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Kurzer letzter Urlaub März 2011: Addo, Baviaanskloof, Tsitsikama

Wie so oft starten wir mal wieder einen Tag später als geplant. Andrea macht sich doch recht viel Mühe für Ihren Abschied auf Station: für jedes Kind eine Überraschungstüte mit (gesunden und praktischen) Kleinigkeiten, noch ein letztes Mal Knete produzieren und genug Amerikaner für Kinder, Mütter und Schwestern backen. Und bei der Arbeit komme ich auch nicht wie geplant gegen 10 Uhr weg sondern erst am Nachmittag.

Dadurch dass wir den Tag später dran sind, schaffen wir es, uns zum Mittagessen mit Claudia und Peter im Addo NP zu treffen. Die beiden sind vor fast einem Jahr nach D zurückgegangen und sind auf einer kleinen Urlaubstour von Kapstadt nach J´burg.

Nach einer kleinen Gameviewing Runde, auf der wir aber leider überhaupt keine Tiere zu sehen bekommen, beziehen wir unsere Unterkunft am Spekboom waterhole. Die dort fest installierten 2 Personen Zelte stehen für unseren Geschmack etwas arg im Gebüsch und haben daher keinerlei Aussicht. Allerdings sind es ja nur ein paar Meter zum Hide an der Wasserstelle und dadurch, dass es dort nur 5 Zelte gibt ist die Buschatmosphäre und Ruhe schon toll.

Das Camp ist recht neu, sehr sauber und hat gute Duschen und Sanitäranlagen. Außer 3 Elefanten die mal kurz vorbeischauen tut sich aber nicht viel. Da der ganze Park zurzeit unglaublich grün ist, finden die Tiere auch abseits der Wasserstellen genug saftiges Grünzeugs.

Da es am Abend und in der Nacht recht viel regnet ist am nächsten Tag der 4x4 Track im Park leider gesperrt. So fahren wir als Alternative den (ungeteerten) Zuurberg Pass und auf sehr einsamen Farmwegen auf der Nordseite des Parks nach Steytlerville.

In dieses Karoo Kaff verirren sich sicherlich nur sehr selten mal Touristen. Die einzige echte Attraktion des Ortes ist das Karoo Theatrical Hotel. Das wiederum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor ca. 8 Jahren haben Mark und Jacques das völlig heruntergekommene Gebäude gekauft. Und seitdem haben sie es restauriert, erweitert, renoviert, einen tollen Garten angelegt und eine kitschig–originelle Inneneinrichtung (inclusive gigantisch großem Billard Tisch) installiert. Inzwischen haben sie auch noch 14 Katzen und 3 Hunde „adoptiert“.

Das besondere an dem Hotel ist aber, dass es gleichzeitig als Theater fungiert und die beiden jeden Samstag eine Musik-Commedie-Tanz-Travestie Show bieten. Mark ist gelernter Pianist und Klavierbauer und war jahrelang in Europa auf Tourneen. Daher auch die ca. 8 Klaviere und 3 Flüge die im Gebäude verteilt sind. Zu der Show gehört ein 3 Gang Candlelight Dinner, welches die beiden vor ihrer Performance selber zubereiten und servieren. Echt ein witziges und sehr nettes Paar, achja mit zum Inventar gehören auch noch 24 Katzen und 4 Hunde.

Wir haben schönstes Wetter dort und freuen uns über den riesigen Pool, aber die beiden erzählen uns, dass es am Vorabend ein unglaubliches Gewitter mit Hagel und Starkregen gab und daher der Fluss zum ersten Mal seit Jahren wieder extremes Hochwasser hat. Da dieses am nächsten Morgen schon deutlich zurückgegangen ist, sind wir optimistisch und machen uns auf den Weg nach Grootrivierpoort.

Nach 60 km guter Farmroad, 15 km rauer Strasse und 5 km steiler, enger und etwas anspruchsvollerer Piste stehen wir vor einem gut 200 Meter breiten, braunen und reißenden „Bach“. In normalen Zeiten stehen hier i.d.R. nur einige Wasserlachen. Tja, da gibt es definitiv heute und wohl auch morgen kein Durchkommen. Schade, auf der anderen Seite wären es nur noch ca. 50 km schöner Strecke bis Patensie gewesen.

Die Umfahrung würde bedeuten nach Steytlerville zurückzufahren und dann fast 150 km „außen rum“. Wir entschließen uns komplett umzuplanen und von der anderen Seite in die Kloof zu fahren. Somit bekommen wir die durchaus schöne Nordseite der Baaviansberge zu sehen und begegnen auf den 150 km bis zur Uitspan Guest Farm gerade mal 5 Autos. Etwas nervig und durchschnittsgeschwindigkeitssenkend sind die vielen Farmtore die wir (d.h. Andrea) auf und zu machen müssen. Einmal müssen wir eine Schildkröte aus dem Weg räumen die so groß ist, dass ich selbst mit meinem Pajero nicht darüber fahren möchte.

Auf Uitspan gönnen wir uns statt zu zelten ein wunderschön erhöht gelegenes kleines Chalet. Herrlicher Weitblick übers Tal, unglaubliche Ruhe und nachts dank keinerlei Lichter rundrum ein toller Sternenhimmel.

Am nächsten Tag geht’s in die zur Farm gehörende Kloof. Am letzten Ausstieg ist sogar ein Drahtseil installiert. Für hiesige Verhältisse doch eine echter Luxusausbau des Weges ! Oben dann aber wieder das übliche: Wie hatte die Farmerin gesagt: “at the top just keep right, get out of the riverbed and follow the ridge back to the top of the farm”.

Es gab aber mehrere Seitentäler aus dem Flussbett und alle sahen ähnlich unwegsam und steil aus. Und nach einiger Kraxelei oben angekommen war auch nix mit: „follow the ridge“. Das Gelände war sehr „wellig“ und unübersichtlich und reichlich buschig. Und nach ca. 2 Stunden dort oben war dann auch durchaus nicht mehr so klar, ob wir den kürzesten Weg zurück zum Ausstieg der Kloof finden würden.

Aber Ende gut, alles gut, etwas zerkratzt und ziemlich schwarz (von dem vielen verkohlten Gehölz) haben wir den Einstieg in den dann wieder sehr guten Pfad zu Farm runter dann doch gefunden.

Die nächste Etappe ist sehr kurz, schon nach nur 10 km bleiben wir bei Peter auf der Farm Outspeek hängen. Der gute Mann ist 70 Jahre alt und lebt alleine mit ein paar coloured Helfern auf der Farm. Er hat ein paar Schafe, Ziegen, Kühe, Truthähne, Pfauen und (ungewollt) eine Menge riesiger Schildkröten. Er war mal Landschaftsgärtner und eines seiner Hobbies und wohl Nebenverdienst ist die Zucht von Bonsai Bäumchen.

Wir bleiben in dem Baumhaus, welches er selber total liebevoll in einen riesigen Baum „reingebastelt“ hat. Fühlte sich etwas an wie auf einem Schiff, was auch daher kommt, dass Peter mal die Welt umsegelt hat und eine zeitlang Boote gebaut hat. Mit Freiluftdusche und WC und mit der Möglichkeit das „Dach“ über dem Doppelbett komplett aufzumachen.

Auch hier wieder unser „normales“ Programm: auf einem kaum zu identifizierenden Pfad hoch, oben eine Runde gedreht, einige Tiefblicke genossen, auf einem anderen Weg wieder runter und den Rest des Nachmittags relaxed und die unendliche Ruhe des Tals genossen.

evor wir am nächsten Tag weiterfahren bewundern wir noch Peters alten Chevrolet. Baujahr 1931 ! Und das Ding fährt tatsächlich noch! Den uralten Ultralight Flieger den er auch noch rumstehen hat benutzt er aber jetzt doch nicht mehr: der Motor hat ab und zu Aussetzer!

Auf der Farm Bo-Kloof laufen und klettern wir auch noch mal eine superschöne und richtig enge Schlucht rauf so weit es geht. Wie auch schon auf Uitspan begleitet uns der Farmhund die ganze Strecke. Nach dem Walk fahren wir noch die 50 km bis vor das Baavians Naturschutzgebiet und zelten auf dem ruhigen kleinen Platz der Dooringkloof Farm. Das Geld für die Übernachtung schieben wir einfach unter der Tür der nicht besetzten „Rezeption“ durch. Auch so was gibt’s in SA !

Nach etwas Hin und Her entschließen wir uns doch zum 4ten Mal die „Hauptstrasse“ zu fahren und nicht die mögliche Alternative, eine echte 4x4 Strecke (zu großen Teilen über Farmgelände). Im Gegensatz zur Fahrt nach den Weihnachtsferien ist es diesmal total ruhig und wir begegnen gerade mal 2 Autos auf den 60 rauhen km über die 4 Pässe. Aber die Strecke begeistert uns wieder einmal und wir bleiben oft stehen und bewundern die Tiefblicke.

m Tsitsikama NP nehmen wir uns eines der kleinen Forest Huts und laufen über die 2 neuen und die alte Hängebrücke und steigen dann dahinter zu dem schönen Aussichtspunkt hoch. Die Wellen sind sicher höher als 3 Meter (es gab sogar eine Hochwellenwarnung im Radio): man kann da stundenlang zuschauen und die Geräuschkulisse der Brecher ist beeindruckend.

