Startseite
  Über...
  Archiv
  Postadresse
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Tonia en chile
   Leanne in Sa
   Fotos



http://myblog.de/voosens

Gratis bloggen bei
myblog.de





Urlaub Frühsommer Sept 2010, KZN, Moz, KNP, Swasi, Lesotho Teil 2

„The Krueger“ (KNP = Krüger National Park) ist der mit Abstand tierreichste, bekannteste und meistbesuchte Park in Südafrika. Mit 12 Haupt- sowie 12 kleinen Camps, 11 Toren und  um die 2.000 Kilometern Alphaltstrassen (die nicht asphaltierten können echt schlecht sein) klingt das vielleicht „übererschlossen“ und voll. Trotzdem kann es passieren, dass man mehr als eine Stunde fährt und kein anderes Auto, aber eventuell auch kein einzige Tier sieht! Auf einer Länge von ca. 350 km und Breite von ca. 50 km verteilt sich das alles halt doch ganz gut. Zusammen mit dem angrenzenden Limpopo Park (Mozambique) ist die Fläche des Transfrontier-Peace-Parks ca. so groß wie Baden-Württemberg.

Auf den langen geraden Strecken ohne Verkehr ist es ohne Tempomat nicht einfach die erlaubten 50 km/h einzuhalten, was ein speeding ticket zur Folge haben kann. Der Traffic Ranger ist sehr freundlich und ich verbuche die 100 Rand (zu zahlen in einem Camp oder Tor) für 62 statt 50 km/h innerlich als Spende für den Park. Neben dem im Gebüsch stehenden Citi Golf hockt noch ein „Wach-Ranger“ mit schussbereitem Gewehr (wohl nicht wg. renitenter Autofahrer)

Auch unter Einhaltung der Richtgeschwindigkeit und nach Anmeldung im Satara Camp erreichen wir Balule rechtzeitig vor der Schließung um 18 Uhr. Das Camp ist absolut unser Geschmack. Es ist mit nur 16 Zeltplätzen und 6 Rondavells das kleinste „öffentliche“ im Park. Es gibt keinen Strom, aber warme Duschen und zwei gas betriebene Kühlschränke. Abends stellt der Camp Ranger Petroliumlampen in der Küche und in den Sanitärhäuschen auf.

Da das Camp ganz nah beim Olifants River liegt, haben wir 3 gigantische abendliche und nächtliche Geräuschkulissen. Hippos sind erstaunlich laut und auch Elefanten, die es hier in großer Zahl gibt, kommunizieren rege miteinander. Außerdem kommen (wie auch in anderen Camps) abends die Hyänen an den Zaun um nach Braai Resten zu schauen. Affen sehen wir keine, aber einmal war tagsüber mindestens einer bei uns im Zelt.

Die 2 Tage dort verbringen wir, wie man das halt so in einem großen Tier National Park tut, mit Gamedrives. Unsere frühen Losfahrten (6 Uhr) und Frühstück unterwegs werden durch viele Tiersichtungen belohnt. Die große Mittagshitze (bis 36 Grad) verbringen wir im Schatten im Camp und vor 18 Uhr drehen wir dann nochmals eine kleine Runde.

Die Anzahl der Tiere ist einfach beeindruckend. 20 Giraffen oder 80 Zebras auf einmal, so große Gnu- und Büffelherden und so viele Elefanten- oder Nilpferdgruppen sieht man in anderen Parks nicht. Ganz zu schweigen natürlich von den Raubkatzen, die immer alle sehen wollen und wo die Wahrscheinlichkeit dies zu schaffen im Krüger halt doch am größten von allen (öffentlichen) Parks ist.

Wir konnten jedenfalls vollauf zufrieden sein. An 4 verschiedenen Stellen Löwen gesehen, badende Elefanten (und viele Eli-Kinder), trinkende und kämpfende Giraffen, eine grosse flüchtende Impala Herde, sehr große gemischte Gruppen aus Zebras, Gnus, Impalas und Giraffen mit viel Bewegung am Wasserloch, viele Hippos und einige Krokos und last not least viele schöne und z.T. recht große Vögel.

Nach den vielen Tieren und dem langen Sitzen im Auto stand dann zur Abwechslung das Malotja Nature Reserve in Swaziland auf dem Programm. Dieses kleine Königreich (und im Gegensatz zu Lesotho ist der King hier auch wirklich noch der Chef)  zwischen Mozambique und SA wird von Touristen eher selten besucht. Wohl durchaus zu Unrecht. Das NR hat einen wunderschönen stromlosen Campingplatz (das Wasser für die Duschen wird per Holzfeuer erhitzt) und einige toll gelegene Chalets.

Die Wanderwege sind deutlich besser markiert als erwartet und wenn man mehr Zeit hat, kann man auch Mehrtageswanderungen mit Übernachtungen im Busch unternehmen. Die Swazi dort sind sehr freundlich und sprechen recht gutes Englisch. Obwohl es deutlich wärmer ist als befürchtet (das Camp liegt auf 1.700 Meter Höhe) tut das große abendliche Feuer richtig gut. Unser Billig Zelt verkraftet die Brise am Nachmittag leider nicht und kann nur mit Klebeband und gutem Willen für eine letzte Übernachtung benutzt werden. Unser Glück dabei ist, dass es erst jetzt passiert, die weitern Nächte hätten wir es wohl eh nicht benutzt.

Dank langem Wochenende (Fr. Feiertag) gestaltet sich die Suche nach einer Unterkunft in den Drakensbergen ein wenig schwieriger als gewohnt (na ja, 3 Telefonate ist auch nicht wirklich dramatisch) und wir landen schließlich in Pietermaritzburg. Wieder mal in einem viel zu großen Haus. Da wir uns nicht ernsthaft gestritten hatten, ist es nicht notwendig alle 4 Schlafzimmer zu benutzen. Rahel und ich springen abends sogar noch in den (kalten) Pool, aber dafür nutzen wir die tollen Flachbildschirme im Wohn- und einem der Schlafzimmer nicht.

Dass das Sani Top Chalet ausgebucht ist, erzeugt zunächst mal einigen Frust und Planungsstress, erweist sich aber hinterher als „a blessing in disguise“ (ein verkleideter Segen). Dadurch landen wir nämlich in einer kleinen Lodge in Molumong, welche deutlich „lesothischer“ ist, als die „Berghütte“ Sani Top, die ja mehr ein Alpenfeeling erzeugt.

Außerdem ist die Streckenaufteilung für die Fahrt durch Lesotho wesentlich günstiger. Die „Werbung“ der Lodge, dass man für die 60 km von Sani Top zu ihnen nur 1,5 Stunden braucht ist wohl nur für lesothische Busse und für hardcore 4x4 Fahrer zutreffend. Wir haben jedenfalls 2,5 Stunden benötigt. Die Strasse ist wirklich schlecht und sehr bergig.  

Die Strecke zum Sani Pass hoch ist dank Feiertag ganz schön voll, aber die meisten fahren im Strom mit uns aufwärts und in einem ähnlichen Tempo, so dass es kaum Überholvorgänge gibt. An der Lodge stehen dann fast 40 Geländewagen aller Größenklassen, was für hiesige Verhältnisse sicherlich eine Großveranstaltung ist.

Ganz anders in Molumong: außer uns sind nur noch 4 Holländer dort (2 Lesotho Expat Frauen mit erwachsenen Kids). Da die Lodge keinen Strom hat, wird bei Kerzenschein gekocht und gegessen. Lea und Rahel lernen noch so einiges über Lesotho (ist auch ein Königreich, aber mit Parlament und Regierung) da sie im kleinen Laden im Ort mit einer jungen local Frau ins Gespräch kommen, die 2 Jahre in SA gelebt hat und sehr gut englisch spricht.

Obwohl die Strasse ab Thaba Thseka dann in großen Teilen gut asphaltiert ist, brauchen wir für die 300 km bis nach Ramabanta volle 7 Stunden (mit nur einer kurzen Pause). Die Lodge dort entschädigt aber voll und ganz für die lange Fahrt. Eine super freundliche (weiße) Betreiberin, ganz liebevoll angelegte Anlage und herrlicher freier Blick auf die Berge und das gegenüber liegende Dorf von unserem großen Doppelzimmer mit eigener Terrasse.

Bei dem 3 Stunden Spaziergang über die Wege in die Umgebung und durchs Dorf begegnen uns viele Esel, Pferde und Schafe sowie die dazugehörenden Hirten, Treiber und Reiter. Alle grüßen nur freundlich und lassen uns sonst absolut in Ruhe. Die Kinder rufen manchmal „Hallo“ und dann „bye bye“, aber wir werden nirgends angebettelt oder sonst irgendwie belästigt. Bei der Fahrt auf der (nicht asphaltierten) „Hauptstrasse“ durchs Land ist das oft anderes, da rennen die Kinder oft Richtung Auto und brüllen aus Leibeskräften „sweeeeeets“. So wie das teilweise auch in der Transkei der Fall ist.

