Startseite
  Über...
  Archiv
  Postadresse
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Tonia en chile
   Leanne in Sa
   Fotos



http://myblog.de/voosens

Gratis bloggen bei
myblog.de





Urlaub Spätherbst (Mai) 2010, Teil 2: Krüger, Blyde River, Drakensberge

Erstes Ziel im Krüger ist das recht neue Tsentse Camp. Es ist mit nur 30 Campingplätzen eines der kleinsten Camps im Park. Wir kriegen einen schönen Platz am Zaun und am Nachmittag finden sich dann auch tatsächlich 2 Elefanten zum „Abendessen“ dort ein. Dabei „unterhalten“ sie sich fleißig miteinander. Dieses tiefe Grollen ist ein faszinierendes Geräusch.

Die langsame Fahrt nach Satara mit vielen Stops an Wasserlöchern und Aussichtspunkten bringt viele Tiersichtungen. Die Gruppengröße bei den Zebras, Wildebiests, Impalas, Giraffen, Hippos und Krokodilen ist deutlich größer als in den anderen Parks in denen wir bisher waren.  Die vielen Elefanten die wir sehen sind allerdings mehr in kleinen Gruppen unterwegs. Auch viele Vögel gibt es zu bewundern. Aber immer wieder fährt man auch mal eine halbe Stunde ohne ein einziges Tier zu sehen.

Am nächsten Tag zeigt uns zunächst mal ein riesiger Elefantenbulle wer Vorfahrt im Park hat. Nach dem Motto „der Klügere gibt nach“ fahre ich fast 500 Meter rückwärts bevor der Riese die (Asphalt)Strasse freimacht. Und Anne darf auf einem kurvigen nicht asphaltierten Stück das Rückwärtsfahren üben. Hier möchte ein Giraffenbulle genug Abstand zu seiner Familie sicherstellen und geht sehr deutlich und gezielt auf unser Auto zu.

Im Camp Satara ergattern wir wieder einen Platz am Zaun. Von unserem Zelt aus sehen wir Gnus und Giraffen, sowie einen Elefanten und abends laufen die Hyänen fleißig auf und ab und hoffen auf Grillreste. Obwohl deutlich überteuert machen wir bei einem morning walk mit. Mit den beiden bewaffneten Rangern fahren wir um 5:30 Uhr (sternenklar und eiskalt) zunächst mit dem Game Drive Jeep fast 30 Minuten zum Startpunkt.

Leider (oder zum Glück ?) ist die Begegnung mit dem Nashorn nur sehr kurz. Wir haben es zu spät bemerkt und somit erschreckt und es nimmt schnell Reißaus. Tiere sehen wir sonst nicht sehr viele, aber die Atmosphäre zu Fuß ist doch insgesamt sehr viel schöner und direkter als im Auto. Die ungeheure Vielfalt der Vogelstimmen und der Sonnenaufgang sind schon sehr sehr schön.

Nach einem relaxten Tag im Camp und einem Nachmittagsdrive zu einem herrlichen Wasserloch treffen wir am nächsten Morgen dann doch endlich noch auf eine Gruppe von Löwen. Richtig klassisch sehen wir zunächst einige große Geier in einem Baum hocken und fangen an die Gegend abzusuchen.

Dann halten wir hinter einem Auto, sehen aber zunächst nur den halb vertilgten Körper eines Gnus und erst nach und nach entdecken wir 6 bis 8 Löwen, die mit vollgeschlagenen Bäuchen in der Nähe des Kadavers liegen. Obwohl die Tiere nur wenige Meter neben der Strasse liegen, sind sie im hohen Grass kaum zu sehen. Nach einer halben Stunde geben wir es dann auf. Außer ein paar Mal Kopf heben und sich von rechts nach links zu drehen tut sich nichts.

Kurz vor der Ausfahrt aus dem Krüger kommen wir noch an einigen größeren Büffelgruppen vorbei. Die Viecher sind wirklich sehr beeindruckend und die Hörner sehr respekteinflößend. Insgesamt hat sich der Besuch im Krüger doch gelohnt. Andrea und ich waren ja recht skeptisch, ob der Park nicht viel zu touristisch und zu erschlossen ist. Im Vergleich zu Botswana, Mozambique und Namibia sicherlich sehr „zahm“, aber für Europäer immer noch genug Gefühl von Weite und Leere, auch wenn man natürlich recht regelmäßig andere Autos sieht.

Die Vielfältigkeit Südafrikas zeigt sich nach dem Rausfahren mal wieder ganz schnell. In gerade mal einer halben Stunde Fahrzeit kommen wir von afrikanischer Savanne und Bush in sehr europäisch anmutende Bergwelt mit unendlichen Nadelholzaufforstungen. Nach Graskop geht es auf gewundener Strasse über 1.500 Höhenmeter hinauf.

Im Panoramic Rustcamp erfahren wir, dass an diesem Wochenende eine der größten Motorrad „Ralleys“ Südafrikas stattfindet und mehrere 1.000 Biker in dem kleinen Ort erwartet werden. Für diese Nacht bekommen wir aber noch ein nettes Chalet mit Blick ins tief unter uns liegende Tal. Zufälligerweise sind auch Lars und Birgit heute Nacht in Graskop und wir treffen uns abends noch im Ort auf ein Bier.

Den nächsten Tag verbringen wir dann an den vielen Halte- und Viewpoints der Panoramaroute am Blyde River Canyon. Angeblich soll dies der 3 größte Canyon der Welt sein und der einzige grüne Canyon dieser Größe. Die Lisbon und die Berlin Wasserfälle sind schön, aber nicht überwältigend. Die Auswaschungen der Bourke Potholes sind schon beeindruckender und wirklich toll sind die Tiefblicke am Ende des Canyons, zu den berühmten 3 Rondawells und auf den in der Tiefe liegenden Stausee.

Auf diesem tuckern wir dann am nächsten Morgen auf einem netten Flachboden Tour Boot fast 2 Stunden herum. Zu sehen gibt es ein Krokodil, ein paar Hippos, schöne Vögel und beeindruckende Canyonwände von unten. Der schwarze Bootsführer kennt sich recht gut aus und ist ein guter Unterhalter. Sehr interessant ist auch ein langes Gespräch mit dem (weissen) südafrikanischen Reiseleiter einer kleinen Gruppe von Jägern aus Ungarn.

Die Fahrt auf der anderen Seite und am Fuße des Canyons entlang ist ein krasser Gegensatz zur Panoramic Route. Man merkt gleich, dass dies mal ein (kleines) Homeland war. Stark zersiedelt, viele Leute und plötzlich viel Verkehr. Und bei der erneuten Durchfahrt von Graskop wiederum etwas völlig anderes: die Bike Ralley ist eine gigantische „Show off“ Party. Auf der Hauptstrasse heizen die funkelnden schweren Maschinen auf und ab und lassen sich von der Menge am Straßenrand (natürlich ohne Absperrgitter) bewundern.

Pilgrims Rest zeigt nochmals eine ganz andere Facette von Südafrika. Es ist ein kleiner touristischer Museumsort aus der Zeit der weißen Siedler Trecks in dessen alten Häusern aber noch Geschäfte und Restaurants existieren bzw. Leute wohnen. Recht nett anzuschauen, aber mehr als 2 Stunden braucht man hier nicht einzuplanen.

Die fast 600km zum Royal Natal Nationalpark in den nördlichen Drakensbergen legen wir zum großen Teil im Regen zurück. Rechtzeitig vor der Ankunft im Amphi-Backpackers hört es aber wieder auf, so dass Anne und Paddy ihr Zelt trockenen können. Bei Null Grad nachts wird es schon richtiges Wintercamping ! Andrea und ich leisten uns wenige Meter vom Zelt entfernt ein schönes de-lux double room, mit Bad und kleiner Kochzeile. Und sogar mit einer Heizung, die wir aber nicht benutzen.

