Startseite
  Über...
  Archiv
  Postadresse
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Tonia en chile
   Leanne in Sa
   Fotos



http://myblog.de/voosens

Gratis bloggen bei
myblog.de





Die letzten 3 Monate, Sommer, Jan bis März 2011

Anders als bei allen Urlauben vorher hatte ich diesen Sommer nach der Heimkehr von Namibia noch über eine Woche frei bis es im Werk wieder losging. Und das war richtig schön. Immerhin wohnen wir ja in einer Gegend in die andere Leute zum Urlaub machen kommen.

Silvester waren wir zu einer großen Bring and Braai Party mit Hüpfburg bei Colleen eingeladen. Andrea kennt sie recht gut von Pilates und vom Buchklub. Als dann die Wettervorhersage für den Abend aber recht schlecht war, wurde das Fest kurzfristig abgesagt. Aus uns nicht so ganz erklärbaren Gründen (immerhin kannten sie mich ja überhaupt nicht) waren wir zusammen mit einem anderen Paar dann doch noch eingeladen.

Es war ein sehr netter Abend und dank fast einer Stunde draußen stehen zum Tschüs Sagen hat es dann tatsächlich bis Mitternacht gelangt. Viele Weiße legen hier gar keinen besonderen Wert darauf, bis Mitternacht aufzubleiben. Dann kann man ja am nächsten Tag nicht früh aufstehen J ! Und private Feuerwerke sind strikt verboten und es gibt auch kaum irgendwo Kracher, Knaller oder Raketen zu kaufen. Das Risiko von Feuern (vor allem in den Townships) ist einfach zu groß.

Am Ersten war dann leider recht trauriges Wetter, es hat fast den ganzen Tag geregnet und war so nebelig, dass in Nahoon sogar der Strand für Schwimmer geschlossen war, weil die Lifesafer nicht weit genug sehen konnten.

Das hat aber die tausende von Schwarzen nicht abgehalten, ihren rituellen Ein-Mal-Im-Jahr Strandbesuch durchzuführen. Auf den Parkplätzen in Strandnähe standen jede Menge Zelte und überall wurde gebraait und fanden große Familienfeiern statt. Zumindest am Nachmittag war es dann trocken und wir haben uns das bunte Treiben bei einem Strandspaziergang aus der Nähe angeschaut (als einzige Weiße).

Das Wetter blieb dann recht lange wechselhaft mit sehr vielen Wolken und doch so einigen Schauern. Allerdings ist das angenehme hier an der Ostküste, dass es dabei trotzdem so warm bleibt, dass wir nie einen Pulli gebraucht haben und auch kurze Hosen völlig reichen.

Uns hat es insgesamt nicht viel ausgemacht, bei schönem Wetter war Strand, Paddeln, Malibusurfen und Radeln angesagt, bei Regen gab es auch genug im Haus zu tun, Papierkram zu erledigen, Rückkehr vorzubereiten, Fotos sortieren, …. Aber für die vielen Urlauber hier und die Familien deren Kids ja Sommerferien hatten, war es manchmal etwas frustrierend. Und auch viele unserer Praktikanten hatten das wohl etwas anders erwartet.

Für die Gegend hier, die ja so lange unter massiver Trockenheit gelitten hat, war es ein Segen. Der dann allerdings in einigen Gebieten ins Gegenteil umgeschlagen hat: der Orange River und auch kleinere Flüsse hatten massives Hochwasser und es gab Überflutungen in einigen Gegenden.

An meinem ersten Arbeitstag dann eine unangenehme Überraschung: eine Arbeitskollegin war nur kurz im Büro um ihre privaten Sachen zu packen und war dann weg. Echt hammerhart. Die eh schon kurze Kündigungsfrist von nur einem Monat hat sie nicht gejuckt, anscheinend brauchte sie kein Zeugnis vom Daimler.

Da diese Kollegin in unserer kleinen (wir waren 4) Antriebstrang Gruppe gearbeitet hat, war (und ist) das für uns und mich ein ziemlicher Schlag gewesen und verschafft uns verbliebenen 3 natürlich so einiges an Mehrarbeit. Und eine Nachbesetzung geht natürlich nicht von heute auf morgen, muss ausgeschrieben werden, …..

Mitte Januar hatten wir ein sehr schönes Wochenende mit Cathrin, Olaf, Uwe und Familie Straub in der Nähe von Port Alfred (ca. 150 km von hier). In 2er Kanus sind wir vom Strand aus ca. 9 km den Kleinmonde River raufgepaddelt und dann noch 4 km in einem kleinen Game Reserve bis zu einer coolen Hütte gelaufen. Basic (Donkey-Duschen (mit Holz einzuheizen)), Plumpsklo, 2 große offene Schlafräume, große Holzveranda und natürlich große Braai Area), aber sauber und toll gelegen.

Dann hatte ich einen (sehr netten) Dienstreise Kollegen zu betreuen, eine Woche später waren wir mit meinem potentiellen Nachfolger und seiner Frau bei meinem Chef, haben (Andrea mehr als ich) noch ein paar mal im Kino die niedrigen Preise ausgenutzt, Andrea war donnerstags beim Drumming (trommeln) und Firedancing, es gab eine supertolle One-Man-Comedie Show eines „coconut Schwarzen“ (outside brown, inside white) und wir hatten ein letztes Mal Besuch aus Deutschland.

Antje und Stefan, die ich beide aus der Schulzeit kenne, hatten eine 2-wöchige geführte Motorradtour im Norden und Nordosten gemacht und waren zum Abschluss noch für 2 Nächte bei uns. Es war echt super, dass ich mir frei nehmen konnte und so hatten wir 2 wirklich schöne Tage mit den für uns zwar „üblichen“, aber immer wieder schönen Ausflugszielen: Paddeln in Areena, Kaffee mit herrlichem Meerblick und langer Beachwalk in Chinza, Schlendern und Beobachten in der „schwarzen“ „Innenstadt“, Boardwalk und Footprint Cafe am Nahoon Reef, ….

Und Sommerzeit heißt hier auch immer Zeit der vielen großen Sportevents. Den Halb-Ironman-Triatlon wollten Uwe (20 km Laufen), Olaf (80 km Rad) und ich (1,6 km Schwimmen) eigentlich als Team mitmachen, aber leider haben wir den Anmeldetermin verpennt. Also hat Andrea dann „vorgelegt“ und hat zuerst mal den Pennypincher 10 km Lauf und dann die Woche danach gleich noch den 15 km Tomato Trott mitgemacht. Jeweils motiviert von Freundinnen, die sie einfach mal mit angemeldet haben J ! Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr, haha!

Als Highlight der Laufaktivitäten gab es dann „the Surfers“: insgesamt 17,5 km entlang der Küste. Erst ca. 6 km über ziemliches Gestein und felsige Küste, dann durch den Gonubie River schwimmen, danach 5 km durch Gonubie und schliesslich nochmals 6 km Strand entlang und kurz vor dem Zieleinlauf noch durch den Nahoon River. Dank sehr tiefer Ebbe war es dieses Jahr deutlich leichter als letztes Jahr, aber nach 1:55 Std in der Mittagshitze war ich doch ziemlich k.o. ! Aber auch Andrea konnte zufrieden sein und hat sich ihr T-Shirt ehrlich verdient.

Das folgende Wochenende war dann mal wieder mehrfach belegt: Fr. abends war Andrea im Theater und parallel gab es 2 Abschiedsfeiern. Wir sind dann doch nur zu der großen Praktikanten Party gegangen, bei der auch sehr viele der Expats waren. Samstag und Sonntag fand dann die East-Cape-Life-Saving-Compo statt. Insgesamt waren 8 Teams aus dem Eastern Cape vertreten und es gab jede Menge Wettkämpfe: Beach (Lauf) Sprints, Paddel Sprints, Malibubergung, Schwimmen (mit und ohne „Opfer&ldquo, Windenbergung, Run Swim Run, Beach Langlauf, …. Einiges davon nach in Kombination oder auch als Staffel. Ich war aber „nur“ zum helfen da und hatte Dienst. Andrea hat das Zuschauen und Fotografieren auch Spaß gemacht und insgesamt war es ein sehr langer und wunderschöner Strandtag.

Am Sonntag stand dann die Merryfield Mile an (organisiert von der gleichnamigen Schule). Bis vor 2 Jahren wurde das Schwimm Rennen im Nahoon River durchgeführt, bis man dann diesen doch als zu dreckig eingestuft hat und nun das Ganze in einem See ca. 60 km außerhalb von East London stattfindet. Eine tolle Veranstaltung mit über 500 Teilnehmern im Hauptevent, dem 1.600 Metern Rennen.

Ist ja schon was ganz anderes sich mit so vielen Leuten gleichzeitig ins Wasser zu stürzen, als schön brav in Bahnen zu schwimmen. Ich bin natürlich schon etwas stolz auf meine 27,5 Minuten (Platz 36 insgesamt, Platz 1 in meiner Altergruppe), aber auch Andrea hat mit ihren 40,5 Min bis auf Olaf alle Expats die mitgemacht haben „geschlagen“.

Dazwischen habe ich noch 2 Paddel Races mitgemacht, einmal im 2er und einmal alleine. Beide male waren die Wellen recht hoch und ich war ganz zufrieden nur beim zurückpaddeln in der Brandung reinzufallen. Mehrere Paddler sind auch „unterwegs“ auf dem Meer umgekippt. Leider ist das Wasser fast den ganzen Sommer schon ungewöhnlich kalt, „it´s really arctic“ und zum Teil tatsächlich nur 14 Grad. Über 19 Grad war es den ganzen Sommer nicht und so gibt’s am Strand oft Frühnebel und es ist dort angenehm kühl.

Das erste März Wochenende hat Andrea (wieder mit Sigrun und Silvia) samstags den Cabbage (Kohl) Lauf mitgemacht, 15 km und am Nachmittag, also schön warm. Ich bin am Sonntag um 6:30 Uhr dann beim Daily Dispatch 100 km cycle race auf der voll gesperrten N2 mitgeradelt. Es war echt super. Ich hatte aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt und genug zu Trinken dabei und bin in einer sehr schnellen 20er Gruppe mitgefahren. Als Einziger mit einem MTB zwischen lauter High Tech Renn Maschinen hihi. 3 Stunden und 14 Minuten war fast eine halbe Stunde schneller als letztes Jahr.

Bei der Arbeit war es leider noch mal so richtig schön stressig. Unser deutscher Teamleiter ist Mitte Feb. nach auch 3 Jahren wieder nach D. zurück und sein Nachfolger wurde erst am Tag seiner Abreise bekannt gegeben. Somit konnte natürlich keine vernünftige Übergabe erfolgen. Allerdings hat der neue (lokale schwarze) TL, Mtutu, den Vorteil, dass er schon lange im Team ist und auch schon seit einiger Zeit stellvertretender Teamleiter war.

Die Nachbesetzung meiner Stelle lief auch recht holprig. Der erste Kandidat war für eine Woche mit seiner Frau auf „Look and See“ hier und hat sich danach gegen SA entschieden. Die „zweitplatzierte“ Kollegin war zunächst mal ganz glücklich die Stelle zu bekommen und musste dann nur ein paar Tage später aus privaten Gründen absagen. Kandidat 3 war schon mal als Expat hier, aber den wollte das Team (und Mtutu) nicht und nun freut sich Kandidat 4, dass er so lange nach seinem Vorstellungsgespräch doch noch zum Zug kommt.

Allerdings wird es nun natürlich noch etwas dauern bis er kommt und somit kann ich leider kein einziges offenes Thema vernünftig über- bzw. abgeben. Noni und Vusi sind eigentlich beide schon genug ausgelastet und somit werde ich am letzten Tag dann den Rechner ausschalten und jede Menge offenen Enden hinterlassen. Das gefällt mir ja ganz und gar nicht und so bin ich schon etwas genervt. Aber machen kann ich da halt nix.

Daheim geht es deutlich dem Ende entgegen: Andreas Auto ist verkauft, das Telefon ist abgemeldet, Strom und Daten Volumen fürs Internet kaufen wir nur noch in „kleinen Portionen“, Andrea hat das letzte Mal Knete für die Kids auf Station produziert, beim Buchclub war sie das letzte Mal, ebenso beim Expat Frauen Treff und beim monatlichen Treffen der Ehrenamtlichen bei CHOC (dem Kinderkrebs Hilfsverein). Für viele Gegenstände unserer Verkaufsliste haben wir schon Käufer, obwohl wir die Liste noch gar nicht groß verteilt haben.

Ab Mi. (9.3) oder Do. wollen wir dann noch eine kleine (eine gute Woche) „Abschlussrunde“ fahren. Richtung Mt. Zebra und Addo Nationalpark und nochmals durch die Baavianskloof, weil die uns so gut gefällt. Vielleicht auch noch einmal eine Nacht im Tsitsikama NP.

Dann zum Ende noch ein paar Tage East London, Container packen (wir teilen uns jetzt einen kleinen Seecontainer mit einem anderen Expatpaar), Haus abgeben, ins B+B umziehen, Bankkonto schließen, abschließendes Zeugs bei der Arbeit erledigen, zum Familien Tag ins Werk gehen, bei vielen Leuten mit sicherlich so einigen Tränen verabschieden, mit dem Team einen kleinen Abschied feiern, Pajero abgeben, ….. und dann geht’s am 30.3.2011 um 12 Uhr ab East London wieder zurück nach Deutschland.

Fr. den 1.4 und Mo. den 4.4. habe ich gleich mal im neuen (alten) Team in Rastatt Urlaub beantragt und freundlicherweise auch genehmigt bekommen. Wie es bei Andrea weitergeht ist noch offen, leider hat sie in der Kinderklinik ja keine Stelle bekommen.

Aber wie haben wir hier so schön gelernt: „We (she) will make a plan !“

6.3.11 12:45
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung