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Sommerurlaub Dez 2010, Teil 3: Cedarberge, Montagu und Baavianskloof

Passend zur Mittagspause erreichen wir die Küste und wollen diese am Strand von Alexander Bay (nördlichster Ort der SA Westküste) verbringen. Obwohl wir vorher schon an kilometerlangen hohen Zäunen und vielen Verbotsschildern vorbeigekommen sind und obwohl wir wissen, dass auch dieser nördliche Zipfel Südafrikas (so wie ja fast die ganze Küste Namibias) zum Diamantensperrgebiet gehören, sind wir doch überrascht, dass man, um in den Ort zu kommen, eine richtige Kontrollstelle passieren muss.

Wir müssen mal wieder brav alle möglichen Daten in eine Liste eintragen, bekommen dann einen Besucherausweis und werden hineingelassen. Die Paranoia bzgl. der Diamanten ist wohl immer noch recht groß, obwohl schon seit langem nur noch mit schwerem Gerät überhaupt was gefunden wird. Zur Zeit wird mit großen „Staubsaugern“ der Meeresboden hochgeholt und durchgesiebt. Ökologisch wohl ne ziemliche Sauerei, aber in dieser einsamen Ecke des Landes kann de Beers das wohl ungestört tun.

Ein Holländer hatte uns unterwegs empfohlen hier rauszufahren, da es in der Lagune hinter dem Strand jede Menge Flamingos gibt. Und das war wirklich ein toller Anblick: hunderte dieser schlanken Vögel stehen dort im flachen Wasser und tauchen mit dem Kopf immer wieder ins Wasser. Auch die Starts und Landungen sind schön anzusehen.

Das Backpackers in Port Nolloth hat gerade mal ein Sechsbett und drei Zweibettzimmer. Dafür eine ganz ordentliche Küche und einen großes Wohn- und Esszimmer. Der Ort selber ist ein reiner Urlaubsort und 90 % der Häuser sind nur in den Ferien (also u.a. jetzt) bewohnt. Und vom Strand her finden wir es auch nicht besonders: der von East London ist deutlich schöner !

Wesentlich besser gefällt uns da schon der Campingplatz der Jamaka Farm in den Cederbergen. Der Platz ist gar nicht so voll wie befürchtet und unter schönen Bäumen und an bzw. in dem Flüsschen lässt sich die Hitze gut aushalten. Wir bleiben gleich mal 3 Nächte, denn es gibt hier so einige Wandermöglichkeiten in der Nähe.

Der erste Tag fällt als Wandertag allerdings im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Es ist bis nachmittags neblig und es nieselt die ganze Zeit so vor sich hin. Dank Tarp, dem günstigem Platz zwischen Bäumen und der Tatsache, dass es nicht kalt ist, stört uns dieser erste Regen nach 2,5 Wochen nicht wirklich und wir nutzen ihn zum Lesen und freuen uns, dass es ausgerechnet hier tatsächlich Handy Netzempfang gibt und wir somit ein wenig surfen und skypen können.

Und immerhin können wir später dann noch den kleinen River Trail auf der Farm machen und auch noch mal im Fluß baden. Am nächsten Tag ist es wieder recht warm und wir sind froh, dass es noch einige Wolken am Himmel gibt. Zum Wandern sehr angenehm. Vorbei an einem wirklich sehr schönen Wasserfall laufen wir auf einem Teilstück eines Mehrtages Wanderweges.

Vor der Weiterfahrt geht’s dann noch in knapp gut 1,5 Stunden (nur Hin) zum „Malteser Kreuz“, einer der markantesten Felsformationen in den Cedarbergen. Die interessanteste und spannendste Wanderung durch den Wolfsberg Crack zum Wolfsberg Arch trauen wir uns leider zur Zeit nicht zu. Es sind wohl tatsächlich ca. 7 Stunden Gehzeit zu erwarten und dank zu wenig Kondition und zu weicher Füße (die haben schon nach den kurzen Wanderungen diverse Druckstellen und Blasen) wäre das im Moment etwas viel.

Auch in Montagu lassen wir es gemütlich angehen und laufen nur die kleine Runde (4 Std. Gehzeit). Und außerdem ist ja Weihnachten J ! Die de Bos Guestfarm gefällt uns auch beim dritten Besuch wieder sehr gut. Wir sind etwas überrascht einige schwarze, coloured und indian Familien hier zu finden (überwiegend in den Bungalows / Zimmern). Diese sieht man ja i.d.R. recht selten (na ja, eher gar nicht) in Camps und auf den Guestfarmen.

Der 45 km Abstecher vom Swartberg Pass nach „de Hell“ ist zwar keine echte 4x4 Strecke mehr, aber doch noch sehr rüttelig und der Wegweiser am Abzweig besagt, dass man gut 2 Stunden dafür rechnen sollte. Ein wunderschönes ruhiges Tal (Gamkakloof) mit einer steilen Serpentinen Abfahrt am Ende. Die ehemaligen Bewohner haben es vor ca. 40 Jahren verlassen, als die Straße gebaut wurde, und einige der von ihnen verlassenen Häuser wurden inzwischen von Cape-Nature als Ferienhäuser renoviert und restauriert.

Am ersten potentiellen Campingplatz am Beginn des Tales schrecken uns gleich mal die vielen Paviane ab. Da der Platz gleichzeitig auch Picknick Platz ist, gibt es hier wohl immer was für sie zu finden und somit bleiben wir hier garantiert nicht.

13 km weiter, ganz am Ende des Tals (es ist eine Sackgasse) gibt es noch eine kleine Guestfarm mit einem netten kleinen stromlosen Camp. Es ist noch eine Familie dort und der Vater ein begeisterter „Feuermacher“. Somit gibt am Abend ein großes Lagerfeuer und auch der Donkey wird angeheizt, so dass wir warm (nein heiß duschen können (obwohl dank der Hitze kalte Duschen sicherlich auch gereicht hätten).

Bevor wir wieder zurückfahren gibt’s noch einen schönen kleinen Walk auf dem Talgrund. Und auf dem Weg zurück staunen wir nicht schlecht: auch eine C-Klasse schafft´s hier runter ! Beeindruckend!! Kurz bevor wir den Swartberg Pass wieder erreichen, steht in einer Kurve ein Motorrad und wir treffen 2 „Bekannte“ vom Zeltplatz in Montagu: Andrea (Krankenschwester) und Axel (Steuermann) vom Expeditions Kreuzfahrschiff Bremen. Ein nettes und unerwartetes Wiedersehen.

Im de Hoeck Mountain Reserve gibt es dann das erste Mal in diesem Urlaub ein „Problem“.  Die gleiche griesgrämige afrikaans sprechende Dame vom letzten Jahr erklärt uns, das wir nicht bleiben können. Angeblich darf sie nur für mindestens 3 Nächte Buchungen annehmen und außerdem ist eh alles voll bzw. reserviert. Da ich aber bei Ankunft gleich mal nachgeschaut hatte, wusste ich dass gerade mal 25 % der Zeltplätze belegt waren. Somit habe ich dann so lange dort rumgestanden (Andrea hat schon entnervt nach Alternativen im Reiseführer gesucht) und nach der Managerin gefragt, bis es dann doch ging.

Aber es hat sich gelohnt. Es ist ein traumhaft schöner Platz, gut gepflegte grüne Wiese, tiptop sauber, riesiger Pool, tolles Bergpanorama und einen schönen Wanderweg direkt vom Platz aus. Und letztlich sind wir dann auf der unteren „Terrasse“ (von dreien) das einzige Zelt !! Voll ??

Und dann geht es zum Abschluss des Urlaubs zum dritten Mal in die Baavianskloof. Und auch diesmal gefällt sie uns wieder supergut. Die „3 star“ Guestfarm Duivekloof ist wirklich toll und die 5 (stromlosen) Plätze in der Schlucht total liebevoll mit Feuerstellen, Buschdusche und WC eingerichtet. Bei unserer Wanderung tief in die Kloof hinein müssen wir 2 mal so richtig durchs Wasser, einmal knietief, das zweite Mal aber bei Andrea fast bis zum Bauchnabel J. Hier könnte man weglos wohl einen ganzen Tag immer weiter hochlaufen.

Abends zieht es dann zu und fängt an ganz leicht zu nieseln. Und es wird so dunkel wie wir es selten erlebt haben. Man kann wirklich die Hand vor Augen nicht sehen, keine Sterne, kein Mond, kein sonstige Licht. Da es auch am Morgen noch nieselt und nebelt lassen wir die geplante Gratbesteigung aus und fahren gleich los.

Und dank immer stärker werdendem Regen wird die Fahrt über die 4 Pässe dann doch noch mal ganz anders als die beiden Fahrten zuvor. Es ist eine tolle Atmosphäre und die Straße selber trotz einigen lehmigen Passagen und Wasserdurchfahrten kein Problem. Einzige Herausforderungen sind ab und zu die Begegnungen mit dem Gegenverkehr, bei der Andrea dann schon manchmal meint, dass ich doch ein wenig zu nah am Abgrund stehe.

Anders sieht es da schon für die armen Motorradfahrer aus: wir treffen tatsächlich Andrea und Axel wieder und die sind schon ganz schön eingesaut und naß. Andrea lehnt aber unser Angebot ein Stück mit uns im Auto mitzufahren tapfer ab.

Und dass man auf keinen Fall leichtsinnig werden darf, machen einem 2 bis zur Achse im Schlamm feststeckenden Range Rover deutlich. Wobei die wohl auch ein wenig „Spass“ haben wollten und dabei die Tiefe der Wasserrinne unterschätzt haben. Die beiden gehörten allerdings zu einer 6 Auto starken 4x4 Gruppe und waren gut mit allem möglichen Bergematerial ausgestattet.

Da auch nach 140 km am Ausgang der Baavianskloof keine Wetterbesserung in Sicht ist, beschließen wir auf die geplante letzte Übernachtung im Addo Elefant Nationalpark zu verzichten und gleich nach Hause durchzufahren. Ist wohl die richtige Entscheidung, denn es regnet (und gewittert) flächendeckend noch bis East London und auch am nächsten Tag ist es noch regnerisch und trüb.

Das wars dann also mit Pajero Urlauben in diesem vielseitigen Land. Mit einem normalen Pkw hätten wir sicherlich bei weitem nicht so viel schöne und vor allem abgelegene Stellen erreicht und angefahren. Auch diese 6.000 km mit viel rauem Untergrund haben wir wieder komplett ohne Panne und Probleme bewältigt.

Und im Fahren auf nicht befestigter Strecke habe ich in den 3 Jahren doch sehr viel gelernt und auch gewisse Routine bekommen. Leider (na ja, nicht für mich) hatte Andrea ja kein Interesse mal selber zu fahren, aber sie ist inzwischen eine deutlich relaxtere Beifahrerin und an kritischen Stellen eine gute Einweiserin geworden.

2.1.11 15:46
 


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