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Dez. 09: Sommerurlaub, Teil 1, EL bis Kapstadt

Nach sehr stressigen 3 Wochen bei der Arbeit (meine Kollegin Nonni war länger krank) ging es am Sonntag, 13.12. (Beginn des alljährlichen Weihnachts Shutdowns) los in Richtung Gardenroute und Kapstadt. Allerdings ein wenig abseits der normalen  Gardenroute Hauptattraktionen.
                    
Unser erstes self-catering Cottage war schon mal eine positive Überraschung. Absolut gigantisch auf einer Bergspitze gelegen, mit einem fast 360 Grad Panoramablick. Auf dem Game Farm Gelände konnte man auch ein wenig laufen und am (kühlen) Abend gabs ein gemütliches Kaminfeuer.

Dann ging es zum zweiten Mal durch die Bavianskloof. Wir waren schon im Januar 2009 von der anderen Seite durch diese ca. 200 km lange Bergkette gefahren.
Auch dieses Mal waren wir ganz begeistert. Da wir inzwischen ja doch ein wenig mehr Erfahrung und Übung mit schlechten Strassen haben, war selbst Andrea diesmal deutlich entspannter bei der Fahrt.
Die ersten 40 km über 3 Pässe ist die Strasse schon sehr rough. Diesmal haben wir für diesen Teil nur ca. 2 Std. gebraucht.

Am frühen Nachmittag war tatsächlich gleich auf der ersten Guest Farm, bei der wir wg. Unterkunft gefragt haben, etwas frei. Der Farmer dort hat um die 1.000 Strauße, einige Schafe und etwas Gemüseanbau. Außerdem leben auf seinem Gelände 3 Leoparden, die mit Sendern versehen sind und von Webcams gefilmt werden. Regelmässig kommen Biologen zu Besuch in die Region um diese Tiere zu beobachten und erforschen.

Tourismus ist ein kleiner Nebenerwerb. Sie haben 2 kleine nagelneue Cottages in gigantischer Lage gebaut und eines davon war noch frei. Auf meine Frage, ob sie noch mehr bauen wollen, war die Antwort: Nein, wohl eher nicht, wir wollen nicht zu viel Rummel hier haben.

Und auf seinem Farmgelände konnte man in 2 verschiedene Schluchten stundenlang wandern und eine weitere wunderschöne Schlucht auf der Nachbarsfarm haben wir uns dann auch noch angeschaut.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich an die Küste fahren, sind dann aber schon nach wenigen Kilometern auf der nächsten Guestfarm „hängengeblieben“. Diesmal auf einem von 5 Zeltplätzen, wiederum herrlich in einer Schlucht gelegen. Auch hier waren wieder ausgiebige Wanderungen auf dem Farmgelände möglich.

Dann ging es über den nicht asphaltierten Prinz Albert Pass an die Küste, zunächst ins Natures Valley, im Tsitsikama Nationalpark. Und wie so oft, war auf der Zeltwiese jede Menge Platz, obwohl lt. Internet alles ausgebucht war. Es gab deutlich weniger Wandermöglichkeiten als auf den Farmen vorher, dafür direkt hinter dem schönen Strand eine angenehm warme Lagune um ausgiebig zu schwimmen.

Auf dem Weg nach Wilderness haben wir in knapp 4 Std. noch die Halbinsel des Robberg Nature Reserves umwandert. Auf dem sehr gut ausgebauten wunderschönen Wanderweg waren kaum Leute unterwegs, dafür haben wir viele Robben gesehen und eine Seemöven Brut Kolonie liegt auch auf dem Weg.
Im Wilderness Nationalpark hatten wir Glück mit unserem Zeltplatz. Dort war der Campingplatz tatsächlich recht voll, aber wir hatten einen der besten Plätze direkt am  Fluss. Auch hier ein paar kleinere Wanderungen, viel schwimmen im Fluss und ein langer Strandspaziergang. Dafür, das ja Hauptsaison war, war am Stand einfach gar nix los.

Auf dem Campingplatz gab es überall Hinweise und Aufrufe Wasser zu sparen. Die Wasserhähne auf dem Platz selber waren alle abgeschaltet. Die ganze Region hat ein massives Wasserproblem, die Dämme sind zum Teil bei 20% ihres Füllgrades angelangt.

Auch im Bontebok Nationalpark 2 kleine Wanderungen und ausgiebiges Schwimmen im Fluss. Ein typischer Inlands Campingplatz: sehr schön, mit viel Platz, aber sehr staubig. Der Abend verging dann mit einem langen Gespräch mit einem jungen Biologen Ehepaar aus Pretoria wie im Fluge. Die beiden waren Seehund Forscher und schon mehrfach in der Antarktis, beide auch einmal 14 Monate am Stück auf einer Forschungsstation.

Das de Hoop Nature Reserve hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Fast wären wir gar nicht hingefahren, da wir eigentlich in SA inzwischen ja wirklich genug schöne Strände gesehen haben. Aber die kilometerlangen Dünen  sind sicherlich die weißesten die wir bisher hier gesehen haben. Und durch diesen weißen Sand hat das Wasser dort auch diese unbeschreiblich schöne tuerkisblaue Färbung wie man sie von Südseeinselprospekten kennt.

Der südlichste Punkt Afrikas, das Cape Agulhas war dagegen so wie erwartet, nicht besonders spektakulär. Ein netter Leuchtturm, aber das wars dann auch. Sieht so aus wie überall sonst auch hier an der Küste. Beeindruckend waren allerdings die 2 richtig großen Stachelrochen, die hier bis ins knietiefe Wasser an einen Strand kommen und dort von Leuten mit Fisch gefüttert werden.

Als Kontrastprogramm vor Kapstadt, haben wir nicht weit von Hermanus nochmals auf dem Lande übernachtet. Wieder mal ein ganz schnuckeliges Cottage auf einem Farmgelände auf dem man stundenlang laufen konnte. Und in einer Gegend in der die Häuser immer den ganzen Tag unverschlossen offen stehen und wir noch nicht einmal einen Schlüssel für unser Cottage hatten.

Auch so was gibt es noch hier in Südafrika !
8.1.10 18:27


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Okt - Nov 09, Fruehling mit viel Kommen und Gehen

Nach unserem Familien Tauchkurs hatten wir dann nur etwas ueber eine Woche mit Anne und Lea gemeinsam. Lea war damit beschaeftigt sich bei vielen Leuten zu verabschieden, Annes Baupraktikum ging weiter, ich habe normal (viel) gearbeitet und Andrea hat sich von vielen Dingen (und natuerlich von Lea) vom Lernen ablenken lassen.

Ausser einer kleinen Quad-Bike Tour in einem Mini Game Park ganz in der Naehe und einer Shopping Tour in der nagelneuen und groessten Mall im Eastern Cape hier in EL haben wir nichts besonderes mehr unternommen.

Der Abschied von Lea war diesmal noch schwerer als sonst, da sie ab jetzt in ihrer Ausbildung (Gesundheits- und Kinderkrankenpflege in KA) ist und somit nicht mehr viel Urlaub und kaum noch Gelegenheiten zu Besuchen in SA haben wird.

Um uns etwas abzulenken, kam dann aber schon 3 Tage spaeter meine Schwester Ina mit ihrem Mann Bernd zu uns. Das gemeinsame Wochenende in Mazeppa Bay an der Wildcoast (ca. 200 km und etwas ueber 3 Fahrstunden von hier) war mal wieder echt toll.

Trotz Wochenende wieder so gut wie keine Leute, sondern nur einige Kuehe, an den herrlichen Straenden und Duenen dort. Highlight diesmal: wir haben miterlebt, wie einige englische Sportangler 2 Haie geangelt haben. Vom Strand aus ! Und da wird dann Angeln wirklich zum Sport. Die haben lange gekaempft (an der einen Angel sogar zu zweit) und sind richtig viel und schnell den Strand rauf und runter gelaufen um den Hai muede zu machen.

Zum Schluss liefen dann 2 Helfer ins Wasser, packten den Hai an der Schwanzflosse und zerrten ihn an den Strand. Dort wurden die Siegerfotos geschossen und die neugierigen Zuschauer durften den Hai mal streicheln. Dann wurde gemessen: einer war 197 cm, der andere 217 cm lang (bis Ansatz Schwanzflosse) und somit wohl ueber 200 kg schwer.

Danach wurde der Angelhaken entfernt und der Hai wieder ins Meer gezogen. Die Haie sind hier geschuetzt und es ist verboten sie zu toeten. Ich war dann noch eine wenig im Meer schwimmen, habe mich aber doch etwas naeher am Strand gehalten als sonst  J.

Montags sind dann Ina und Bernd zu ihrer Kapstadtrunde gestartet und am  Dienstag waren auch fuer Anne die knapp 6 Wochen schon wieder rum. Wieder ein Flughafenabschied und dann waren wir das erste Mal seit laengerem nur noch zu zweit.

Aber das auch nicht allzu lange, Ina und Bernd waren vor ihrem Heimflug noch ein paar Tage bei uns. Gemeinsam haben wir dann eine gefuehrte Townshiptour gemacht. Obwohl wir ja vor einem Jahr schon mal mit einem Kollegen in Mtansane waren und wir ja auch schon so einige nicht so von Weissen frequentierten Ecken in EL kennen, war es doch sehr beeindruckend.

Township ist nicht gleich Township und Duncan Village ist wirklich eine sehr heruntergekommene und verdreckte Shack Ansammlung, in die wir ohne schwarze Begleitung sicherlich nicht reingehen wuerden.

Wenn man sieht, unter welchen unhygienischen Umstaenden ein sogenannter Heiler (von denen es jede Menge gibt und die von Schwarzen regelmaessig konsultiert werden) hier seine „Arztpraxis“ betreibt, weiss man, wieso so viele arme Schwarze hier jung sterben. Der Heiler hat uns sogar ganz stolz seine „Zertifikate“ gezeigt. Meine Frage an welcher Uni er denn studiert hat, fand er wohl schon sehr seltsam. Er sei von seinen Ahnen gerufen worden !

Auch die Apotheken in denen die Heiler (aber auch „normale“ Patienten) einkaufen koennen sind beeindruckend. Eine Unmenge von Glaesern in denen es alle Arten von Wurzeln, Kraeutern und Knochen gibt, dazu ein paar Schlangenhaeute, Eidechsenfuesse und aehnliches mehr. Und das hier bei uns in Zentrum von East London, nicht irgendwo in „Busch“ !

Ein Kontrastprogramm gab es dann am naechsten Wochenende (dann schon wieder ohne Ina und Bernd). Eine 4x4 Tour zu einem Wrack an der Wildcoast gar nicht weit von hier. Wir waren 4 Expat Familien (mit einigen Besuchern und 2 Medizin Studenten die hier am schwarzen Hospital ein Praktikum machen) in 4 Pajeros und einem Triton, der zwar grosse Bodenfreiheit aber keinen Allradantrieb hat.

Und der Triton hat dann eindeutig gezeigt, dass fuer die Strecke dorthin Bodenfreiheit alleine nicht reicht. An einer Stelle haben wir 3 Pajeros gebraucht um Olaf im tiefen Sand den Berg hinaufzubekommen.

In dem kleinen Transkei Dorf in dem wir von der Hauptstrasse abgebogen sind, haben wir tatsaechlich eine Art Maut bezahlt (und dabei sogar eine Quittung bekommen) und haben dort 2 Fuehrer mitgenommen, die uns von der Ladeflaeche des Triton den „rechten“ Weg gewiesen haben.

Es war eine tolle Tour, vorbei an einem wunderschoenen Wasserfall mit Wasserloch zum Schwimmen, faszinierende Kuestenlandschaft, ein beeindruckendes Wrack (was vor wenigen Jahren noch deutlich groesser war) und mit einem abschliessenden schoenen Grillabend bei Familie Straub.

Nach dem Besuch von einer Arbeitskollegin von Andrea und deren Mann fuer 3 Tage gab es noch einen Expat Abschied und eine grosse Geburtstagsfeier einer Expat Frau. Andrea hatte eine eintaegige Fortbildung zum Thema Sterbebegleitung bei ihrer Krebskinderhilfsorganisation und ich ein Wochenende Life Saver Dienst.

Ausserdem habe ich einen retest (jaehrliche Wiederholungspruefung) fuer meine Life Saver „Lizenz“ gemacht. Beim ersten Versuch bin ich leider gleich beim ersten Teil, dem Run-Swim-Run gescheitert. Allerdings war ich wenigstens nicht der Einzige: von 10 Leuten haben 6 es nicht geschafft hinter die Wellenlinie zur Boje zu schwimmen. Wir hatten echt Pech, die Wellen waren gerade richtig gross. Ein Weiterer hat dann die Malibu Rettungs Uebung auch wegen der hohen Wellen nicht geschafft.

2 Wochen spaeter hatte ich mehr Erfolg. Bei deutlich niedrigern Wellen und weniger Querstroemung war der swim deutlich einfacher und somit habe ich es geschafft unter den geforderten 12 Minuten zu bleiben. Allerdings waren wir zum Schluss dann auch wieder nur 2 von 8 die bestanden hatten, ein 25-jaehrige zierliche junge Dame und ich !

Und dann gab´s noch Besuch von Schmidts, Briggs und Ruhms, die wir alle von Anne`s Still-Kaffee Zeiten kennen. Ich konnte mir 2 Gleittage nehmen und es waren 2 echt schoene ausgefuellte Tage in und um East London.

Bis Mitte November war es hier deutlich zu kalt (teilweise 10 Grad kaelter als um die Zeit ueblich (d.h. 15 bis 18 statt 25 bis 28 Grad)) aber andererseits auch deutlich zu trocken. Uberall im Eastern Cape wurde und wird zum Wassersparen aufgerufen.

Da kam dann eine Woche mit viel Regen (und noch mehr Wind) gerade recht. Natuerlich leider nicht fuer unsere Freunde, die auf ihrer Weiterreise nach Johannesburg die Woche mit den meisten Niederschlaegen in diesem Jahr dort erwischt haben.

Auch diese Woche mit relativ guten Niederschlaegen war aber bei weitem nicht genug um die Wasserreserven halbwegs aufzufuellen. Somit wird jetzt auf einen nassen Sommer gehofft.

Seit Mitte November ist der Sommer dann aber doch angekommen und Tage mit 25 bis knapp ueber 30 Grad werden nun fuer eine Weile wieder „normal“ sein.

Ich bin echt froh, dass es nur noch 2 Wochen bis zum Weihnachts Shutdown sind. Obwohl wir im Blog eher von den Urlauben oder Wochenendausfluegen berichten, moechte ich doch klarstellen, dass der groesste Teil des Jahres ganz normaler Arbeitsalltag ist. Und die Arbeit ist nach den Entlassungen im Februar diesen Jahres doch durchaus recht stressig.

Wir sind nach wie vor auf einer 40 (und mehr) Stunden Woche und im Oktober und November wurde auch an einigen Samstagen gearbeitet. Fuer das erste Quartal 2010 haben wir 3.000 zusaetliche Fahrzeuge im Programm, was dazu fuehrt, dass 7 Samstage sowie verlaengerte Schichten geplant sind. Wie das mit der Kurzarbeit in den deutschen Werken zusammenpasst versteht hier keiner so recht. Jedenfalls wird es nach der Weihnachtspause gleich wieder stressig weitergehen.
1.12.09 13:20


Sept 09 Tauchkurs an der Sunshine Coast und Drakensberge

Nachdem wir Isabel, Miriam, Conny, Michael, Rike und Jonas am Flughafen verabschiedet hatten, ging es gleich los nach Port St. Jones an der Wild Coast. Erst auf der N2 bis Mthatha und dann auf sehr gut geteerter Strasse weitere 100 km bis an die Kueste.
Und auch wenn wir jetzt schon viel in der Transkei unterwegs waren, finden wir die vielen Menschen und Tiere auf der Strasse, die Frauen mit den Lasten auf dem Kopf, die klapprigen Autos, aber auch die Scharen von schwarzen Kids die in Schuluniform kilometerweit an der Strasse entlanglaufen immer noch durchaus „exotisch“.
Pt. St. Jones liegt wunderschoen zwischen steilen Felsen an einer Flussmuendung und hat 2 sehr schoenen kleine Sandstrand. Es ist der groesste Kuestenort an der Wild Coast und hat sicherlich die meisten Gaestebetten.

Von unserer kleinen Ferienwohnung aus haben wir einen guten Blick auf den direkt  gegenueber liegenden steilen Hang, der von oben bis unten mit kleinen Haeusern und Huetten durchsetzt ist. Abends und auch am naechsten Morgen gibt es eine durchaus interessante Gerauschkulisse die von dort herueberschallt.
Nach einer kleinen Orts- und Umgebungsbesichtigung (mit dem Auto) geht’s dann weiter Richtung Norden. Die ersten 200 km eher langsam ueber huegeligen und kurvigen Strassen sowie und durch 2 mittelgrosse Orte in denen ein unglaubliches Gewusel herrscht. Ab der Grenze nach KwaZuluNatal KZN wird es dann deutlich zuegiger, denn ab dort gibt es sehr gut ausgebaute Schnellstrassen, die dafuer dann auch Maut kosten.
In Scottburgh bekommen wir in der Tauchschule gleich jeder das Lehrbuch in die Hand gedrueckt, das wir uns bis Samstag Mittag, vor dem Theorie Unterricht, schon mal gruendlich ansehen sollen.
So sind wir dann gut beschaeftigt und da wir recht fleissig sind, ist der Theorie Unterricht nach dem einen Nachmittag „erledigt“. Die Vertiefung und vollstaendige Einarbeitung des Stoffs „duerfen“ wir im  „Selbststudium“ erledigen.

Zu Beginn der Pool Session sind wir zunaechst doch etwas enttaeuscht und ueberascht, dass diese in einem normalen privaten Pool stattfindet, der recht klein ist. Aber letztlich reicht es fuer die meisten der Uebungen und Aufgaben doch recht gut aus. Leider ist das Wasser recht kalt und nach 3,5 Stunden darin nuetzen auch die Neoprenanzuege nicht mehr und wir machen schlotternd Schluss.
Am naechsten Tag wird es dann richtig spannend, der erste open water dive. Schon die Fahrt zum Riff ist ein abenteuerlicher Ritt zunaechst ueber die hohe Brandung und dann fast 15 Min. mit ordentlichem Tempo aufs Meer hinaus.
Mit einer mehr oder weniger eleganten Rueckwaertsrolle geht es zunaechst ins und dann gleich unter Wasser. Leider stellt sich nach wenigen Metern heraus, dass Lea wegen der Erkaeltung, die sie die Tage vorher hatte, den Druckausgleich fuer die Ohren nicht machen kann und so muss sie leider wieder hoch und im Boot bleiben.
Unter Wasser ist es schon recht aufregend und gar nicht so einfach die richtige Sink- und Steiggeschwindigkeit hinzukriegen. Ausserdem stellt sich am Meeresboden (d.h. auf dem Riff) dann heraus, dass wir in einer heftigen Unterwasserstroemung sind, und wir haben ordentlich zu tun, nicht weggetrieben zu werden.

Auf der Ruckfahrt treffen wir noch ein Gruppe Delphine und unser Skipper versucht eine Weile nah an ihnen dran zu bleiben. Es ist schoen zu sehen, wie begeistert er und auch unser Tauchlehrer sind, obwohl sie doch so oft auf dem Meer sind und solche Begegnungen ja immer wieder haben. Leider kann Anne das Ganze nicht so recht geniessen, die Seekrankheit hat sie erwischt.
Am Nachmittag in der 2ten Pool-Session sind wir schon deutlich routinierter und entspannter, nur die Uebung mit dem Abziehen der Maske unter Wasser faellt besonders Andrea doch etwas schwer.
Nachdem ja der erste Tauchgang ganz ohne Uebungen und nur zum Kennenlernen dient, sind die restlichen 3 Tauchgaenge (fuer die wir nicht mehr so weit rausfahren) mit Unterwasseruebungen gut gefuellt. Leider hat auch das Kortison, welches der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Lea verschrieben hat nichts genutzt. Sie probiert zwar noch bei einem weiteren Tauchgang runterzukommen, aber es klappt nicht.
Die Theoriepruefung schreibt sie trotzdem mit uns mit und besteht sie auch fast fehlerfrei.

Nach den 6 Naechten in der sehr schoenen kleinen Ferienwohnung direkt am Meer geht´s dann nicht direkt wieder zurueck, sondern zunaechst mal noch ca. 200 km inland und fuer eine Nacht nach Lesotho.
Andrea und ich haben ja in den Weihnachtsferien schon einmal im Sani Top Chalet ubernachtet und sind damals den Sanipass (2.870 m) nur runtergefahren. Auch ein 2tes Mal gefaellt es uns wieder sehr gut hier. Die ca. 10 km zwischen dem suedafrikanischen und dem lesothischen Grenzposten, fuer die man ca. 1 Std. braucht sind schon ein tolles Stueck ungeteerter Strasse. Einige der Serpentinen haben gerade mal den Wendekreis des Pajero.
Im Pub auf 2874 m (angeblich dem hoechsten in Afrika) gab´s wieder Gitarre und Gesang vom Huettenwirt. Unsere Gitarre kam auch noch zum Einsatz, aber nicht durch Lea oder Andrea sondern wir haben sie einem Mit-Musikanten geliehen.
Die Fahrt ein Stueckchen nach Lesotho hinein ist zwar landschaftlich sehr beeindruckend, aber dieser Landesteil ist so gut wie unbewohnt und so beschliessen wir, am naechsten Tag weiter suedlich noch einen kleinen Abstecher durch Lesotho zu machen.

Also wieder Border Posts (auch wieder sehr freundlich), Formulare ausfuellen, Paesse stempeln und wieder 7 Rand (ca. 60 Eurocent) Strassenbenutzungsgebuehr bezahlt.
Dafuer bekommen wir dann aber auch eine gut asphaltierte Strasse geboten, auf der es aber trotzdem nur zwischen 50 und 80 km voran geht, da sie in permanenten engen Kurven oft steil berauf und bergab verlaeuft. Ausserdem halten wir auch wieder haeufig an um Fotos zu machen und die grandiose Gebirgskulisse und die vielen Doerfer und lesotho-typischen Haeuseransammlungen zu bestaunen.
Es ist schon absolut faszinierend, wie inmitten des doch recht modernen Suedafrika ein Staat existiert, in dem immer noch Pferde und Esel das vorwiegende Transportmittel sind und deutlich haeufiger mit Ochsengespannen als mit Traktoren gepfluegt wird.
Zurueck auf suedafrikanischer Seite geht es dann wieder mal ueber nicht asphaltierte und sehr einsame Strecke bis nach Rhodes. Wir schaffen es dank Annes beherzter Fahrweise gerade kurz nach Einbruch der Dunkelheit dorthin.

Dieses kleine Gebirgsdorf liegt am Fuss des einzigen Skigebiets in Suedafrika. Der Ort hat ca. 3.000 schwarze und um die 50 weisse Einwohner. Im Walkabouts Inn gibt es eine sehr leckere Steinofen-Pizza
Das Ferienhaeuschen welches wir fuer eine Nacht bekommen, ist gut ausgestattet und hat sogar einen offenen Kamin mit schon aufgeschichtetem Feuerholz. So wird es ein gemuetlicher Abend bei grossem Kaminfeuer. Draussen ist es bei wunderbarem Sternenhimmel richtig kalt, nachts dann sogar unter Null.
Nach einem kurzen Tankstopp beim Hotel in Rhodes (dort stehen 2 Zapfsaeulen fast auf der Hauptstrasse) ist mal wieder ein Pass zu erklimmen. Ueber viele Serpentinen und mit herrlichen Ausblicken fahren wir zum 2.500 m hohen Naude´s Neck Pass hoch. Ueber hohes Verkehrsaufkommen koennen wir uns nicht beklagen: auf den 170 ungeteerten Kilometern bis Elliot begegnet uns nur 2 Autos.
Die letzten 250 km geht es dann wieder auf gut asphaltierter Strecke zuegig bis zurueck nach East London.

Wieder einmal eine kurze (na ja, fuer hiesige Verhaeltnisse jedenfalls) Runde (11 Tage und 2.100 km) die die Vielfalt in diesem Land beeinduckend gezeigt hat.

13.10.09 22:13


August / Sept. 09 einige Familienbesuche

Die Erste in der Reihe unserer Familienbesuche in diesem Fruehling war Lea. Sie hat die letzten Wochen Freizeit vor dem Start ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester (ab 1.10. im staedtischen Klinikum in KA) genutzt und ist noch einmal fuer ein paar Wochen zu uns gekommen.


Nur ein Woche nach ihr kam dann Anne. Sie hat gleich am Tag nach ihrer Ankunft ihr Praktikum hier begonnen. Sie arbeitet auf einer Grossbaustelle direkt am Meer. Dort soll Ende des Jahres ein 10-stoeckiges Hotel mit 400 Zimmern eroeffnet werden. Zeitweise waren dort ueber 1000 Arbeiter gleichzeitig im Einsatz. Es ist eines dieser  vielen Projekte die auf den grossen touristischen Aufschwung durch „twenty ten“ (die Fussball WM naechstes Jahr hier) hoffen.


Die Erfahrung, dass man als Praktikantin gleich mal zur Aufsicht und Kontrolle von Arbeitern eingesetzt wird, haette sie wohl auf einer deutschen Baustelle kaum bekommen. Vielleicht koennen wir sie ja noch ueberreden einen kleinen „Gastbeitrag“ ueber die vielen Erlebnis auf dem Bau hier zu schreiben !?


Eine weitere Woche spaeter trafen dann Andreas Schwester Isabel mit Tochter Miriam sowie ihr Bruder Michael mit Conny und Rike und Jonas hier ein. Sie waren mit einem Toyota Quantum von Kapstadt zu uns gekommen. Dieses Fahrzeug ist ein 10-Sitzer und eines der beliebtesten Minibus Taxi Modelle im ganzen Land.


Damit waren wir dann also zu zehnt, was doch eine ganz schoene Umstellung ist, nach so langer Zeit nur zu zweit (bzw. mit Lea oder Corinna ja zeitweise zu dritt). Unser Haus hier ist zwar nicht klein, aber fuer so viele Leute reicht es dann doch nicht ganz.


Daher haben Michael und Conny in einem B+B nur 2 Haeuser weiter, uebernachtet. Und somit haben wir dann das erste Mal seit wir hier sind die Eigentuemer dort gesehen und mit ihnen gesprochen. Und haben erfahren, dass der Mann aus Berlin stammt, seine suedafrikanische Frau fuer ueber 10 Jahre auch dort gelebt hat und sie dann doch lieber in East London leben wollten.


Leider mussten Anne und ich noch arbeiten. Aber trotzdem wurden die 6 Tage bei uns gut genutzt und sie haben doch so einiges hier und in der Umgebung gesehen.
Die Townshiptour in Mtansane (eines der groessten schwarzen Townships in SA) war auch fuer Anne und Lea sehr interessant und bei der speed-boat whale watching tour haben Andrea und ich endlich Wale von sehr nah gesehen.


Der 2-Tagesausflug nach Mazeppa Bay an der Wildcoast (um wenigstens ein bisschen „schwarzes“ Afrika zu sehen) fand Andrea auch als „Wiederholung“ noch spannend. Und bei der Mitfahrt in dem Quantum hat sie die Vorteile unseres Pajeros auf schlechten Strassen deutlich „erfahren“ koennen.

Nach 6 Tagen in EL war dann mal wieder eine Fahrt zum Flughafen und der erste der vielen Abschiede, die wir bis Mitte November noch vor uns haben, angesagt.
Andrea, Lea, Anne und ich sind dann direkt von dort zu einem 10 Tages Urlaub nach Nordosten losgefahren. Vielleicht fuer laengere Zeit das letzte Mal in dieser Konstellation.

Lea wird ja waehrend ihrer Ausbildung nur noch sehr begrenzt ihren Urlaub selber festlegen koennen. Anne ist durch ihre Vorlesungen und Klausuren auch immer recht stark von der Uni bestimmt und bei mir sind ja auch viele Urlaubstage durch Werksferien auch nicht frei waehlbar.

Wir wollen mit einem Stopp in Port St Jones („schwarzes“ Kuestenoertchen in der Transkei) nach Scottburg (ca. 50 km suedlich von Durban) fahren, um dort gemeinsam einen Tauchkurs zu machen. Auf dem Rueckweg ist noch ein kurzer Abstecher in die Drakensberge geplant.

18.9.09 20:51


Kleiner Alltagsbericht

16.08.2009 Der Sommer kommt

Hier geht der Winter langsam zu Ende, die Tage werden laenger und die ersten Stuerme und Starkwindtage sind wieder da. Der August ist hier als "the windy month" bekannt.

Nach Monaten mit nur sehr wenigen Regentagen ist der Garten supertrocken. Obwohl es zwischendrin schon durchaus mal nachts auf 10 Grad abgekuehlt hat, haben uns (d.h. eher Andrea) Fleecedecken gereicht und wir haben unseren kleinen Elektroofen nicht benutzt.

Dennoch ist dies natuerlich ein gute Zeit fuer Besuche in Deutschland und so war Andrea (wie viele andere Expat Frauen auch) dann fuer 3 Wochen Sommer daheim. Die Zeit war doch recht stark mit Familie, Arztterminen, Autokauf, Bank, Steuerkrams u.ae. gefuellt, so dass sie leider gar nicht alle sprechen und treffen konnte, die sie auf ihrer langen „Liste“ hatte.

Ich selber hab noch keine Ahnung, wann ich das naechste Mal fliegen werde, aber langsam wird es doch Zeit dafuer. Es ist jetzt ueber ein Jahr her, dass ich das letzte Mal in Deutschland war.

Dank des so bestaendigen Winterwetters wird praktisch jedes Wochenende bei jemandem oder irgendwo gegrillt, bei Praktikantenfesten, beim Life Saver Club Haus, im kleinen Kreis, beim Campen, oder beim Rugby Schauen (z.B. Suedafrika – Australien – Neuseeland Tri-Nations-Cup). Wir selber sind allerdings immer noch Wenig-Griller.

Es gibt Kollegen, die sogar 2 Grillstellen zu Hause haben, eine auf der Terrasse und eine im Haus !! Beim Geburtstags Potjiekos (traditioneller Eintopf) bei einer Kollegin waren zwischenzeitlich 4 Feuer im Einsatz.

Ich hatte / habe mir leider ein Rotatorenmanschetten-Impingment / Entzuendung in der linken Schulter geholt. Ich habe dann eine Weile mit paddeln und Mali-surfen ausgesetzt, aber das nuetzt nicht viel. Der Arzt hat gemeint, dass Gymnastik wichtiger ist als Sportpause und mit der Diagnose war ich natuerlich sehr zufrieden.

Leider bin ich in der letzten Zeit recht spaet (d.h. aber i.d.R nicht nach 17 Uhr, allerdings fange ich ja auch so gegen 6:30 Uhr an) von der doch recht hektischen Arbeit heimgekommen oder die Wellen waren zu hoch, so dass lange nicht mehr paddeln konnte. Aber fuers Malibu Board hat es doch so einige Male gereicht, und inzwischen klappt es schon ein wenig mit dem Knien darauf. Dabei hab ich mir dann die Zehen auf der Oberseite gut "aufgerubbelt".

Ich habe 2-mal bei einem mercedes internen Fussballspiel mitgekickt, Deutschland (hauptsaechlich Praktikanten) gegen Southafrica. Hat Spass gemacht, aber so ein Fussballfeld ist doch deutlich groesser als ein Basketballfeld und ich hatte richtig gut Muskelkater danach.

Eines der wenigen kulturellen Events hier hat vor allem Andrea sehr genossen. In Grahamstown, ca. 140 km von hier gibt es jedes Jahr ein riesiges 10-taegiges Artfestival mit hunderten von Auffuehrungen und Ausstellungen. Mit 3 anderen Expat Paaren waren wir ein Wochenende dort. Schon wegen der Unterbringung in der Victoria High School alleine hatte sich der Ausflug gelohnt.

So was kennt man bei uns eigentlich nur aus Filmen: Schlafsaele mit 8 Betten und fuer die Aelteren Mini Mini „Raeumchen“, morgens um 6 Uhr wecken, um 7:10 Uhr Fruehstueck fertig, abends nur in Gruppen und mit Begleitung raus, …. Interessant war auch die Fotogalerie mit den Abschlussjahrgaengen. Auf den aelteren Bildern nur weisse Maedels, dann ein oder 2 schwarze und dann jedes Jahr ein paar mehr schwarze.

Wir haben uns 4 sehr schoene Auffuehrungen angesehen und Andrea ist am naechsten Samstag dann gleich noch mal mit Freunden hingefahren. Gerade ist Lea noch mal hier um vor ihrer Ausbildung zu Kinderkrankenschwester einen letzten laengeren Urlaub zu geniessen und ein wenig zu relaxen. Anne wird auch bald fuer 6 Wochen kommen und hier 3 bis 4 Wochen Praktikum auf einer Baustelle machen.

Ausserdem erwarten wir Anfang September noch Andreas Schwester Isabel mit Tochter Miriam und Andreas Bruder Michael mit Conny, Rieke und Jonas fuer ein paar Tage bei uns.

16.8.09 17:10


Winterurlaub Juni 2009: Kalahari, Namibia und Nordwest SA

Teil 3, Winkhoek, Fishriver Canyon und durch die Karoo nach EL, 16.06 – 21.06.2009

Obwohl Windhoek die Hauptstadt und auch die groesste Stadt in Namibia ist, ist sie mit nur ca. 300.000   Einwohnern fuer europaeische Verhaeltnisse doch sehr uebersichtlich. Es gibt aber immerhin eine Mini Fussgaengerzone und auf dem zentralen Innenstadt Parkplatz gibt es sogar Parkuhren, aber natuerlich trotzdem schwarze Aufpasser.

Wir laufen kurz durch die Stadt und etwas laenger durch ein Art- and Craft Center. Dort gibt es auch ein nettes Cafe, mit leckerem Apfelkuchen und gutem Kaffee.

Danach verbringen wir einen sehr netten Abend mit Lumiette, die auch noch fuer uns kocht. Da doch noch einige Kilometer vor uns liegen, beschließen wir nach einigem Hin und Her, dass ein weiterer halber Tag in Windhock reicht und verabschieden uns nach einem spaeten Fruehstuck von ihr.

Beim Bummeln durch die Stadt werden wir von 2 jungen Schwarzen sehr freundlich in Deutsch mit deutlichem saechsischen Akzent angesprochen. Die beiden waren Teil einer Gruppe von ca. 400 Kindern die ab 1978 von der DDR als Fluechtlingkinder aufgenommen wurde, da sie entweder Waisen waren, oder ihre Eltern im Widerstand kaempften. Ausserdem erhoffte sich die Swapo eine „gruendliche“ sozialistische Erziehung dieser Kinder.

Die Swapo (South West Africa´s (so hiess ja Namibia frueher) people organisation) war damals Befreiungsorganisation und ist heute in der Regierung. Nach dem Mauerfall in Deutschland und der Unabhaengigkeit Namibias wurden die inzwischen Jugendlichen wieder nach Namibia zurueckgeholt. Die Probleme dieser jungen Menschen bei der Rueckkehr in eine fuer sie voellig fremde „Heimat“ kann man sich leicht selber ausmalen.

In der „Buecherlade“ haben sich Andrea und Lea dann gleich eines der beiden Buecher gekauft, welches die Geschichte dieser Kinder beschreibt.

Die 300 km von Windhuek nach Sueden, auf gut asphaltierter Strasse durch eher langweilige Steppengegend, sind nicht sehr spannend. Die riesige Ferienanlage am Hardapp Damm macht einen recht vernachlaessigten Eindruck. Alles etwas gammelig. Das Restaurant erinnert an 60er Jahre DDR Architektur, aber das Essen ist recht ordentlich.

Auf dem Campingplatz sind ausser einer Grossfamilie noch 2 kleine Zelte, was fuer die Gegend hier ja eher ungewoehnich ist. Ausserdem ist die (allerdings eh sehr gammelige Kueche) eindeutig „bewohnt“. Auch etwas seltsam.

Waehrend Andrea und Lea schon frueh im Zelt verschwinden, gehe ich noch kurz zum See um den Sternenhimmel von dort aus zu bewundern. Dabei komme ich nicht weit. An einem grossen Feuer vor der Kueche hocken 3 Maenner die mich gleich mal auf ein Bier einladen. Es stellt sich raus, dass die Küchen- und die Kleinzeltbewohner Ranger sind. Sie sind Teilnehmer eines 3-taegigen Workshops fuer die Nationalparks im suedlichen Namibia.

Es wird ein sehr interessanter Abend: zusammen haben die 3 (Weissen) ueber 85 Jahre Wildlive und Conservation Erfahrung und sind so richtige Outdoor People. Und haben somit jede Menge spannende Storys zu erzaehlen. Aber auch viel Kritisches zur derzeitigen Entwicklung in den Parks und in der Umweltschutzbehoerde.
Obwohl auch sie schon im Restaurant gegessen haben, braaien sie noch ihr Fleisch und auch muss noch ein Steak mitessen. Und wie immer bei einem Feuer ist fuer ausreichend Bier gesorgt.

Die naechste Attraktion kommt schon nach nur 200 km, ein Koecherbaumwald. Dabei ist der Begriff Wald etwas uebertrieben, der Abstand zwischen den Baeumen ist doch recht gross. Aber beeindruckend sind sie schon, einige Baeume bluehen herrlich, und die Gesteinsformationen auf und in denen sie stehen sind echt toll.

Von hier aus sind es noch weitere fast 300 km bis kurz vor den Fish River Canyon, nach der Namib und dem Etosha Nationalpark die Nummer 3 der Top Attraktionen in Namibia. Selbst die Ranger haben geraten nicht auf den Campingplatz im Park zu gehen, da der ueberteuert ist und ausserdem der Generator seit ein paar Tagen kaputt, so dass es sowohl mit der Strom- wie auch der Wasserversorgung schlecht aussieht.

So geht’s dann also stattdessen zur Guestfarm Canyon Roadhouse. Diese „Farm“ ist mit sage und schreibe 1.300 qkm ca. halb so groß wie das Saarland. Und auf dieser Flaeche gibt es ein Restaurant, einigen Gaestezimmer und 12 supertolle Campmoeglichkeiten. Riesige Einzelplaetze mit viel Abstand zum Nachbarn, schoenen grossen Baeumen, Strom und Wasser am Platz, einem grossen Braii mit Lampe, 2 Campkuechen und grosse saubere Sanitaeranlagen. Es fehlt eigentlich nur das Grass, aber das waere in dieser Gegend dann doch ein wenig viel verlangt.

Am Fishriver Canyon Nationalpark passt der Preis mal wieder nicht zur Leistung. Einziger Lichtblick ist der sehr freundliche Ranger an der Rezeption. Es gibt keine Karte oder Info-Broschueren und auch an den Aussichtspunkten am Canyonrand gibt es keine Infotafeln o.ae.

Aber wenigstens ist der Canyon schon sehr beeindruckend und wir laufen ein ganzes Stueck am Rand entlang. Wie meinte der Ranger so schoen: “you can´t get lost, just keep the canyon to your left on the way out and to your right on the way back”. Es gibt keine Absperrungen oder sonstige Sicherungen und somit ist es umso unverstaendlicher, warum es Tagesbesuchern verboten ist, den Weg ins Tal zu benutzen. Angeblich zu gefaehrlich !

Man kann eine 5 Tages Tour im Canyon machen, fuer die man sich aber sehr lange vorher anmelden und sogar ein Gesundheitszeugnis vorlegen muss. Die Wanderung ist sicherlich nicht anspruchslos, da man alles mitnehmen muss. Außer Trinkwasser, welches es an einigen Stellen gibt, muss man alles mitschleppen. Und geoeffnet ist der Weg nur im Winter, da im Sommer die Temperaturen unten bis zu 60 Grad erreichen.

Am Beginn des Trails sehen wir das einzige Schild im Park: „walking down for dayvisitors strictly prohibited“. Das reizt natuerlich und somit laufe ich ca. dreiviertel der Strecke runter und wieder rauf in etwas mehr als 1,5 Stunden. Der Weg ist zwar durchaus steil und steinig, aber ich habe an keiner Stelle die Kette benoetigt, die es an einigen steilen Stellen gibt, und auch nirgendwo die Haende benutzt. Mit schwerem Rucksack zwar sicherlich recht anstrengend, sonst aber nicht sehr anspruchsvoll.

Am Abend gibt es dann noch mal ein letztes Lagerfeuer, bevor wir den „Rueckweg“ antreten. Die 250 km bis zur Grenze sind ein schoener Namibia Abschluss: die leere ungeteerte Strasse fuehrt durch faszinierende Fels- und Gesteinsformationen. Erst am Orange River wird es dann wieder gruener.

Die Beamten auf der namibianischen Seite sind zwar reserviert, aber nicht unhoeflich, kurz ins Buero, wieder mal ein langes Formular ausfuellen, Stempel in den Pass, das war´s.  Dann geht’s ueber den Orange River und drueben werden wir sehr freundlich und laut mit „welcome back home“ begruesst und bekommen einen „Laufzettel“ mit 3 „Stationen“. Den lassen wir uns dann also bei Immigrations, beim Zoll und bei der Polizei abstempeln und duerfen dann wieder ins Land.

Ueber nun wieder gut asphaltierte Strassen geht es zuegig durchs Western Cape. Die ganze Westcoast von SA und vor allem dieser Bereich, das Namamqualand, ist im Fruehjahr ein gigantisches Bluetenmeer und beeindruckendes Farbspektakel welches tausende Touristen anzieht.

Abends haben wir mal wieder Glueck mit unserer Unterkunft. In einem kleinen, unscheinbaren Ort bekommen wir fuer den 3-Personen-Preis ein grosses Haus mit 6 Betten. Der ca. 60jährige Vermieter ist gleichzeitig Betreiber des einzigen Pubs am Ort, nebenbei noch Hobbybiologe und er schreibt Artikel ueber die Blumen in der Gegend. Bevor er hierher aufs Land gezogen ist, war er Anwalt in Capetown und muss dort richtig gut Geld verdient haben. Aber irgendwann war im die Grosßstadthektik und auch die Sicherheitslage zu stressig und so hat er sich halt „ein wenig“ umorientiert.

Unsere letzte Station ist Graaf Reinett, die kleine „Oase“ in der großen und sehr ariden Karoo. Auch hier finden wir trotz Wochenende problemlos eine kleine Ferienwohnung, die sogar Heizdecken und Waermeflaschen hat. Es ist schoen mal wieder ein wenig in einem Ort spazieren zu koennen, allerdings wie immer natuerlich nur bevor es dunkel wird.

Zum Abschluss der Rueckfahrt fahren wir noch zum Valley of Desolation hoch, laufen dort einen ca. 1 stuendigen kleinen Rundweg und geniessen, wie schon zu Anfang des Jahres, wieder die tollen Weitblicke ueber die unedlichen Weiten der Karoo. Dann noch eine kleine Fahrt durch den Teil des Campedo NPs in dem es einige Steppentiere gibt und von dort sind es noch mal 440 km bis nach Hause.

Insgesamt sind wir in 23 Tagen 6.600 km gefahren, hatten nur am letzten Tag einige heftige Gewitter und ein paar Mal wolkige Tage. Die weiten Strecken lassen sich aber dank nicht vorhandenem Verkehr vergleichsweise stressfrei bewaeltigen. Trotzdem haben wir es nicht bis in den Norden Namibias mit diversen Highlights (Etosha NP, Wasserfaelle an der Grenze zu Angola, Caprivi Streifen NP nach Botswana rein) geschafft und muessen wohl noch mal wiederkommen.

10.8.09 19:42


Winterurlaub Juni 2009: Kalahari, Namibia und Nordwest SA

Teil 2, von der Grenze bis zum Atlantik und nach Winkhoek 05.06 – 15.06.2009
 

Vom kleinen Grenzposten in Mata Mata geht es auf die C16, eine der typischen namibianischen ungeteerten Strassen. Namibias Strassen sind mit den Buchstaben B, C, D und M bewertet und dann einfach durchnummeriert. Viele der C Strassen sind oft unglaublich breit (z.T. gut 6 Fahrspuren) und genauso unglaublich staubig. Die wenigen entgegenkommenden Autos (oft weniger als 1 Auto pro Stunde) erkennt man schon lange vor der Begegnung an der Staubfahne. Ueberholen ist zum Glueck nur ganz selten noetig und nicht sehr angenehm, wenn nicht gerade der Wind fuer klare Sicht sorgt.

Die Qualitaet der Strassen ist ueberwiegend wirklich gut und die Namibianer sind sehr stolz auf sie und ihre Instandhaltung. Diese wird durch eine Vielzahl permanent arbeitender Grader-Teams gewaehrleistet. Kleine Teams fahren mit einem oder zwei Gradern wochenlang ihre Route ab und leben dabei im mitgefuehrten Wohnwagen. Im Sommer ein absoluter Hoellenjob.

Hinter einem Grader ist die Piste oft fast so gut wie eine Asphaltstrasse und je laenger das letzte grading her ist, umso schlechter ist dann der Strassenzustand. Diese i.d.R gute Qualitaet fuehrt dazu, dass vor allem Touristen oft deutlich zu schnell unterwegs sind, und daher trotz kaum vorhandenem Verkehr immer wieder boese Unfaelle passieren.

Nach den z.T. doch sehr ruetteligen nicht asphaltierten Strecken in Suedafrika wissen wir diese gute Strassenqualitaet zu schaetzen. Ohne Ampel, Stoppschild und Ortsdurchfahrt sind die 300 km bis Mariental in etwas unter 3 Stunden gut zu fahren. Die Landschaft ist durchaus abwechslungsreich, wenn auch Braun-, Gelb-, Orange- und Ockerfarben in allen Varianten eindeutig dominieren. Und natuerlich immer die schier unendliche Weite.

Lustig ist der deutsche Radiosender, den wir dann im Umkreis von Mariental empfangen koennen: Sehr altmodisch klingendes Deutsch und die Sprecher hoeren sich sehr amateurhaft an. Leider hatten wir die, aus der Fidel Castro Strasse Nr. 5 in Windhoek entlaufene Katze nicht gesehen. Und mal wieder ein Hoerspiel aus der 5-Freunde Reihe zu hoeren ist doch wirklich nett und irgendwie nostalgisch.

Da die „Stadt“ Mariental mit ihren ca. 15.000 Einwohnern fuer ein paar Tage unser groesster Ort sein wird, kaufen wir dort noch mal gut ein und besorgen uns auch eine Simm Karte fuer das Handy. Ausserdem halten wir uns an die Regel, immer zu tanken, wenn es Sprit gibt, egal wie viel noch im Tank ist. Und wir freuen uns, dass sowohl die suedafrikanische Bankkarte wie auch meine Tankkarte hier problemlos funktionieren. Da der namibianische Dollar 1:1 am Rand haengt, werden in allen Geschaeften auch ueberall Rand akzeptiert.

Wir fahren dann noch etwas ueber 100 km auf Asphalt bis Maltahoehe, wo es ausser 2 kleinen Tankstellen, einem Mini Laden, einer Bankfiliale (aber ohne ATM (Automat)) sogar ein schoenes kleines Artcenter gibt. Eine wirklich nette Sammlung von Arts und Crafts aus dem ganzen suedlichen Afrika. Da der Eigner dort sehr nett ist und mit seiner franzoesischen Mutter zusammen auch noch ein Backpackers (mit fuenf 2-Bett-Zimmern) betreibt, goennen wir uns zur Abwechslung mal wieder ein Bett.

Weiter geht’s dann Richtung Westen und in die nun richtig duenn besiedelten Gegenden. In der Gesamt-Namibia Karte ist hier jede einzelne Guestfarm und jede Tankstelle eingezeichnet. 30 km vor dem beruehmtesten Naturwunder Namibias, dem Namib Duenenfeld, zelten wir in einer sehr schoen angelegte und gepflegten Guestfarm. Das viele Gruen dort gibt einem schon fast das Gefuehl einer kleinen Oase. Wir sind die einzigen Gaeste, sowohl die Bungalows wie auch der Zeltplatz sind komplett leer.

Eigentlich waere es schoener gewesen im Namib NP zu zelten, aber wir boykottieren die Preispolitik des NWR (Namibian Wildlife Ressort, halbstaatliche Organisation, die nicht viel auf die Reihe kriegt). Fuer 3 Personen ueber 60 Euro fuer einen Platz im Sand sind vielleicht fuer Europaer, die italienische und suedfranzoesische Preise gewohnt sind, akzeptabel, wir empfinden das als glatte Unverschaemtheit. Vor allem in Anbetracht des total miesen Services. Es gibt noch nicht einmal eine Karte vom Park und das Personal ist total muffig.

Auch im Park selber sind die Hauptattraktionen ueberhaupt nicht beschildert. Wir finden sie teilweise nur dank der Karten in unserem deutschen Reisefuehrer. Die Duenen sind aber wirklich grandios. Und die 300 m, die sie hoch sind, erschließen sich eigentlich erst beim Raufklettern. Insgesamt hat dieses Duenenfeld eine Ausdehnung von ca. 300 km in Nord-Sued Richtung und 100 km in Ost West und der gesamte Namib-Naukluft NP ist mit 49.000 qkm etwas groesser als Niedersachsen.

Vom Gate des Parks aus kann man 60 km auf einer guten Asphaltstrasse zwischen den Duenen fahren. Am Ende gibt es dann noch 5 km tiefen Sand, den der Pajero aber mit ein wenig aus den Reifen abgelassener Luft locker bewaeltigt.

Wir besteigen mehrer Duenen und sind total fasziniert von 2 Begegnungen mit Oryx Antilopen. In dieser sandigen Umgebung rechnet man irgendwie nicht mit so grossen und schoenen Tieren. Aber auch 3 Strausse laufen nicht weit von uns vorbei.

Nächste Station ist der Naukluft Teil des Parks. Diesmal hat der Platz im Park „normale“ Preise und dazu ist hier auch das Personal viel freundlicher. Wir laufen den 4 stuendigen Olive Trail, wunderschoen erst auf einen Bergruecken hoch und dann lange durch eine ganz enge Schlucht wieder zurück, ein kleines Stueck sogar mit Ketten gesichert.

Fuer den Naukluft Trail am naechsten Tag benoetigen wir ueber 7 Stunden und sind die Einzigen, die den an diesem Tag laufen. Auch wunderschoen. Fuer richtig Anspruchsvolle gibt es einen 8 Tages Trail mit Uebernachtungsmoeglichkeiten in einfachen Selbstversorgerhütten. Der Walk ist nur im Winter geoeffnet (im Sommer ist es zu heiss und trocken) und muss lange im Voraus gebucht werden.

Ueber Solitaer geht’s dann weiter nach Swakopmund. Da Solitaer in der Karte als Ort eingezeichnet ist, fahren wir erst mal aus Versehen dran vorbei. Die Tankstelle, das eine Restaurant, den (deutschen) Baecker, das Farmhaus und den Campingplatz hatten wir nicht als Ortschaft erkannt.

Swakopmund (mit ca. 30.000 Einwohnern die viertgroesste Stadt in Namibia) liegt in dichtem Nebel, den die kalte  Atlantikluft hier regelmaessig erzeugt. Entsprechend ist es feucht, klamm und kalt und so beziehen wir dann einen kleinen Bungalow in einer grossen Ferienanlage. Von hier aus koennen wir das Auto stehen lassen und zu Fuss in den Ort. Dieser war frueher mal ueberwiegend von Deutschen bewohnt. Obwohl die Deutschen inzwischen nur noch ein Minderheit sind, hoert man doch ueberall deutsch und es gibt viele deutsche Geschaefte.

Highlight fuer uns ist die Paddeltour mit Leon. Wir 3 sind an dem Tag die einzigen Gaeste und werde durch teilweise sehr tiefen Sand zu einer grossen Robbenkolonie gefahren. Dort geht’s dann in die Paddelboote. Da die Robben im Wasser in ihrem Element sind und sich sicher fuehlen, kommen sie ganz neugierig ganz nah zu uns. Sie lassen sich sogar anfassen und eine Robbe versucht immer wieder bei uns auf dem Kanu ein Ruheplatzchen zu finden.

Anschließend fahren Lea und ich noch ein 1,5 stuendig Quadbike Runde mit Fuehrer und auf genau festgelegten und freigegebenen Sektoren durch die Duenen. Sicherlich oekologisch durchaus fraglich, aber jedenfalls mit einem sehr hohen Spassfaktor.

Nach 3 Naechten in Swakop geht´s weiter zur Spitzkoppe. Ein Natur Reserve welches von einer lokalen schwarzen Gemeinde betrieben wird. Entsprechend langsam und „amateurhaft“ geht’s an der Rezeption zu. Aber dafuer sehr freundlich und sichtlich stolz auf „ihr eigenes“ Reserve. Es gibt sogar ein paar sehr einfache Cabins, ein Mini Restaurant und sogar eine Dusche am Parkeingang.

Die einzelnen „Campsites“ sind ueber das ganze Gebiet verstreut und von vielen dieser Plaetze aus sieht man keinen einzigen „Nachbarn“. Auch sonst ist der „Platz“ nur an einer kleinen Nummer an einem Baum zu erkennen, keine Braaistelle, kein Licht, kein Wasser und keine Toilette geben einem echtes Naturcampingfeeling. Die Felsformationen sind total faszinierend und das Rumlaufen dort macht echt Spass.

Der letzte Zwischenstopp auf dem Weg nach Windhoek ist die Amib Ranch, eine „kleine“ Guestfarm auf der es auch Giraffen, Zebras und andere Steppentiere gibt. Vom Gate bis zum sehr schoenen Campingplatz sind es 9 km und insgesamt ist die Farm 140 qkm gross. Platz genueg fuer einige gut ausgeschilderte Wanderwege und sogar einen echten Klettersteig. Ausserdem ist die Farm bei Kletterern beliebt, da es eine ganze Menge gut abgesicherter Routen gibt.

Von dort geht es dann ueber eine gute Asphaltstrasse, die aber wg. unendlich langer Baustellenabschnitte deutlich langsamer ist als die C-Strassen, nach Windhuek, wo wir bei Lumiette uebernachten wollen. Wir haben sie und ihren Mann im Namib NP kennengelernt. Ein sehr nettes franzoesiches Paar. Matthias arbeitet bei der Unesco und ist gerade fuer eine Woche auf einem Kongress in Ghanah, so dass sie sich freut, Gesellschaft im Haus zu haben.

10.8.09 08:51


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