Die Wanderung in die Tugela Schlucht, auf die wir noch Caroline aus Kanada mitnehmen, ist bei herrlichem Wetter auch beim zweiten Mal wieder schön. Allerdings ist jetzt viel weniger Wasser in der Schlucht als Weihnachten 2008 und den angeblich 2 höchsten Wasserfall der Welt gibt es zur Zeit leider gar nicht.

Die mit 720 km längste Etappe des Urlaubs zieht sich dank zum Teil recht kurviger Strecke ganz schön. Insbesondere die letzten 60 km von der N2 zur Küste der Transkei brauchen wieder sehr viel Zeit. Wenn man hier mal 60 km/h fährt, hat man das Gefühl, dass das Auto gleich auseinanderfällt. Die Straßen hier sind wirklich übel. Und die Kühe extrem relaxed und der festen Überzeugung, dass die Straße ihnen gehört. Auch Hupen und Paddy Geschrei stört sie nur wenig. Es gibt inzwischen massive Beschwerden der (wenigen) Hotels und Guest Houses an der Küste, dass wg. der Straßenverhältnisse keine Besucher (mehr) kommen.

Das Dwesa Nature Reserve entschädigt aber durchaus für die anstrengende Anfahrt. Wunderschöner natürlicher Wald, ein schöner Fluss und wie überall an der Wild Coast die Abwechslung zwischen tollem Strand und Klippenküste. Es gibt einen sehr schönen Campingplatz und ein paar einfache Chalets.

Wir sind die einzigen Zelter und das Paar, welches in einem der Chalets wohnt, bekommen wir kaum zu Gesicht. Wir genießen es, dass es deutlich wärmer ist als in den Drakensbergen und freuen uns über das viele trockene Holz für ein richtig schönes großes Feuer. Da es im ganzen Camp (noch nicht mal im Sanitärhaus) Strom gibt sehen wir einen herrlichen Sternenhimmel.

Die vielen kleinen und hübschen Vervet Affen sind zwar recht frech und man darf nichts Essbares auch nur wenige Sekunden unbewacht lassen, aber sie halten immerhin noch ein paar Meter Abstand. Vor unserer Steinschleuder haben sie eindeutig Respekt und es stimmt wohl tatsächlich, dass sie vor Männern mehr Angst haben als vor Frauen. Aber den Kleinen beim Toben zuzuschauen entschädigt durchaus für den „Nerv-Faktor“.

Da man nicht alleine in den Wäldern hier rumlaufen darf, gehen wir mit Vuyani auf eine geführte Tour. Er ist aus dem Dorf direkt bei dem Nature Reserve. Er kennt sich tatsächlich gut aus und kann eine ganze Menge zu den Tieren und Pflanzen hier erzählen. Noch spannender ist es aber, endlich so einiges über das ländliche Leben der Schwarzen hier in der Transkei zu erfahren. Sein Englisch ist nicht schlecht und er antwortet recht bereitwillig auf unsere vielen Fragen.

Dank der nur noch 200 km (aber über 3 Std. Fahrzeit) nach East London, können wir den letzten Urlaubstag zum relaxen, für einen langen Strandspaziergang, noch mal baden im Meer, trocknen der Zelte und einem Picknick Lunch mit Meerblick nutzen.

Nach insgesamt 5500 km sind wir dann am Donnerstag abend, gerade zum Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause. Ich gehe gleich am Freitag wieder arbeiten (muss ja Tage für den nächsten Urlaub sparen) und das letzte Wochenende mit Anne und Paddy geht auch viel zu schnell rum. Am Montag Mittag fliegen sie wieder zurück und Anne darf sich dann gleich  in den Stress der Batchelor Arbeit stürzen, bevor die beiden dann im July für 2 Semester nach Norwegen gehen.

Und für uns gilt für die nächsten 4 Wochen: “feel it, it is here”, finaly it´s worldcup time !

19.6.10 11:42
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung