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Sommerurlaub Dez 2010, Teil 2: Namibia und Richtersfeld

In Namibia geht es gleich ganz landestypisch los. Gute, sehr breite Piste, unendliche Weite, tiefblauer Himmel, endlose Zäune rechts und links der Straße und gleich mal 300 km ohne Ort, Ampel, Stop-Schild und Verkehr.

Wenn man das völlig entspannt in unter 3 Stunden fährt, verliert man manchmal das Gefühl für die Dimensionen: das ist fast die Stecke von Karlsruhe bis München oder Zürich oder Köln. Wir kommen an ein paar Farmhäusern vorbei, haben maximal ein Duzend Autos im Gegenverkehr und überholen 2 oder 3 Eselkarren. Das wars !!

Der wenig Gegenverkehr kündigt sich schon immer lange im Voraus durch eine große Staubwolke an. Ein fast gleich schnelles Auto zu überholen ist daher sehr unangenehm, da man wirklich nix sieht. Zum Glück kommt das so gut wie nie vor.

In der Nähe von Mariental übernachten wir in der Kalahari Desert Lodge. Eine große Anlage auf einer Farm die auch Game Drives und Sun-Downer Fahrten auf ihrem Gelände anbietet. Eine echte Oase, grüner Rasen, viele Bäume und Büsche sowie ein großer Pool. Hier übernachten oft Busgruppen (viele Deutsche), aber wir haben einen der 3 Campingplätze, die fast einen km vom Haupthaus entfernt sind. Alle 3 Plätze (natürlich mit viel Abstand voneinander) haben eigenes Bad und Spüle sowie ein großes Dach und eine Tisch-Bank-Kombination.

Nachmittags relaxen wir am Pool und vor der Abfahrt am Morgen laufen wir noch eine kleine Runde auf einem der 3 ausgeschilderten Walks. Über Maltahöhe geht´s nach Sesriem an den berühmten Namib Dünen. Das Camp im Nationalpark ist nicht mal halb voll. Die Plätze sind wieder mal weit voneinander entfernt und riesig. Es gibt große Bäume als Schattenspender und auch wieder einen Pool.

Passend zum 2ten Advent essen wir das letzte Stück vom aus D mitgebrachten Dresdner Stollen. Den Sonnenuntergang (wenn man im Park übernachtet, kann man abends eine Std. länger drin bleiben und morgens eine Std. früher rein) bewundern wir von der Elim Düne aus. Außer uns ist nur noch eine kleine Gruppe (Overlander) hier unterwegs.

Am Morgen schaffen wir es tatsächlich um 5 Uhr am Gate zu sein (abgebaut und gepackt !). Ohne Halt an der Düne 43 fahren wir direkt weiter bis ans Ende des Tals (60 km Asphalt). Diesmal halte ich vor der Sandstrecke nicht an und lasse auch keine Luft aus den Reifen (wie vor 1,5 Jahren, als wir mit Lea hier waren). Die letzten 5 km sind zwar zum Teil tiefer Sand, aber es ist eben und somit keine Herausforderung für unseren Pajero.

Es gibt immer noch keine Hinweisschilder auf die größte Sehenswürdigkeit hier, das Death Vlei Aber wir wissen ja, wo es zu finden ist und da wir früh genug dran sind, schaffen wir es bis zum Gipfel der höchsten Düne hier in der Umgebung, bevor es zu heiß wird. Zu Beginn des Aufstiegs ist es sogar fast ein wenig „kalt“ (20 Grad), da etwas feucht-kühle Luft von der Küste reinzieht.

Nach fast 4 Stunden im Sand haben wir uns das Frühstück auf dem großen Picknick Platz am Sossusvlei verdient. Dabei haben wir noch ein nettes langes Gespräch mit einem Paar welches in 7 Monaten von Polen mit dem Auto nach Kapstadt gefahren ist (Ostküste Afrikas) und jetzt gerade auf dem Weg zurück (Westküste) ist.

Am Parkausgang laden wir noch ein junges Pärchen aus Russland ein. Die beiden sind auf Hochzeitsreise und seit 3 Monaten im südlichen Afrika unterwegs. Die 2 riesigen Rucksäcke passen problemlos noch ins Auto und die beiden sind echt glücklich, nach einem halben Tag Warten zumindest mal 130 km weiter zu kommen. Für Trampen in Namibia muss man schon reichlich viel Geduld haben!

Wir besichtigen noch ein kleines Schloss (Duwisib), das ein durchgeknallter deutscher Offizier hier gebaut hat und übernachten dann in einem kleinen Camp an einer Tankstelle mitten im Nirgendwo. Am nächsten Tag biegen wir dann auf eine der schönsten Strecken im südlichen Namibia, auf die D 707 durch die Tirasberge ab. Die Landschaft hier gefällt uns so gut, dass wir nach nur 130 km beschließen auf der Farm Gunsbewys zu übernachten: 3 Campingplätze mit Weitblick und eine Tränke zu der Pferde, Strauße und Oryx Antilopen kommen.

Die Farm hat eine kleine, aber sehr sehenswerte Ausstellung über das Leben in der Wüste, eine schöne Küche und tolle Terrasse, die wir benutzen können. Alles läuft über Solarenergie (d.h. kein nervender Generator) und fürs Kochen benutzen sie einen Parabolspiegel sowie eine Kochkiste, die nur mit Sonnenlicht funktioniert. Leider ist die 78 jährige deutsche Besitzerin gerade nicht da, sie muss schon eine sehr interessante Persönlichkeit sein. Aber mit ihrer Vertreterin, Sonja (sie war Beamtin in D, ist dann 5 Jahre lang um die Welt gesegelt und nun hier hängengeblieben), verstehen wir uns auch so gut, dass wir gleich noch eine 2te Nacht bleiben.

Ein kleiner Walk zu Buschmann Relikten, das Ausnehmen (nur Zuschauen) einer erlegten Oryx Antilope, ein kleiner Pool (die alte Dame benutzt den wohl jeden Morgen), ein Abendspaziergang in den Dünen und viel Erzählen lassen keine Langweile aufkommen.

Sonjas Tip für eine Unterkunft in Lüderitz ist genial: eine sehr günstige schöne große Wohnung mit Blick über den Ort und die ganze Bucht. Die Vermieter, Heiko und Diane waren mit ihren 2 Kindern 11 Jahre auf einem Segelboot um die Welt unterwegs.

Mit Heikos Katamaran fahren wir dann auch zur Insel Halifax zum Robben-, Pinguin-, Flamingo- und vor allem Delfin Watching. Danach verbringen wir ein paar Stunden in der Geisterstadt Kolmannskop. Der letzte Einwohner hat 1956 den Ort verlassen, da der Diamantenboom in der Gegend zu Ende ging. Fast alle Häuser stehen noch und werden seitdem so langsam vom Sand zurück „erobert“. Eine Buchtenrundfahrt bis zum Dias Kreuz mit kleinen Walks zu Stränden und kleine Schluchten füllt den größten Teil des 2ten Tags in Lüderitz.

Die 300 km auf guter Asphaltstrasse nach Rosh Pinar an der Grenze nach Südafrika schaffen wir in 2 Stunden. Eine Mini Autofähre (max 1 Fahrzeug) bringt uns über die Grenze, den Orange River, direkt in den Richtersfeld Nationalpark. Vorher sind natürlich wieder Listen und Formulare in mehrfacher Ausführung auszufüllen J

In den Wüsten- und Gebirgs-Transfrontier Park dürfen nur 4x4 Fahrzeuge rein. Für die 60 km zum Bushcamp am Orange River brauchen wir deutlich länger als für die 300 km von Lüderitz. Aber die Landschaft ist toll und das Camp (mit Sanitäranlagen, aber ohne Strom) liegt wunderschön direkt am Fluss.

Dort kann man richtig schön schwimmen und als weitere Sportart kann man Steinewerfen auf Affen üben. Zum Glück mal wieder nur die kleinen Velvet Monkeys. Obwohl wir glauben vorsichtig zu sein und ihre Geschwindigkeit und Frechheit eigentlich inzwischen ja kennen, schaffen sie es, uns einen Avocadorest und ein Brötchen vom Tisch weg zu klauen, während wir 5 Meter weg stehen und ein paar Sekunden den Rücken zum Tisch haben.

Auch die Fahrt aus dem Park über 3 Pässe ist wunderschön, aber schon recht ruppig. Wir sind froh wieder mal ohne Platten oder Panne aus so einem Gelände rauszukommen und die normale nicht asphaltierte Strasse zur Küste kommt uns so richtig ruhig und komfortabel vor.

2.1.11 07:20
 


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