Auch beim dritten Besuch im „Königreich im Himmel“ ist es noch faszinierend zu sehen, wie dieses Volk in großen Teilen wie vor hunderten Jahren lebt. Erst seit Anfang des Jahres gibt es in dem Tal Handy und TV Empfang und außer der Lodge hat nur noch eine Kneipe einen Generator.  Esel und Pferd sind wichtige Transportmittel und gepflügt wird mit Ochsen.

Durch die Armut gibt es große Probleme mit ärztlicher Versorgung und eine erschreckend hohe AIDS- sowie Arbeitslosenquote. Einigen Ärzten in der Gegend hat man Motorradfahren beigebracht und sie mit kleinen Geländemaschinen ausgestattet, damit sie schneller zu den Patienten kommen können.

Ist es gut für das Land wenn die reichen Weißen hier mit 4x4s, Quads und Geländebikes eine Spielwiese finden und damit zwar Geld ins Land bringen, aber auch sicherlich die Ärmlichkeit der eigenen Situation deutlich machen ? Das sehr beliebte Pony Trekking ist da sicherlich die sanftere und bessere Variante die Bevölkerung zu unterstützen (und dabei faszinierende Ein- und Ausblick zu haben). Die meisten Lodges im Land sind in community projects eingebunden und verteilen Spenden aller Art, die sie von ihren Gästen bekommen dann gezielt vor Ort.

Wir verlassen das Lesotho über den Mini Grenzübergang Sephaphos Gate. Auf dem Weg dorthin fahren wir ein Stück auf der A1 und hier sieht man, wo einige Entwicklungshilfegelder hinfließen. Eine nagelneue breite Strasse mit Linien, Leitpfosten und Bushaltestellen! Sicherlich prinzipiell sinnvoll und hilfreich, in dieser Ausführung aber deutlich überdimensioniert, vor allem für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h.

Zur Grenze selber ist es dann wieder nicht asphaltiert (auf beiden Seiten) und es kommen wohl nur wenige Fahrzeuge am Tag hier über die Grenze. Auf lesothischer Seite eine kleine Baracke mit ein paar sichtlich gelangweilten Polizisten davor und einem sehr freundlichen Beamten (?) in Zivil, der unsere Pässe noch nicht mal anschaut, sondern nur ganz vorsichtig und liebevoll (Stempelkissen ist fast trocken) den Ausreisestempel reinsetzt. Im Vergleich dazu ist die SA Seite deutlich zu groß und richtig modern, aber auch hier dauert es nur ein paar Minuten (obwohl ein Polizist sich tatsächlich den Inhalt unseres Autos anschaut).

Dann noch ein paar Kilometer gute Dirt Road, eine einsame Landstrasse und dann 400 km auf der super ausgebauten und in weiten Strecken schnurgerade durch riesige weite Farmlandschaft führende N6. Ganz im Gegensatz zur N2 gibt es keinerlei Personen oder Tiere an der Strasse. Und da die Geschwindigkeitsbegrenzung in weiten Teilen 120 km/h ist kommen wir hier schnell und halbwegs entspannt am späten Nachmittag wieder in EL an.

Wieder mal ist ein sehr erlebnis- und abwechslungsreicher Urlaub zu Ende, 4.400 km gefahren, 3 mal aus- und wieder eingereist, nur 2 mal nachts und einmal am Tag Regen gehabt, guten Mix zwischen zelten und self catering Unterkünften gefunden und ohne Panne, Krankheit und größeren Streit wieder heimgekommen.

Da diese Art von Reisen aber keine reine Erholung ist, gönne ich mir noch einen „Ruhetag“ zu Hause, bevor ich mich in die vielen Mails bei der Arbeit stürze. Da kurz vor und während unseres Urlaubs einige Produktion wg. Streik ausgefallen ist, ist es nun umso hektischer. Die Fabrik läuft jetzt in 2 Schichten a 10 Stunden und es wird fast jeden Samstag gearbeitet.

Für Rahel geht es dann am Do. Abend wieder nach Deutschland und Lea fliegt am Sa. Nachmittag ab. Und dann stehen ja schon bald Andreas und mein Flug nach Deutschland an (Anfang bzw. Mitte Okt). So maybe c u soon in Ger ?!

3.10.10 17:55
 


Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(7.10.10 14:29)
Wieder richtig nett zu lesen....., leider hatte ich den Atlas nicht nebendran liegen und somt ist mir eure Strecke jetzt nicht deutlcih vor Augen...... Das kann ich aber ncoh nachholen...=)

Freu mich euch dann bald mal wieder live zu sehn.
GuKI

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung