges ! Oben dann aber wieder das übliche: Wie hatte die Farmerin gesagt: “at the top just keep right, get out of the riverbed and follow the ridge back to the top of the farm”.

Es gab aber mehrere Seitentäler aus dem Flussbett und alle sahen ähnlich unwegsam und steil aus. Und nach einiger Kraxelei oben angekommen war auch nix mit: „follow the ridge“. Das Gelände war sehr „wellig“ und unübersichtlich und reichlich buschig. Und nach ca. 2 Stunden dort oben war dann auch durchaus nicht mehr so klar, ob wir den kürzesten Weg zurück zum Ausstieg der Kloof finden würden.

Aber Ende gut, alles gut, etwas zerkratzt und ziemlich schwarz (von dem vielen verkohlten Gehölz) haben wir den Einstieg in den dann wieder sehr guten Pfad zu Farm runter dann doch gefunden.

Die nächste Etappe ist sehr kurz, schon nach nur 10 km bleiben wir bei Peter auf der Farm Outspeek hängen. Der gute Mann ist 70 Jahre alt und lebt alleine mit ein paar coloured Helfern auf der Farm. Er hat ein paar Schafe, Ziegen, Kühe, Truthähne, Pfauen und (ungewollt) eine Menge riesiger Schildkröten. Er war mal Landschaftsgärtner und eines seiner Hobbies und wohl Nebenverdienst ist die Zucht von Bonsai Bäumchen.

Wir bleiben in dem Baumhaus, welches er selber total liebevoll in einen riesigen Baum „reingebastelt“ hat. Fühlte sich etwas an wie auf einem Schiff, was auch daher kommt, dass Peter mal die Welt umsegelt hat und eine zeitlang Boote gebaut hat. Mit Freiluftdusche und WC und mit der Möglichkeit das „Dach“ über dem Doppelbett komplett aufzumachen.

Auch hier wieder unser „normales“ Programm: auf einem kaum zu identifizierenden Pfad hoch, oben eine Runde gedreht, einige Tiefblicke genossen, auf einem anderen Weg wieder runter und den Rest des Nachmittags relaxed und die unendliche Ruhe des Tals genossen.

evor wir am nächsten Tag weiterfahren bewundern wir noch Peters alten Chevrolet. Baujahr 1931 ! Und das Ding fährt tatsächlich noch! Den uralten Ultralight Flieger den er auch noch rumstehen hat benutzt er aber jetzt doch nicht mehr: der Motor hat ab und zu Aussetzer!

Auf der Farm Bo-Kloof laufen und klettern wir auch noch mal eine superschöne und richtig enge Schlucht rauf so weit es geht. Wie auch schon auf Uitspan begleitet uns der Farmhund die ganze Strecke. Nach dem Walk fahren wir noch die 50 km bis vor das Baavians Naturschutzgebiet und zelten auf dem ruhigen kleinen Platz der Dooringkloof Farm. Das Geld für die Übernachtung schieben wir einfach unter der Tür der nicht besetzten „Rezeption“ durch. Auch so was gibt’s in SA !

Nach etwas Hin und Her entschließen wir uns doch zum 4ten Mal die „Hauptstrasse“ zu fahren und nicht die mögliche Alternative, eine echte 4x4 Strecke (zu großen Teilen über Farmgelände). Im Gegensatz zur Fahrt nach den Weihnachtsferien ist es diesmal total ruhig und wir begegnen gerade mal 2 Autos auf den 60 rauhen km über die 4 Pässe. Aber die Strecke begeistert uns wieder einmal und wir bleiben oft stehen und bewundern die Tiefblicke.

m Tsitsikama NP nehmen wir uns eines der kleinen Forest Huts und laufen über die 2 neuen und die alte Hängebrücke und steigen dann dahinter zu dem schönen Aussichtspunkt hoch. Die Wellen sind sicher höher als 3 Meter (es gab sogar eine Hochwellenwarnung im Radio): man kann da stundenlang zuschauen und die Geräuschkulisse der Brecher ist beeindruckend.

Am nächsten Tag ist das Wetter erfreulicherweise besser als angekündigt, zwar trüb, aber sehr warm. So geht’s dann ein Stück den berühmtesten Wanderweg von SA, den Otter Trail entlang. Diesmal laufen wir ein Stück weiter als eigentlich erlaubt und erreichen tatsächlich nach nur 2 Stunden die erste Hütte des 5-Tages-Walks.

Dann müssen wir leider die Heimreise antreten, aber legen doch noch einmal einen Stopp im Addo ein. Und diesmal haben wir Glück: wir verbringen weit mehr als eine Stunde mitten in einem echten Elefantengetümmel. An einer Straßenkreuzung begegnen sich gerade mehrere Familien / Gruppen mit vielen Jungen. Plötzlich sind mehr Elefanten dicht um uns herum als uns eigentlich lieb ist und wir fahren ein ganzes Stück rückwärts um ein wenig Sicherheitsabstand zu bekommen.

Die „Show“, die einige der Kleinen abliefern ist einfach toll, sie kämpfen miteinander, die Kleinen ärgern die Grossen, ein ganz Kleiner versucht sich im Trompeten und ein anderer verscheucht immer wieder ganz energisch ein paar Warthogs (Wildschweine). Später gesellt sich noch eine große Gruppe (um die 20) Büffel dazu und dann sehen wir auch noch eine richtig große Herde Kudus.

Durch das lange Zuschauen ist es uns dann zu spät zum Heimfahren und so zelten wir ein letztes Mal im Park. Leider wird das keine so tolle Nacht: erst ist es unglaublich warm und wir lassen das Überzelt weg, dann haben einige der Wohnmobile in unserer Nähe anscheinen Klimaanlagen o.ä. die immer wieder mit ziemlichem Lärm angehen und schließlich fängt es an zu regnen. Also raus und Überzelt drüber, wodurch es dann im Zelt noch wärmer wird.

Aus dem Regen wird später ein Schütten, aber erstaunlicher- und erfreulicherweise hält unser altes kleines Salewa Zelt tatsächlich dicht. Zum Glück haben wir Regenjacken und –schirme dabei, was aber auch nicht verhindern kann, dass wir am Morgen, bis alles irgendwie ins Auto geschmissen ist, pitsche-patsche naß sind. Zum Glück ist es warm und das Camp hat eine Küche in der wir frühstücken können.

Die letzten 30 km aus dem Park raus sind dann recht beeindruckend. Nicht bzgl. Tiere, sondern wegen der Wassermassen. Eigentlich kennen alle Leute den Addo als einen sehr trockenen Park. Dass es hier echt überschwemmte Wege und reißende Bäche geben kann, kann sich sicherlich kaum jemand vorstellen.

Auch auf den 300 km (von insgesamt fast 1.700 km) bis nach EL schüttet es fast die ganze Zeit und dort angekommen steht in einigen Strassen das Wasser schon in richtigen kleinen Seen und es fließen echte Sturzbäche in den Rinnsteinen und unser Pool im Garten läuft fast über. 

19.3.11 06:52
 


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