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Dez 09: Sommerurlaub, Teil 2, 24 Stunden in Kapstadt

Nach einer kleinen Morgenwanderung durch tolle Wildblumenhänge auf der Farm bei Elin ging es dann über Hermanus weiter nach Kapstadt.

Das Lighthouse Backpackers liegt nicht weit von der N2 ca. 12 km von der Innenstadt in einem „Eco-Park-Komplex“. In diesem Eco Park gibt es 20 kleine Betriebe und soziale Projekte vom Ponyreiten für (schwarze) Kinder, über ökologischen Anbau bis hin zu einem Freibad und 2 Backpackers.

Von dort waren es dann noch ca. 10 Minuten mit dem Auto zur Waterfront, wo wir dann noch ein wenig gebummelt sind und dann in einem Restaurant am Hafen dem Trubel und den vielen rein und rausfahrenden Booten zugeschaut haben.

Am nächsten Morgen wurden wir dann um kurz vor 6 durch das Klopfen des Nachtwächters an unsere Fensterscheibe geweckt. In der Nacht hatten ein paar Jugendliche die kleine hintere Scheibe an unserem Pajero (der direkt vor unserem Fenster stand) mit einem dicken Ziegelstein zertrümmert und einige Sachen  aus dem Auto geholt.

Der Wächter konnte sie zwar vertreiben und unsere Schuhe noch retten, aber eine große Plastikbox mit diversem Campingkleinkram, das eine Zelt, die Campingklappstühle und der große Wanderrucksack waren weg. Und alles war voll mit kleinen Glasssplittern und einigen Blutspuren.

Mit dem Chef des Wachdienstes bin ich dann zur Polizei, während Andrea das Auto sauber gemacht hat. Auf der Polizeiwache dann die große Überraschung: ein Teil der gestohlenen Dinge lag dort hinter dem Schreibtisch des Beamten, der den Fall dann aufgenommen hat. Es hat fast eine Stunde gedauert, bis der handschriftlich auf 3 Seiten alles genau aufgeschrieben hatte.

Die Täter waren direkt zum lokalen Hehler gegangen und dieser hat dann die Polizei informiert. Einer der 3 Jugendlichen, der bei der Tat dabei war, hat wohl mehr Zeit seines Lebens im Gefängnis verbracht als draußen und fühlt sich dort wesentlich wohler als in „Freiheit“. Er war erst vor wenigen Tagen wg. Weihnachten mal wieder rausgelassen worden.

Nach der Protokollaufnahme musste dann ein anderer Beamter wiederum handschriftlich und schön langsam genau auflisten, welche unserer Sachen er uns wieder zurückgibt.
Ich kam mir zum Teil vor wie bei Loriot. Obwohl die Teile gut sichtbar hinter ihm lagen, wollte er von jedem Teil eine genaue Beschreibung von mir.
Auf die Frage, ob die billigen knallorangen Campingklappstühle weitere Identifikationsmerkmale haben fiel mir nicht viel ein. Und auch die Farbdefinition der großen Akku Campingleuchte war nicht so einfach: ist sie eher grau blau oder mausgrau oder vielleicht doch eher ein wenig mehr marinblau ?
Die Frage wie viele verschiedene Campingstühle und –lampen heute denn schon sichergestellt wurden habe ich mir lieber verkniffen.

Nachdem das dann nach ca. einer halben Stunde erfolgreich abgearbeitet war, wurde der Kollege von der Spurensicherung gesucht. Als der dann aber erst mal nicht auffindbar war (er war wohl zur Apotheke gegangen) und es hieß, dass diese Kollegen sehr beschäftigt sind und es dauern könnte, wurde es mir dann doch zu dumm.
Mit der Ausrede, dass wir zu Weihnachten wieder in EL sein müssen bin ich gegangen. Es ist mir völlig rätselhaft, wieso die Fingerabdrücke nehmen wollten, wenn sie die Täter und vor allem genug gestohlene Beweisstücke eh schon hatten. Das Auto selber hat sich übrigens keiner der Polizisten angeschaut.

Fazit dieser Polizeiwache: sehr viele Beamte, alle recht freundlich, kaum Computer, alles sehr sehr sehr langsam und ohne sehr gutes Englisch hätte ich grosse Probleme gehabt das Protokoll zustande zu kriegen.
Aber die Case Nummer (braucht man unbedingt für die Versicherung) kam schon wenige Minuten nach der mühsamen handschriftlichen Fallaufnahme.per SMS.

Ich bin gespannt, ob wir wirklich zum Gerichtsprozess nach Kapstadt eingeladen werden. Es wurde mir sehr ans Herz gelegt dann auf jeden Fall zu kommen, damit es zu einer Verurteilung der Täter kommen kann.

Und dann ging es los mit der Suche nach einer neuen Scheibe. Leider erfolglos. Nach Duzenden von Telefonaten und einer halbstündigen Fahrt zu einem Autoglas Betrieb (lt. Computer war ein Glas auf Lager, in Realität aber leider nicht) haben wir es dann aufgegeben und uns eine Plastikfolie aufkleben lassen.

Damit wollten wir dann aber nicht mehr in Kapstadt bleiben und sind somit nach gerade mal 24 Std. wieder raus aus der Stadt und in „sicherere“ ländliche Regionen „geflüchtet“. In Paarl (im Zentrum der berühmten Weingegend) nicht weit von Kapstadt haben wir nach ein paar Telefonaten ein recht nettes kleines B+B gefunden.

2 Tage später rief der zuständige Polizist dann bei mir auf dem Handy an um mir mitzuteilen, dass sie auch noch ein paar Zeltleinen sichergestellt haben und ob wir die nicht abholen wollten. Wohl vermutlich eher nicht.

Und gerade gestern, Mitte Januar, kam eine weitere SMS, dass der Täter verurteilt wurde, und der Fall geschlossen ist.
16.1.10 21:15
 


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