Am nächsten Tag ist das Wetter erfreulicherweise besser als angekündigt, zwar trüb, aber sehr warm. So geht’s dann ein Stück den berühmtesten Wanderweg von SA, den Otter Trail entlang. Diesmal laufen wir ein Stück weiter als eigentlich erlaubt und erreichen tatsächlich nach nur 2 Stunden die erste Hütte des 5-Tages-Walks.

Dann müssen wir leider die Heimreise antreten, aber legen doch noch einmal einen Stopp im Addo ein. Und diesmal haben wir Glück: wir verbringen weit mehr als eine Stunde mitten in einem echten Elefantengetümmel. An einer Straßenkreuzung begegnen sich gerade mehrere Familien / Gruppen mit vielen Jungen. Plötzlich sind mehr Elefanten dicht um uns herum als uns eigentlich lieb ist und wir fahren ein ganzes Stück rückwärts um ein wenig Sicherheitsabstand zu bekommen.

Die „Show“, die einige der Kleinen abliefern ist einfach toll, sie kämpfen miteinander, die Kleinen ärgern die Grossen, ein ganz Kleiner versucht sich im Trompeten und ein anderer verscheucht immer wieder ganz energisch ein paar Warthogs (Wildschweine). Später gesellt sich noch eine große Gruppe (um die 20) Büffel dazu und dann sehen wir auch noch eine richtig große Herde Kudus.

Durch das lange Zuschauen ist es uns dann zu spät zum Heimfahren und so zelten wir ein letztes Mal im Park. Leider wird das keine so tolle Nacht: erst ist es unglaublich warm und wir lassen das Überzelt weg, dann haben einige der Wohnmobile in unserer Nähe anscheinen Klimaanlagen o.ä. die immer wieder mit ziemlichem Lärm angehen und schließlich fängt es an zu regnen. Also raus und Überzelt drüber, wodurch es dann im Zelt noch wärmer wird.

Aus dem Regen wird später ein Schütten, aber erstaunlicher- und erfreulicherweise hält unser altes kleines Salewa Zelt tatsächlich dicht. Zum Glück haben wir Regenjacken und –schirme dabei, was aber auch nicht verhindern kann, dass wir am Morgen, bis alles irgendwie ins Auto geschmissen ist, pitsche-patsche naß sind. Zum Glück ist es warm und das Camp hat eine Küche in der wir frühstücken können.

Die letzten 30 km aus dem Park raus sind dann recht beeindruckend. Nicht bzgl. Tiere, sondern wegen der Wassermassen. Eigentlich kennen alle Leute den Addo als einen sehr trockenen Park. Dass es hier echt überschwemmte Wege und reißende Bäche geben kann, kann sich sicherlich kaum jemand vorstellen.

Auch auf den 300 km (von insgesamt fast 1.700 km) bis nach EL schüttet es fast die ganze Zeit und dort angekommen steht in einigen Strassen das Wasser schon in richtigen kleinen Seen und es fließen echte Sturzbäche in den Rinnsteinen und unser Pool im Garten läuft fast über. 

19.3.11 06:52


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Die letzten 3 Monate, Sommer, Jan bis März 2011

Anders als bei allen Urlauben vorher hatte ich diesen Sommer nach der Heimkehr von Namibia noch über eine Woche frei bis es im Werk wieder losging. Und das war richtig schön. Immerhin wohnen wir ja in einer Gegend in die andere Leute zum Urlaub machen kommen.

Silvester waren wir zu einer großen Bring and Braai Party mit Hüpfburg bei Colleen eingeladen. Andrea kennt sie recht gut von Pilates und vom Buchklub. Als dann die Wettervorhersage für den Abend aber recht schlecht war, wurde das Fest kurzfristig abgesagt. Aus uns nicht so ganz erklärbaren Gründen (immerhin kannten sie mich ja überhaupt nicht) waren wir zusammen mit einem anderen Paar dann doch noch eingeladen.

Es war ein sehr netter Abend und dank fast einer Stunde draußen stehen zum Tschüs Sagen hat es dann tatsächlich bis Mitternacht gelangt. Viele Weiße legen hier gar keinen besonderen Wert darauf, bis Mitternacht aufzubleiben. Dann kann man ja am nächsten Tag nicht früh aufstehen J ! Und private Feuerwerke sind strikt verboten und es gibt auch kaum irgendwo Kracher, Knaller oder Raketen zu kaufen. Das Risiko von Feuern (vor allem in den Townships) ist einfach zu groß.

Am Ersten war dann leider recht trauriges Wetter, es hat fast den ganzen Tag geregnet und war so nebelig, dass in Nahoon sogar der Strand für Schwimmer geschlossen war, weil die Lifesafer nicht weit genug sehen konnten.

Das hat aber die tausende von Schwarzen nicht abgehalten, ihren rituellen Ein-Mal-Im-Jahr Strandbesuch durchzuführen. Auf den Parkplätzen in Strandnähe standen jede Menge Zelte und überall wurde gebraait und fanden große Familienfeiern statt. Zumindest am Nachmittag war es dann trocken und wir haben uns das bunte Treiben bei einem Strandspaziergang aus der Nähe angeschaut (als einzige Weiße).

Das Wetter blieb dann recht lange wechselhaft mit sehr vielen Wolken und doch so einigen Schauern. Allerdings ist das angenehme hier an der Ostküste, dass es dabei trotzdem so warm bleibt, dass wir nie einen Pulli gebraucht haben und auch kurze Hosen völlig reichen.

Uns hat es insgesamt nicht viel ausgemacht, bei schönem Wetter war Strand, Paddeln, Malibusurfen und Radeln angesagt, bei Regen gab es auch genug im Haus zu tun, Papierkram zu erledigen, Rückkehr vorzubereiten, Fotos sortieren, …. Aber für die vielen Urlauber hier und die Familien deren Kids ja Sommerferien hatten, war es manchmal etwas frustrierend. Und auch viele unserer Praktikanten hatten das wohl etwas anders erwartet.

Für die Gegend hier, die ja so lange unter massiver Trockenheit gelitten hat, war es ein Segen. Der dann allerdings in einigen Gebieten ins Gegenteil umgeschlagen hat: der Orange River und auch kleinere Flüsse hatten massives Hochwasser und es gab Überflutungen in einigen Gegenden.

An meinem ersten Arbeitstag dann eine unangenehme Überraschung: eine Arbeitskollegin war nur kurz im Büro um ihre privaten Sachen zu packen und war dann weg. Echt hammerhart. Die eh schon kurze Kündigungsfrist von nur einem Monat hat sie nicht gejuckt, anscheinend brauchte sie kein Zeugnis vom Daimler.

Da diese Kollegin in unserer kleinen (wir waren 4) Antriebstrang Gruppe gearbeitet hat, war (und ist) das für uns und mich ein ziemlicher Schlag gewesen und verschafft uns verbliebenen 3 natürlich so einiges an Mehrarbeit. Und eine Nachbesetzung geht natürlich nicht von heute auf morgen, muss ausgeschrieben werden, …..

Mitte Januar hatten wir ein sehr schönes Wochenende mit Cathrin, Olaf, Uwe und Familie Straub in der Nähe von Port Alfred (ca. 150 km von hier). In 2er Kanus sind wir vom Strand aus ca. 9 km den Kleinmonde River raufgepaddelt und dann noch 4 km in einem kleinen Game Reserve bis zu einer coolen Hütte gelaufen. Basic (Donkey-Duschen (mit Holz einzuheizen)), Plumpsklo, 2 große offene Schlafräume, große Holzveranda und natürlich große Braai Area), aber sauber und toll gelegen.

Dann hatte ich einen (sehr netten) Dienstreise Kollegen zu betreuen, eine Woche später waren wir mit meinem potentiellen Nachfolger und seiner Frau bei meinem Chef, haben (Andrea mehr als ich) noch ein paar mal im Kino die niedrigen Preise ausgenutzt, Andrea war donnerstags beim Drumming (trommeln) und Firedancing, es gab eine supertolle One-Man-Comedie Show eines „coconut Schwarzen“ (outside brown, inside white) und wir hatten ein letztes Mal Besuch aus Deutschland.

Antje und Stefan, die ich beide aus der Schulzeit kenne, hatten eine 2-wöchige geführte Motorradtour im Norden und Nordosten gemacht und waren zum Abschluss noch für 2 Nächte bei uns. Es war echt super, dass ich mir frei nehmen konnte und so hatten wir 2 wirklich schöne Tage mit den für uns zwar „üblichen“, aber immer wieder schönen Ausflugszielen: Paddeln in Areena, Kaffee mit herrlichem Meerblick und langer Beachwalk in Chinza, Schlendern und Beobachten in der „schwarzen“ „Innenstadt“, Boardwalk und Footprint Cafe am Nahoon Reef, ….

Und Sommerzeit heißt hier auch immer Zeit der vielen großen Sportevents. Den Halb-Ironman-Triatlon wollten Uwe (20 km Laufen), Olaf (80 km Rad) und ich (1,6 km Schwimmen) eigentlich als Team mitmachen, aber leider haben wir den Anmeldetermin verpennt. Also hat Andrea dann „vorgelegt“ und hat zuerst mal den Pennypincher 10 km Lauf und dann die Woche danach gleich noch den 15 km Tomato Trott mitgemacht. Jeweils motiviert von Freundinnen, die sie einfach mal mit angemeldet haben J ! Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr, haha!

Als Highlight der Laufaktivitäten gab es dann „the Surfers“: insgesamt 17,5 km entlang der Küste. Erst ca. 6 km über ziemliches Gestein und felsige Küste, dann durch den Gonubie River schwimmen, danach 5 km durch Gonubie und schliesslich nochmals 6 km Strand entlang und kurz vor dem Zieleinlauf noch durch den Nahoon River. Dank sehr tiefer Ebbe war es dieses Jahr deutlich leichter als letztes Jahr, aber nach 1:55 Std in der Mittagshitze war ich doch ziemlich k.o. ! Aber auch Andrea konnte zufrieden sein und hat sich ihr T-Shirt ehrlich verdient.

Das folgende Wochenende war dann mal wieder mehrfach belegt: Fr. abends war Andrea im Theater und parallel gab es 2 Abschiedsfeiern. Wir sind dann doch nur zu der großen Praktikanten Party gegangen, bei der auch sehr viele der Expats waren. Samstag und Sonntag fand dann die East-Cape-Life-Saving-Compo statt. Insgesamt waren 8 Teams aus dem Eastern Cape vertreten und es gab jede Menge Wettkämpfe: Beach (Lauf) Sprints, Paddel Sprints, Malibubergung, Schwimmen (mit und ohne „Opfer&ldquo, Windenbergung, Run Swim Run, Beach Langlauf, …. Einiges davon nach in Kombination oder auch als Staffel. Ich war aber „nur“ zum helfen da und hatte Dienst. Andrea hat das Zuschauen und Fotografieren auch Spaß gemacht und insgesamt war es ein sehr langer und wunderschöner Strandtag.

Am Sonntag stand dann die Merryfield Mile an (organisiert von der gleichnamigen Schule). Bis vor 2 Jahren wurde das Schwimm Rennen im Nahoon River durchgeführt, bis man dann diesen doch als zu dreckig eingestuft hat und nun das Ganze in einem See ca. 60 km außerhalb von East London stattfindet. Eine tolle Veranstaltung mit über 500 Teilnehmern im Hauptevent, dem 1.600 Metern Rennen.

Ist ja schon was ganz anderes sich mit so vielen Leuten gleichzeitig ins Wasser zu stürzen, als schön brav in Bahnen zu schwimmen. Ich bin natürlich schon etwas stolz auf meine 27,5 Minuten (Platz 36 insgesamt, Platz 1 in meiner Altergruppe), aber auch Andrea hat mit ihren 40,5 Min bis auf Olaf alle Expats die mitgemacht haben „geschlagen“.

Dazwischen habe ich noch 2 Paddel Races mitgemacht, einmal im 2er und einmal alleine. Beide male waren die Wellen recht hoch und ich war ganz zufrieden nur beim zurückpaddeln in der Brandung reinzufallen. Mehrere Paddler sind auch „unterwegs“ auf dem Meer umgekippt. Leider ist das Wasser fast den ganzen Sommer schon ungewöhnlich kalt, „it´s really arctic“ und zum Teil tatsächlich nur 14 Grad. Über 19 Grad war es den ganzen Sommer nicht und so gibt’s am Strand oft Frühnebel und es ist dort angenehm kühl.

Das erste März Wochenende hat Andrea (wieder mit Sigrun und Silvia) samstags den Cabbage (Kohl) Lauf mitgemacht, 15 km und am Nachmittag, also schön warm. Ich bin am Sonntag um 6:30 Uhr dann beim Daily Dispatch 100 km cycle race auf der voll gesperrten N2 mitgeradelt. Es war echt super. Ich hatte aus den Fehlern des letzten Jahres gelernt und genug zu Trinken dabei und bin in einer sehr schnellen 20er Gruppe mitgefahren. Als Einziger mit einem MTB zwischen lauter High Tech Renn Maschinen hihi. 3 Stunden und 14 Minuten war fast eine halbe Stunde schneller als letztes Jahr.

Bei der Arbeit war es leider noch mal so richtig schön stressig. Unser deutscher Teamleiter ist Mitte Feb. nach auch 3 Jahren wieder nach D. zurück und sein Nachfolger wurde erst am Tag seiner Abreise bekannt gegeben. Somit konnte natürlich keine vernünftige Übergabe erfolgen. Allerdings hat der neue (lokale schwarze) TL, Mtutu, den Vorteil, dass er schon lange im Team ist und auch schon seit einiger Zeit stellvertretender Teamleiter war.

Die Nachbesetzung meiner Stelle lief auch recht holprig. Der erste Kandidat war für eine Woche mit seiner Frau auf „Look and See“ hier und hat sich danach gegen SA entschieden. Die „zweitplatzierte“ Kollegin war zunächst mal ganz glücklich die Stelle zu bekommen und musste dann nur ein paar Tage später aus privaten Gründen absagen. Kandidat 3 war schon mal als Expat hier, aber den wollte das Team (und Mtutu) nicht und nun freut sich Kandidat 4, dass er so lange nach seinem Vorstellungsgespräch doch noch zum Zug kommt.

Allerdings wird es nun natürlich noch etwas dauern bis er kommt und somit kann ich leider kein einziges offenes Thema vernünftig über- bzw. abgeben. Noni und Vusi sind eigentlich beide schon genug ausgelastet und somit werde ich am letzten Tag dann den Rechner ausschalten und jede Menge offenen Enden hinterlassen. Das gefällt mir ja ganz und gar nicht und so bin ich schon etwas genervt. Aber machen kann ich da halt nix.

Daheim geht es deutlich dem Ende entgegen: Andreas Auto ist verkauft, das Telefon ist abgemeldet, Strom und Daten Volumen fürs Internet kaufen wir nur noch in „kleinen Portionen“, Andrea hat das letzte Mal Knete für die Kids auf Station produziert, beim Buchclub war sie das letzte Mal, ebenso beim Expat Frauen Treff und beim monatlichen Treffen der Ehrenamtlichen bei CHOC (dem Kinderkrebs Hilfsverein). Für viele Gegenstände unserer Verkaufsliste haben wir schon Käufer, obwohl wir die Liste noch gar nicht groß verteilt haben.

Ab Mi. (9.3) oder Do. wollen wir dann noch eine kleine (eine gute Woche) „Abschlussrunde“ fahren. Richtung Mt. Zebra und Addo Nationalpark und nochmals durch die Baavianskloof, weil die uns so gut gefällt. Vielleicht auch noch einmal eine Nacht im Tsitsikama NP.

Dann zum Ende noch ein paar Tage East London, Container packen (wir teilen uns jetzt einen kleinen Seecontainer mit einem anderen Expatpaar), Haus abgeben, ins B+B umziehen, Bankkonto schließen, abschließendes Zeugs bei der Arbeit erledigen, zum Familien Tag ins Werk gehen, bei vielen Leuten mit sicherlich so einigen Tränen verabschieden, mit dem Team einen kleinen Abschied feiern, Pajero abgeben, ….. und dann geht’s am 30.3.2011 um 12 Uhr ab East London wieder zurück nach Deutschland.

Fr. den 1.4 und Mo. den 4.4. habe ich gleich mal im neuen (alten) Team in Rastatt Urlaub beantragt und freundlicherweise auch genehmigt bekommen. Wie es bei Andrea weitergeht ist noch offen, leider hat sie in der Kinderklinik ja keine Stelle bekommen.

Aber wie haben wir hier so schön gelernt: „We (she) will make a plan !“

6.3.11 12:45


Sommerurlaub Dez 2010, Teil 3: Cedarberge, Montagu und Baavianskloof

Passend zur Mittagspause erreichen wir die Küste und wollen diese am Strand von Alexander Bay (nördlichster Ort der SA Westküste) verbringen. Obwohl wir vorher schon an kilometerlangen hohen Zäunen und vielen Verbotsschildern vorbeigekommen sind und obwohl wir wissen, dass auch dieser nördliche Zipfel Südafrikas (so wie ja fast die ganze Küste Namibias) zum Diamantensperrgebiet gehören, sind wir doch überrascht, dass man, um in den Ort zu kommen, eine richtige Kontrollstelle passieren muss.

Wir müssen mal wieder brav alle möglichen Daten in eine Liste eintragen, bekommen dann einen Besucherausweis und werden hineingelassen. Die Paranoia bzgl. der Diamanten ist wohl immer noch recht groß, obwohl schon seit langem nur noch mit schwerem Gerät überhaupt was gefunden wird. Zur Zeit wird mit großen „Staubsaugern“ der Meeresboden hochgeholt und durchgesiebt. Ökologisch wohl ne ziemliche Sauerei, aber in dieser einsamen Ecke des Landes kann de Beers das wohl ungestört tun.

Ein Holländer hatte uns unterwegs empfohlen hier rauszufahren, da es in der Lagune hinter dem Strand jede Menge Flamingos gibt. Und das war wirklich ein toller Anblick: hunderte dieser schlanken Vögel stehen dort im flachen Wasser und tauchen mit dem Kopf immer wieder ins Wasser. Auch die Starts und Landungen sind schön anzusehen.

Das Backpackers in Port Nolloth hat gerade mal ein Sechsbett und drei Zweibettzimmer. Dafür eine ganz ordentliche Küche und einen großes Wohn- und Esszimmer. Der Ort selber ist ein reiner Urlaubsort und 90 % der Häuser sind nur in den Ferien (also u.a. jetzt) bewohnt. Und vom Strand her finden wir es auch nicht besonders: der von East London ist deutlich schöner !

Wesentlich besser gefällt uns da schon der Campingplatz der Jamaka Farm in den Cederbergen. Der Platz ist gar nicht so voll wie befürchtet und unter schönen Bäumen und an bzw. in dem Flüsschen lässt sich die Hitze gut aushalten. Wir bleiben gleich mal 3 Nächte, denn es gibt hier so einige Wandermöglichkeiten in der Nähe.

Der erste Tag fällt als Wandertag allerdings im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Es ist bis nachmittags neblig und es nieselt die ganze Zeit so vor sich hin. Dank Tarp, dem günstigem Platz zwischen Bäumen und der Tatsache, dass es nicht kalt ist, stört uns dieser erste Regen nach 2,5 Wochen nicht wirklich und wir nutzen ihn zum Lesen und freuen uns, dass es ausgerechnet hier tatsächlich Handy Netzempfang gibt und wir somit ein wenig surfen und skypen können.

Und immerhin können wir später dann noch den kleinen River Trail auf der Farm machen und auch noch mal im Fluß baden. Am nächsten Tag ist es wieder recht warm und wir sind froh, dass es noch einige Wolken am Himmel gibt. Zum Wandern sehr angenehm. Vorbei an einem wirklich sehr schönen Wasserfall laufen wir auf einem Teilstück eines Mehrtages Wanderweges.

Vor der Weiterfahrt geht’s dann noch in knapp gut 1,5 Stunden (nur Hin) zum „Malteser Kreuz“, einer der markantesten Felsformationen in den Cedarbergen. Die interessanteste und spannendste Wanderung durch den Wolfsberg Crack zum Wolfsberg Arch trauen wir uns leider zur Zeit nicht zu. Es sind wohl tatsächlich ca. 7 Stunden Gehzeit zu erwarten und dank zu wenig Kondition und zu weicher Füße (die haben schon nach den kurzen Wanderungen diverse Druckstellen und Blasen) wäre das im Moment etwas viel.

Auch in Montagu lassen wir es gemütlich angehen und laufen nur die kleine Runde (4 Std. Gehzeit). Und außerdem ist ja Weihnachten J ! Die de Bos Guestfarm gefällt uns auch beim dritten Besuch wieder sehr gut. Wir sind etwas überrascht einige schwarze, coloured und indian Familien hier zu finden (überwiegend in den Bungalows / Zimmern). Diese sieht man ja i.d.R. recht selten (na ja, eher gar nicht) in Camps und auf den Guestfarmen.

Der 45 km Abstecher vom Swartberg Pass nach „de Hell“ ist zwar keine echte 4x4 Strecke mehr, aber doch noch sehr rüttelig und der Wegweiser am Abzweig besagt, dass man gut 2 Stunden dafür rechnen sollte. Ein wunderschönes ruhiges Tal (Gamkakloof) mit einer steilen Serpentinen Abfahrt am Ende. Die ehemaligen Bewohner haben es vor ca. 40 Jahren verlassen, als die Straße gebaut wurde, und einige der von ihnen verlassenen Häuser wurden inzwischen von Cape-Nature als Ferienhäuser renoviert und restauriert.

Am ersten potentiellen Campingplatz am Beginn des Tales schrecken uns gleich mal die vielen Paviane ab. Da der Platz gleichzeitig auch Picknick Platz ist, gibt es hier wohl immer was für sie zu finden und somit bleiben wir hier garantiert nicht.

13 km weiter, ganz am Ende des Tals (es ist eine Sackgasse) gibt es noch eine kleine Guestfarm mit einem netten kleinen stromlosen Camp. Es ist noch eine Familie dort und der Vater ein begeisterter „Feuermacher“. Somit gibt am Abend ein großes Lagerfeuer und auch der Donkey wird angeheizt, so dass wir warm (nein heiß duschen können (obwohl dank der Hitze kalte Duschen sicherlich auch gereicht hätten).

Bevor wir wieder zurückfahren gibt’s noch einen schönen kleinen Walk auf dem Talgrund. Und auf dem Weg zurück staunen wir nicht schlecht: auch eine C-Klasse schafft´s hier runter ! Beeindruckend!! Kurz bevor wir den Swartberg Pass wieder erreichen, steht in einer Kurve ein Motorrad und wir treffen 2 „Bekannte“ vom Zeltplatz in Montagu: Andrea (Krankenschwester) und Axel (Steuermann) vom Expeditions Kreuzfahrschiff Bremen. Ein nettes und unerwartetes Wiedersehen.

Im de Hoeck Mountain Reserve gibt es dann das erste Mal in diesem Urlaub ein „Problem“.  Die gleiche griesgrämige afrikaans sprechende Dame vom letzten Jahr erklärt uns, das wir nicht bleiben können. Angeblich darf sie nur für mindestens 3 Nächte Buchungen annehmen und außerdem ist eh alles voll bzw. reserviert. Da ich aber bei Ankunft gleich mal nachgeschaut hatte, wusste ich dass gerade mal 25 % der Zeltplätze belegt waren. Somit habe ich dann so lange dort rumgestanden (Andrea hat schon entnervt nach Alternativen im Reiseführer gesucht) und nach der Managerin gefragt, bis es dann doch ging.

Aber es hat sich gelohnt. Es ist ein traumhaft schöner Platz, gut gepflegte grüne Wiese, tiptop sauber, riesiger Pool, tolles Bergpanorama und einen schönen Wanderweg direkt vom Platz aus. Und letztlich sind wir dann auf der unteren „Terrasse“ (von dreien) das einzige Zelt !! Voll ??

Und dann geht es zum Abschluss des Urlaubs zum dritten Mal in die Baavianskloof. Und auch diesmal gefällt sie uns wieder supergut. Die „3 star“ Guestfarm Duivekloof ist wirklich toll und die 5 (stromlosen) Plätze in der Schlucht total liebevoll mit Feuerstellen, Buschdusche und WC eingerichtet. Bei unserer Wanderung tief in die Kloof hinein müssen wir 2 mal so richtig durchs Wasser, einmal knietief, das zweite Mal aber bei Andrea fast bis zum Bauchnabel J. Hier könnte man weglos wohl einen ganzen Tag immer weiter hochlaufen.

Abends zieht es dann zu und fängt an ganz leicht zu nieseln. Und es wird so dunkel wie wir es selten erlebt haben. Man kann wirklich die Hand vor Augen nicht sehen, keine Sterne, kein Mond, kein sonstige Licht. Da es auch am Morgen noch nieselt und nebelt lassen wir die geplante Gratbesteigung aus und fahren gleich los.

Und dank immer stärker werdendem Regen wird die Fahrt über die 4 Pässe dann doch noch mal ganz anders als die beiden Fahrten zuvor. Es ist eine tolle Atmosphäre und die Straße selber trotz einigen lehmigen Passagen und Wasserdurchfahrten kein Problem. Einzige Herausforderungen sind ab und zu die Begegnungen mit dem Gegenverkehr, bei der Andrea dann schon manchmal meint, dass ich doch ein wenig zu nah am Abgrund stehe.

Anders sieht es da schon für die armen Motorradfahrer aus: wir treffen tatsächlich Andrea und Axel wieder und die sind schon ganz schön eingesaut und naß. Andrea lehnt aber unser Angebot ein Stück mit uns im Auto mitzufahren tapfer ab.

Und dass man auf keinen Fall leichtsinnig werden darf, machen einem 2 bis zur Achse im Schlamm feststeckenden Range Rover deutlich. Wobei die wohl auch ein wenig „Spass“ haben wollten und dabei die Tiefe der Wasserrinne unterschätzt haben. Die beiden gehörten allerdings zu einer 6 Auto starken 4x4 Gruppe und waren gut mit allem möglichen Bergematerial ausgestattet.

Da auch nach 140 km am Ausgang der Baavianskloof keine Wetterbesserung in Sicht ist, beschließen wir auf die geplante letzte Übernachtung im Addo Elefant Nationalpark zu verzichten und gleich nach Hause durchzufahren. Ist wohl die richtige Entscheidung, denn es regnet (und gewittert) flächendeckend noch bis East London und auch am nächsten Tag ist es noch regnerisch und trüb.

Das wars dann also mit Pajero Urlauben in diesem vielseitigen Land. Mit einem normalen Pkw hätten wir sicherlich bei weitem nicht so viel schöne und vor allem abgelegene Stellen erreicht und angefahren. Auch diese 6.000 km mit viel rauem Untergrund haben wir wieder komplett ohne Panne und Probleme bewältigt.

Und im Fahren auf nicht befestigter Strecke habe ich in den 3 Jahren doch sehr viel gelernt und auch gewisse Routine bekommen. Leider (na ja, nicht für mich) hatte Andrea ja kein Interesse mal selber zu fahren, aber sie ist inzwischen eine deutlich relaxtere Beifahrerin und an kritischen Stellen eine gute Einweiserin geworden.

2.1.11 15:46


Sommerurlaub Dez 2010, Teil 2: Namibia und Richtersfeld

In Namibia geht es gleich ganz landestypisch los. Gute, sehr breite Piste, unendliche Weite, tiefblauer Himmel, endlose Zäune rechts und links der Straße und gleich mal 300 km ohne Ort, Ampel, Stop-Schild und Verkehr.

Wenn man das völlig entspannt in unter 3 Stunden fährt, verliert man manchmal das Gefühl für die Dimensionen: das ist fast die Stecke von Karlsruhe bis München oder Zürich oder Köln. Wir kommen an ein paar Farmhäusern vorbei, haben maximal ein Duzend Autos im Gegenverkehr und überholen 2 oder 3 Eselkarren. Das wars !!

Der wenig Gegenverkehr kündigt sich schon immer lange im Voraus durch eine große Staubwolke an. Ein fast gleich schnelles Auto zu überholen ist daher sehr unangenehm, da man wirklich nix sieht. Zum Glück kommt das so gut wie nie vor.

In der Nähe von Mariental übernachten wir in der Kalahari Desert Lodge. Eine große Anlage auf einer Farm die auch Game Drives und Sun-Downer Fahrten auf ihrem Gelände anbietet. Eine echte Oase, grüner Rasen, viele Bäume und Büsche sowie ein großer Pool. Hier übernachten oft Busgruppen (viele Deutsche), aber wir haben einen der 3 Campingplätze, die fast einen km vom Haupthaus entfernt sind. Alle 3 Plätze (natürlich mit viel Abstand voneinander) haben eigenes Bad und Spüle sowie ein großes Dach und eine Tisch-Bank-Kombination.

Nachmittags relaxen wir am Pool und vor der Abfahrt am Morgen laufen wir noch eine kleine Runde auf einem der 3 ausgeschilderten Walks. Über Maltahöhe geht´s nach Sesriem an den berühmten Namib Dünen. Das Camp im Nationalpark ist nicht mal halb voll. Die Plätze sind wieder mal weit voneinander entfernt und riesig. Es gibt große Bäume als Schattenspender und auch wieder einen Pool.

Passend zum 2ten Advent essen wir das letzte Stück vom aus D mitgebrachten Dresdner Stollen. Den Sonnenuntergang (wenn man im Park übernachtet, kann man abends eine Std. länger drin bleiben und morgens eine Std. früher rein) bewundern wir von der Elim Düne aus. Außer uns ist nur noch eine kleine Gruppe (Overlander) hier unterwegs.

Am Morgen schaffen wir es tatsächlich um 5 Uhr am Gate zu sein (abgebaut und gepackt !). Ohne Halt an der Düne 43 fahren wir direkt weiter bis ans Ende des Tals (60 km Asphalt). Diesmal halte ich vor der Sandstrecke nicht an und lasse auch keine Luft aus den Reifen (wie vor 1,5 Jahren, als wir mit Lea hier waren). Die letzten 5 km sind zwar zum Teil tiefer Sand, aber es ist eben und somit keine Herausforderung für unseren Pajero.

Es gibt immer noch keine Hinweisschilder auf die größte Sehenswürdigkeit hier, das Death Vlei Aber wir wissen ja, wo es zu finden ist und da wir früh genug dran sind, schaffen wir es bis zum Gipfel der höchsten Düne hier in der Umgebung, bevor es zu heiß wird. Zu Beginn des Aufstiegs ist es sogar fast ein wenig „kalt“ (20 Grad), da etwas feucht-kühle Luft von der Küste reinzieht.

Nach fast 4 Stunden im Sand haben wir uns das Frühstück auf dem großen Picknick Platz am Sossusvlei verdient. Dabei haben wir noch ein nettes langes Gespräch mit einem Paar welches in 7 Monaten von Polen mit dem Auto nach Kapstadt gefahren ist (Ostküste Afrikas) und jetzt gerade auf dem Weg zurück (Westküste) ist.

Am Parkausgang laden wir noch ein junges Pärchen aus Russland ein. Die beiden sind auf Hochzeitsreise und seit 3 Monaten im südlichen Afrika unterwegs. Die 2 riesigen Rucksäcke passen problemlos noch ins Auto und die beiden sind echt glücklich, nach einem halben Tag Warten zumindest mal 130 km weiter zu kommen. Für Trampen in Namibia muss man schon reichlich viel Geduld haben!

Wir besichtigen noch ein kleines Schloss (Duwisib), das ein durchgeknallter deutscher Offizier hier gebaut hat und übernachten dann in einem kleinen Camp an einer Tankstelle mitten im Nirgendwo. Am nächsten Tag biegen wir dann auf eine der schönsten Strecken im südlichen Namibia, auf die D 707 durch die Tirasberge ab. Die Landschaft hier gefällt uns so gut, dass wir nach nur 130 km beschließen auf der Farm Gunsbewys zu übernachten: 3 Campingplätze mit Weitblick und eine Tränke zu der Pferde, Strauße und Oryx Antilopen kommen.

Die Farm hat eine kleine, aber sehr sehenswerte Ausstellung über das Leben in der Wüste, eine schöne Küche und tolle Terrasse, die wir benutzen können. Alles läuft über Solarenergie (d.h. kein nervender Generator) und fürs Kochen benutzen sie einen Parabolspiegel sowie eine Kochkiste, die nur mit Sonnenlicht funktioniert. Leider ist die 78 jährige deutsche Besitzerin gerade nicht da, sie muss schon eine sehr interessante Persönlichkeit sein. Aber mit ihrer Vertreterin, Sonja (sie war Beamtin in D, ist dann 5 Jahre lang um die Welt gesegelt und nun hier hängengeblieben), verstehen wir uns auch so gut, dass wir gleich noch eine 2te Nacht bleiben.

Ein kleiner Walk zu Buschmann Relikten, das Ausnehmen (nur Zuschauen) einer erlegten Oryx Antilope, ein kleiner Pool (die alte Dame benutzt den wohl jeden Morgen), ein Abendspaziergang in den Dünen und viel Erzählen lassen keine Langweile aufkommen.

Sonjas Tip für eine Unterkunft in Lüderitz ist genial: eine sehr günstige schöne große Wohnung mit Blick über den Ort und die ganze Bucht. Die Vermieter, Heiko und Diane waren mit ihren 2 Kindern 11 Jahre auf einem Segelboot um die Welt unterwegs.

Mit Heikos Katamaran fahren wir dann auch zur Insel Halifax zum Robben-, Pinguin-, Flamingo- und vor allem Delfin Watching. Danach verbringen wir ein paar Stunden in der Geisterstadt Kolmannskop. Der letzte Einwohner hat 1956 den Ort verlassen, da der Diamantenboom in der Gegend zu Ende ging. Fast alle Häuser stehen noch und werden seitdem so langsam vom Sand zurück „erobert“. Eine Buchtenrundfahrt bis zum Dias Kreuz mit kleinen Walks zu Stränden und kleine Schluchten füllt den größten Teil des 2ten Tags in Lüderitz.

Die 300 km auf guter Asphaltstrasse nach Rosh Pinar an der Grenze nach Südafrika schaffen wir in 2 Stunden. Eine Mini Autofähre (max 1 Fahrzeug) bringt uns über die Grenze, den Orange River, direkt in den Richtersfeld Nationalpark. Vorher sind natürlich wieder Listen und Formulare in mehrfacher Ausführung auszufüllen J

In den Wüsten- und Gebirgs-Transfrontier Park dürfen nur 4x4 Fahrzeuge rein. Für die 60 km zum Bushcamp am Orange River brauchen wir deutlich länger als für die 300 km von Lüderitz. Aber die Landschaft ist toll und das Camp (mit Sanitäranlagen, aber ohne Strom) liegt wunderschön direkt am Fluss.

Dort kann man richtig schön schwimmen und als weitere Sportart kann man Steinewerfen auf Affen üben. Zum Glück mal wieder nur die kleinen Velvet Monkeys. Obwohl wir glauben vorsichtig zu sein und ihre Geschwindigkeit und Frechheit eigentlich inzwischen ja kennen, schaffen sie es, uns einen Avocadorest und ein Brötchen vom Tisch weg zu klauen, während wir 5 Meter weg stehen und ein paar Sekunden den Rücken zum Tisch haben.

Auch die Fahrt aus dem Park über 3 Pässe ist wunderschön, aber schon recht ruppig. Wir sind froh wieder mal ohne Platten oder Panne aus so einem Gelände rauszukommen und die normale nicht asphaltierte Strasse zur Küste kommt uns so richtig ruhig und komfortabel vor.

2.1.11 07:20


Sommerurlaub Dez 2010, Teil 1: Kalahari

Obwohl ja wahrlich nicht unser erster Urlaub in SA, klappt es einfach nicht ohne reichlich Stress am Abend vorher. Wie bei allen Urlauben bisher, habe ich bis zum letzten Augenblick bei der Arbeit mehr zu tun als mir lieb ist, und es bleibt einfach zu wenig Zeit zum Packen.

Dafür setzt dann die Entspannung aber doch erfreulich schnell ein. Die Fahrt Richtung Upington durch die total leere „Mitte“ von Suedafrika würden viele wohl als langweilig bezeichnen. Uns gefällt das Gefühl von unendlicher Weite und die Fahrerei ist einfach unglaublich entspannt. Gute gerade Strassen ohne Personen oder Vieh und ohne Verkehr, so dass man mit fast 160 km/h entspannt daherrollen kann.

Unser erster Stopp nach fast 800 km in einem netten B+B in Prieska, einem typischen Karoo „Dorf“, ist gleich mal sehr schön. Überraschenderweise mit einem netten kleinen Restaurant mit River View und richtig gutem Essen. Und ich freue mich, dass ich meinen Schwimmgurt + Leine mitgenommen habe und somit im kleinen Pool „richtig“ schwimmen kann.

Von hier sind es nach einem gemütlichen Frühstück 500 locker zu fahrende Kilometer bis zum Kalahari Transfrontier NP. Dort wurde inzwischen die Rezeption sehr schön modernisiert und man kann sowohl die Park-Angelegenheiten wie auch die Aus-/Einreiseformalitäten für Südafrika und für Botswana in einem Gebäude erledigen.

Wir entschließen uns in dem „basic camp“ auf der botswanischen Seite zu übernachten. Das Camp noch außerhalb des eigentlichen Parks (d.h. ohne Wildtiere). Es besteht aus genau 4 Zeltplätzen sowie einem sehr sauberen Sanitärhaus. Die Plätze bestehen aus einer recht großen Betonplatte über die ein massives A-förmiges Holzgestell als Schattenspender gebaut ist. Natürlich ist viel Abstand zwischen diesen 4 Plätzen.

Wie in den botswanischen Camps üblich, gibt es keinen Strom. Da wir die einzigen Gäste dort sind, stört niemand mit Licht und der Sternenhimmel ist entsprechend beeindruckend. Da es sehr warm und trocken ist, bauen wir das Zelt nicht auf, sondern legen uns mit Therm-A-Rest und Schlafsack einfach so unter den A-frame.

Vorher wird aber noch ausgiebig der Pool im südafrikanischen Camp genutzt und wir sitzen noch ein paar Stunden mit Miriam, Andres und Marlon (Sohn) zusammen. Diese Expat Freunde aus East London sind zufälligerweise am gleichen Tag hier und sie haben sich ein Hütte mit Aircon im SA-Camp gemietet.

Schon kurz nach der Einfahrt in den Park am nächsten Morgen ein Highlight: 4 Löwen liegen nur wenige Meter neben der Straße im Schatten und beobachten aufmerksam 2 Oryx Antilopen am Wasserloch. Da es aber schnell wärmer wird und die Löwen wohl nicht wirklich hungrig sind, legen sie sich nach und nach zum dösen / schlafen ab und wir fahren weiter.

Bis zum Nossob Camp sind es 200 km auf guter Sandstraße und lediglich 2 Picknick Plätzen als touristische Infrastruktur auf der Strecke. Wir sehen nur wenige Tiere unterwegs, aber die Landschaft hier ist einfach toll und die Einsamkeit beeindruckend. Die Hitze allerdings auch und bei bis zu 40 Grad freuen wir uns über die Klimaanlage im Auto und vor allem, dass es nachts auf gut erträgliche Werte abkühlt.

In Nossob ist nicht viel los und da wir nur das Innenzelt brauchen und auch die Schlafsäcke nicht auspacken ist das Camp für 2 Nächte unter einem großen Schattenspender-Baum schnell eingerichtet. Der Pool ist in dieser Gegend ein unerwarteter Luxus den wir ausgiebig nutzen.

Das nächste Ziel ist das exklusive Bitterpan Camp. Man erreicht es über eine 60 km 4x4 Einbahnstrassen (praktisch ohne Ausweichmöglichkeit) Sandpiste auf der nur gebuchte Camp Gäste fahren dürfen. Mir macht diese Sand-Achterbahn-Fahrt total viel Spaß und inzwischen kann auch Andrea auf solchen Strecken als Beifahrerin relaxen.

Das „Camp“ ist eine große Holzkonstruktion: auf Stelzen gebaute 4 luftige Räume für je 2 Personen oberhalb einer Salzpfanne. Die Gemeinschaftsküche ist gut eingerichtet und die Beleuchtung besteht aus Kerzen und Petroleumlampen. Das andere Paar welches noch hier übernachtet, ist recht nett und zusammen fahren wir noch eine markierte 4x4 Runde. Dabei bleibe ich 2-mal stecken, kann aber jeweils problemlos zurücksetzen und komme mit etwas mehr „Anlauf“ gut über den Hügel. Tiere sehen wir leider keine.

Auch bei der Weiterfahrt am nächsten Tag bin ich ein paar Mal beim ersten Anlauf ein wenig zu vorsichtig. Da wir wieder (ganz !) alleine unterwegs sind und es 70 km bis zur „Hauptstrasse“ sind, fahre ich wie üblich nach dem Motto „better slow than sorry“.

Leider ist es gar nicht so einfach Gelände-Fahren zu lernen. Es ist doch recht schwierig die Grenzen (Geschwindigkeit, Steigung, seitliche Neigung, Sand- oder Wassertiefe, &hellip auszuloten. Wie taste ich mich an eine Grenze heran, die ich auf keinen Fall überschreiten möchte? Eigentlich wohl nur mit einem Kurs, in kontrollierter Umgebung oder in einer Gruppe mit erfahrenen Off-Roadern (so wie letztes Jahr im Weihnachtsurlaub).

Die Unterkunft im Tented Camp ist mehr eine kleine Wohnung als ein Zelt (mit eigener Küche und Bad) und hat einen tollen Blick direkt auf das (jetzt trockene) Aurob-Flussbett und ein Wasserloch an dem auch einige Impalas, Strauße und Oryxe vorbeischauen.

Insgesamt sehen wir hier deutlich mehr Tiere (u.a. Giraffen) als im Nossob Tal und haben nun auch unsere besten Löwensichtungen seit wir in SA sind. Wir beobachten 4 Löwen wie sie gemächlich zum Wasserloch „schlendern“ und ausgiebig trinken. Ein Löwe legt sich anschließend direkt auf die (Sand)Strasse und er geht tatsächlich 2-mal recht deutlich auf (kleine !!) Autos zu, die jeweils durch zügiges Rückwärtsfahrt den Abstand vergrößern.

Das Tolle am Kalahari NP ist, dass selbst an Wasserlöchern, wo es Löwen gibt, keine Auto“staus“ (wie ja im Krüger durchaus der Fall) entstehen. Die ganze Atmosphäre ist sehr entspannt und freundlich und jeder erzählt jedem wo er was gesehen hat. Deshalb bleiben wir auch noch (ungeplant) eine weitere Nacht im Mata Mata Camp. Leider nervt hier immer noch der Generator der Namibianischen Grenz Station. Zum Glück läuft er nicht die ganze Zeit. Immer wenn er aus ist, wird einem die Stille der Gegend so richtig bewusst.

Die Einreise nach Namibia (die Südafrika Ausreise Formalitäten haben wir ja schon vor fast einer Woche bei Einfahrt in den Park erledigt) ist unproblematisch, freundlich und sehr bürokratisch.

Erst füllen wir einen Zettel mit zig Daten für die Dame von Immigrations aus und bekommen unser Visum in den Pass. Dann möchte ein freundlicher junger Mann fast die gleichen Infos, bevor wir die Straßenbenutzungsgebühr von 200 namibischen Dollar (ca. 22 Euro) bezahlen dürfen. Und schließlich braucht der Polizist das Ganze auch noch mal in seiner eigenen Liste, bevor er einen kurzen Blick ins Auto werfen kann.

Tja: TIA, „This is Africa“ J  
31.12.10 10:13


Frühjahr (Okt, Nov) 2010

Wie nach jedem Urlaub war es bei der Arbeit danach wieder richtig stressig und die vielen Mails und Themen die in der Abwesenheit aufgelaufen sind wieder in den Griff zu kriegen war ordentlich anstrengend.

Eine Besonderheit war dabei diesmal, dass während unseres Urlaubs mit Lea und Rahel im September in der Autoindustrie relativ heftig gestreikt wurde. Erst bei den Autoherstellern selber, dann wenig später bei den Zulieferern, was aber beides den gleichen Effekt hatte: keine Produktion. Und zwar an insgesamt 18 Tagen.

Da unser Werk aber immer noch nicht offiziell für die Nachfolgergeneration der jetzigen C-Klasse „benannt“ wurde (intern ist man aber zu 95% sicher, dass das der Fall sein wird), wollte und will man auf Biegen und Brechen die Jahresplanzahl bis Ende Dezember erreichen.

Um nun in 3 Monaten mehr als 3 Wochen Produktion nachzuholen, wurden die Schichten um 2 Stunden (von 8 auf 10 Std) verlängert und bis Weihnachten wird jeden Samstag gearbeitet. Dadurch sollte die Tagestückzahl von 220 Autos auf ca. 270 erhöht werden.

Dies hat zu massivem Stress und Problemen geführt. Die Leute hier haben keine Nachtschicht Tradition und Übung und somit waren die armen Kollegen am Band wirklich permanent müde. Immerhin haben die Leute, die auch am Sa. kommen dann eine 60 Stunden Woche !!!

Und auch unsere Lieferanten haben die benötigten Stückzahlen nur unter allergrößten Anstrengungen oder gar nicht liefern können.

Für uns im Team ist der Stress dann indirekt auch zu spüren. Je mehr Autos wir produzieren, desto mehr fehlerhafte Teile bekommen wir auch (umso mehr, da die Lieferanten total am Limit produzieren) und um so nervöser sind die Kollegen und Manager in der Produktion und Montage.

Insgesamt habe ich dadurch recht viel gearbeitet. Allerdings kann und will ich mich da gar nicht beschweren, denn wir haben die Option, die Überstunden und Samstage als Flexizeit und somit als zusätzliche Urlaubstage zu bekommen. Zusammen mit der ja noch bis Mitte des Jahres gelaufenen Gehaltsreduzierung bei gleichzeitiger Stundenreduktion ( = 12 Tage mehr Urlaub in 2010) habe ich in diesem Jahr eine ganze Menge mehr Urlaubstage als normal.

Anfang (Andrea) bzw. Mitte (ich) Oktober waren wir ja dann ein paar Tage in Deutschland. Wie schon bei meinem Besuch im März hatte ich mehr Arbeits- als Urlaubtage. Schön war es, dass auch Anne und Paddy gerade für ein paar Tage von Norwegen gekommen waren.

Ein paar Tage bevor wir kamen, war auch mein Neffe Philip eingezogen, der jetzt in Karlsruhe studiert. Und dann haben Lea und Philip noch kurzfristig Gustavo aus Brasilien bei sich / uns aufgenommen, da er keine andere Unterkunft in KA finden konnte. Somit war also immer full house und Äktschen, was natürlich sehr schön war, aber nicht so wirklich als Erholungsurlaub gewertet werden kann.

Auf unserem Heimflug haben wir leider (wie erwartet und entsprechend gebucht) den frühen Anschlussflug um wenige Minuten verpasst und somit fast 6 „nette“ Stunden am Flughafen in J´burg zugebracht. Ich bin dann in EL gleich vom Flughafen ins Büro L

Im November kam dann noch recht kurzfristig geplant Andreas Kollegin Beate für ein paar Tage zu uns. Sie ist von uns aus alleine und ohne Mietauto bis nach Kapstadt weitergereist und war ganz begeistert. Es geht also auch ohne eigenes Fahrzeug !!

Andrea hat an einem Wochenende (von Fr. Nachmittag an) einen Fotokurs gemacht. Sie fand es recht anstrengend, da sehr vollgepackt, aber auch sehr gut. Am Sa. Abend kam noch eine Teilnehmerin (eine Deutsche, die seit fast 20 Jahren in EL lebt) zu uns und die beiden Damen haben ihre „Hausaufgaben“ gemacht: Nachtaufnahmen, Lichteffekte, Bewegungsbilder, … Sie waren wirklich motiviert und ich habe schon geschlafen, bevor die beiden fertig waren.

Eine Woche später ging es dann per Flieger (Andreas miles-and-more) nach Kapstadt. Mit einem Mietauto sind wir zunächst nach Hermanus gefahren, um dort Wale zu beobachten. In die Walker Bay kommen sie regelmäßig in großen Mengen und kalben dort in der Gegend auch. Leider waren wir wohl etwas zu spät im Jahr dran oder hatten Pech. Ein einziger Wal war doch eine etwas magere Ausbeute.

Die Fahrt an der Küste entlang nach Kapstadt ist dann allerdings wirklich eine der Traumstrassen dieser Welt und der Chapmans Peak Drive nicht umsonst in jedem Reiseführer als Highlight und „must-do“ beschrieben.

Dank Navi hatten wir diesmal keine Probleme das Backpackers in der Stadtmitte zu finden. Sogar mit Parkplatz vor der Tür und insgesamt sehr gepflegt, sauber und ordentlich. Von hier aus haben wir dann so die normalen touristischen Spots angeschaut: Long Street, Waterfront, Castle Museum, Holocaust Gedenkstätte, ein paar Märkte, …. Leider ist das District 6 Museum (Apartheits Historie in Kapstadt) sonntags geschlossen.

Mit dem roten Doppeldecker Bus haben wir eine Runde gedreht und haben dabei etwas über die historischen Seiten von Kapstadt gelernt und sind an einigen der schönsten Strände der Umgebung entlanggefahren. Ist doch viel entspannter und mit viel besserer Aussicht in der oben offenen Etage zu sitzen als das ganze mit dem eigenen Auto zu fahren.

Da es irgendwie unklar war, ob es für das Theaterstück, welches Andrea gerne angeschaut hätte noch Karten gab, haben wir alternativ auf dem Signal Hill zum Abendessen gepicknicked. Dabei mit Blick auf Robben Island den Sonnenuntergang zu beobachten und dann zu sehen, wie das Lichtermeer der Stadt immer größer und heller wird ist schon sehr schön. Allerdings war es dann abends doch recht kühl.

Und nach dem Pech in Hermanus gabs zum Ausgleich am Montag einen Traumtag, der geradezu nach einer Tafelbergbesteigung geschrieen hat. Andrea war ein wenig skeptisch, ob wir den angeblich gefährlichen India Venster Weg wirklich nehmen sollten. Obwohl die Infos / Blogeinträge die wir im Internet gefunden nicht so dramatisch klangen, wollte Andrea lieber noch die „Experten“ befragen.

Somit sind wir dann also in das offizielle Tafelberg-Nationalpark-Info-Center gegangen. Leider wurden hierbei mal wieder Vorurteile bestätigt / bestärkt. Die 3 schwarzen Ranger hatten nicht den Hauch einer Ahnung und haben nur gemeint, dass es total gefährlich sei und man dort nicht hoch könne.

Lebensmüde / leichtsinnig wir nun mal sind, haben wir diese Warnungen in den Wind geschlagen und haben trotzdem diese Variante genommen. Der Wegweiser an der Gabelung wurde inzwischen entfernt, aber wenn man erst mal den Einstieg gefunden hat, dann ist es ein unproblematischer Weg. Die 2 oder 3 Stellen wo man wirklich auch die Hände benötigt, sind inzwischen sogar durch Metallklammern und Stifte entschärft worden. Bei einigen Passagen sollte man aber sicherlich schwindelfrei sein. Insgesamt ein wunderschöner Weg und natürlich viel ruhiger als der Hauptpfad durch die …. Schlucht.

Die 3 netten älteren Herren, mit denen wir teilweise gelaufen sind, gehen 2 bis 3 Mal die Woche (!) auf den Tafelberg. Auf die Frage, ob das dann nicht doch ein wenig langweilig wird, meinten sie nur, dass bei ca. 200 verschieden möglichen Routen doch genug Abwechslung garantiert sei.

Nach dem fast einsamen Aufstieg ist der Rummel oben natürlich schon ein gewaltiger Kontrast. Nachdem die Seilbahn vor 13 Jahren von Schweizern (von wem sonst ??) modernisiert wurde, passen jetzt ca. 80 Personen in die Kabine, die sich während der Fahrt einmal um sich selber dreht. Da wir (oder vielleicht eher ich ??) keine Lust auf Anstehen hatten, ging´s auch zu Fuß wieder runter.

Die Route durch die Platteklip Gorge ist zwar ein guter Wanderweg aber wirklich sehr steil und insbesondere das obere Stück gleicht fast einer Treppe. Die unglaublich vielen Leute die uns entgegenkamen hatten jedenfalls alle sehr rote Gesichter, und wir beide am nächsten Tag Muskelkater.

Dann wieder eine volle Arbeitswoche inklusive Samstag und einen netten Geburtstag bei Olaf. Durch das viele Unterwegs-Sein und die viele Arbeit hatte ich leider nicht die Zeit und Muße für meinen Life Saver Retest zu trainieren und zu lernen, so dass ich diese Saison offiziell wohl keine Dienste machen darf. Wobei ich nicht glaube, dass das jemand wirklich interessiert und kontrolliert. Nur bei Wettbewerben kann ich nicht mitmachen und ich kann keinen Life Saver Job bekommen. Das ist insbesondere bei Jugendlichen ein sehr beliebter Ferienjob hier. Beides habe ich aber eigentlich eh nicht geplant.

Inzwischen bin ich auch eher selten auf dem Malibu Board im Meer, ich habe mich mehr auf die Paddelei verlegt. Damit komme ich deutlich weiter aufs Meer raus und sehe öfter Delphine. Und ich empfinde die gleichmäßige Paddelbelastung als angenehmer als die doch etwas anstrengende Haltung (auf dem Bauch liegend) auf dem Board.

Inzwischen bin ich auch fit genug, um mal bei schlechteren Bedingungen und höheren Wellen rauszugehen. Trotzdem habe ich vor 2 Wochen mein Paddel in einer großen Welle verloren und sogar mein Shirt hat mir die Welle ausgezogen (beides wiedergefunden). Und letzte Woche musste ich den Ski loslassen, die Wasserwucht war zu groß. Zum Glück sind die Dinger halbwegs robust und werden dann einfach am Strand angespült. Ist aber natürlich schon ein wenig peinlich, mit Paddel seinem Boot nachschwimmen zu müssen. Andererseits passiert das den anderen (deutlich erfahreneren) Paddlern hier auch immer wieder mal.

Und jetzt stehen noch mal 3 stressige Arbeitstage an, bevor es dann am Samstag, 4.12 in den Sommerurlaub geht. Wir wollen noch mal richtig Sonne und Wärme tanken (hoffentlich wird es nicht zu viel des Guten) und werden Richtung Namibia und Westküste SA fahren.

30.11.10 20:16


Urlaub Frühsommer Sept 2010, KZN, Moz, KNP, Swasi, Lesotho Teil 2

„The Krueger“ (KNP = Krüger National Park) ist der mit Abstand tierreichste, bekannteste und meistbesuchte Park in Südafrika. Mit 12 Haupt- sowie 12 kleinen Camps, 11 Toren und  um die 2.000 Kilometern Alphaltstrassen (die nicht asphaltierten können echt schlecht sein) klingt das vielleicht „übererschlossen“ und voll. Trotzdem kann es passieren, dass man mehr als eine Stunde fährt und kein anderes Auto, aber eventuell auch kein einzige Tier sieht! Auf einer Länge von ca. 350 km und Breite von ca. 50 km verteilt sich das alles halt doch ganz gut. Zusammen mit dem angrenzenden Limpopo Park (Mozambique) ist die Fläche des Transfrontier-Peace-Parks ca. so groß wie Baden-Württemberg.

Auf den langen geraden Strecken ohne Verkehr ist es ohne Tempomat nicht einfach die erlaubten 50 km/h einzuhalten, was ein speeding ticket zur Folge haben kann. Der Traffic Ranger ist sehr freundlich und ich verbuche die 100 Rand (zu zahlen in einem Camp oder Tor) für 62 statt 50 km/h innerlich als Spende für den Park. Neben dem im Gebüsch stehenden Citi Golf hockt noch ein „Wach-Ranger“ mit schussbereitem Gewehr (wohl nicht wg. renitenter Autofahrer)

Auch unter Einhaltung der Richtgeschwindigkeit und nach Anmeldung im Satara Camp erreichen wir Balule rechtzeitig vor der Schließung um 18 Uhr. Das Camp ist absolut unser Geschmack. Es ist mit nur 16 Zeltplätzen und 6 Rondavells das kleinste „öffentliche“ im Park. Es gibt keinen Strom, aber warme Duschen und zwei gas betriebene Kühlschränke. Abends stellt der Camp Ranger Petroliumlampen in der Küche und in den Sanitärhäuschen auf.

Da das Camp ganz nah beim Olifants River liegt, haben wir 3 gigantische abendliche und nächtliche Geräuschkulissen. Hippos sind erstaunlich laut und auch Elefanten, die es hier in großer Zahl gibt, kommunizieren rege miteinander. Außerdem kommen (wie auch in anderen Camps) abends die Hyänen an den Zaun um nach Braai Resten zu schauen. Affen sehen wir keine, aber einmal war tagsüber mindestens einer bei uns im Zelt.

Die 2 Tage dort verbringen wir, wie man das halt so in einem großen Tier National Park tut, mit Gamedrives. Unsere frühen Losfahrten (6 Uhr) und Frühstück unterwegs werden durch viele Tiersichtungen belohnt. Die große Mittagshitze (bis 36 Grad) verbringen wir im Schatten im Camp und vor 18 Uhr drehen wir dann nochmals eine kleine Runde.

Die Anzahl der Tiere ist einfach beeindruckend. 20 Giraffen oder 80 Zebras auf einmal, so große Gnu- und Büffelherden und so viele Elefanten- oder Nilpferdgruppen sieht man in anderen Parks nicht. Ganz zu schweigen natürlich von den Raubkatzen, die immer alle sehen wollen und wo die Wahrscheinlichkeit dies zu schaffen im Krüger halt doch am größten von allen (öffentlichen) Parks ist.

Wir konnten jedenfalls vollauf zufrieden sein. An 4 verschiedenen Stellen Löwen gesehen, badende Elefanten (und viele Eli-Kinder), trinkende und kämpfende Giraffen, eine grosse flüchtende Impala Herde, sehr große gemischte Gruppen aus Zebras, Gnus, Impalas und Giraffen mit viel Bewegung am Wasserloch, viele Hippos und einige Krokos und last not least viele schöne und z.T. recht große Vögel.

Nach den vielen Tieren und dem langen Sitzen im Auto stand dann zur Abwechslung das Malotja Nature Reserve in Swaziland auf dem Programm. Dieses kleine Königreich (und im Gegensatz zu Lesotho ist der King hier auch wirklich noch der Chef)  zwischen Mozambique und SA wird von Touristen eher selten besucht. Wohl durchaus zu Unrecht. Das NR hat einen wunderschönen stromlosen Campingplatz (das Wasser für die Duschen wird per Holzfeuer erhitzt) und einige toll gelegene Chalets.

Die Wanderwege sind deutlich besser markiert als erwartet und wenn man mehr Zeit hat, kann man auch Mehrtageswanderungen mit Übernachtungen im Busch unternehmen. Die Swazi dort sind sehr freundlich und sprechen recht gutes Englisch. Obwohl es deutlich wärmer ist als befürchtet (das Camp liegt auf 1.700 Meter Höhe) tut das große abendliche Feuer richtig gut. Unser Billig Zelt verkraftet die Brise am Nachmittag leider nicht und kann nur mit Klebeband und gutem Willen für eine letzte Übernachtung benutzt werden. Unser Glück dabei ist, dass es erst jetzt passiert, die weitern Nächte hätten wir es wohl eh nicht benutzt.

Dank langem Wochenende (Fr. Feiertag) gestaltet sich die Suche nach einer Unterkunft in den Drakensbergen ein wenig schwieriger als gewohnt (na ja, 3 Telefonate ist auch nicht wirklich dramatisch) und wir landen schließlich in Pietermaritzburg. Wieder mal in einem viel zu großen Haus. Da wir uns nicht ernsthaft gestritten hatten, ist es nicht notwendig alle 4 Schlafzimmer zu benutzen. Rahel und ich springen abends sogar noch in den (kalten) Pool, aber dafür nutzen wir die tollen Flachbildschirme im Wohn- und einem der Schlafzimmer nicht.

Dass das Sani Top Chalet ausgebucht ist, erzeugt zunächst mal einigen Frust und Planungsstress, erweist sich aber hinterher als „a blessing in disguise“ (ein verkleideter Segen). Dadurch landen wir nämlich in einer kleinen Lodge in Molumong, welche deutlich „lesothischer“ ist, als die „Berghütte“ Sani Top, die ja mehr ein Alpenfeeling erzeugt.

Außerdem ist die Streckenaufteilung für die Fahrt durch Lesotho wesentlich günstiger. Die „Werbung“ der Lodge, dass man für die 60 km von Sani Top zu ihnen nur 1,5 Stunden braucht ist wohl nur für lesothische Busse und für hardcore 4x4 Fahrer zutreffend. Wir haben jedenfalls 2,5 Stunden benötigt. Die Strasse ist wirklich schlecht und sehr bergig.  

Die Strecke zum Sani Pass hoch ist dank Feiertag ganz schön voll, aber die meisten fahren im Strom mit uns aufwärts und in einem ähnlichen Tempo, so dass es kaum Überholvorgänge gibt. An der Lodge stehen dann fast 40 Geländewagen aller Größenklassen, was für hiesige Verhältnisse sicherlich eine Großveranstaltung ist.

Ganz anders in Molumong: außer uns sind nur noch 4 Holländer dort (2 Lesotho Expat Frauen mit erwachsenen Kids). Da die Lodge keinen Strom hat, wird bei Kerzenschein gekocht und gegessen. Lea und Rahel lernen noch so einiges über Lesotho (ist auch ein Königreich, aber mit Parlament und Regierung) da sie im kleinen Laden im Ort mit einer jungen local Frau ins Gespräch kommen, die 2 Jahre in SA gelebt hat und sehr gut englisch spricht.

Obwohl die Strasse ab Thaba Thseka dann in großen Teilen gut asphaltiert ist, brauchen wir für die 300 km bis nach Ramabanta volle 7 Stunden (mit nur einer kurzen Pause). Die Lodge dort entschädigt aber voll und ganz für die lange Fahrt. Eine super freundliche (weiße) Betreiberin, ganz liebevoll angelegte Anlage und herrlicher freier Blick auf die Berge und das gegenüber liegende Dorf von unserem großen Doppelzimmer mit eigener Terrasse.

Bei dem 3 Stunden Spaziergang über die Wege in die Umgebung und durchs Dorf begegnen uns viele Esel, Pferde und Schafe sowie die dazugehörenden Hirten, Treiber und Reiter. Alle grüßen nur freundlich und lassen uns sonst absolut in Ruhe. Die Kinder rufen manchmal „Hallo“ und dann „bye bye“, aber wir werden nirgends angebettelt oder sonst irgendwie belästigt. Bei der Fahrt auf der (nicht asphaltierten) „Hauptstrasse“ durchs Land ist das oft anderes, da rennen die Kinder oft Richtung Auto und brüllen aus Leibeskräften „sweeeeeets“. So wie das teilweise auch in der Transkei der Fall ist.

Auch beim dritten Besuch im „Königreich im Himmel“ ist es noch faszinierend zu sehen, wie dieses Volk in großen Teilen wie vor hunderten Jahren lebt. Erst seit Anfang des Jahres gibt es in dem Tal Handy und TV Empfang und außer der Lodge hat nur noch eine Kneipe einen Generator.  Esel und Pferd sind wichtige Transportmittel und gepflügt wird mit Ochsen.

Durch die Armut gibt es große Probleme mit ärztlicher Versorgung und eine erschreckend hohe AIDS- sowie Arbeitslosenquote. Einigen Ärzten in der Gegend hat man Motorradfahren beigebracht und sie mit kleinen Geländemaschinen ausgestattet, damit sie schneller zu den Patienten kommen können.

Ist es gut für das Land wenn die reichen Weißen hier mit 4x4s, Quads und Geländebikes eine Spielwiese finden und damit zwar Geld ins Land bringen, aber auch sicherlich die Ärmlichkeit der eigenen Situation deutlich machen ? Das sehr beliebte Pony Trekking ist da sicherlich die sanftere und bessere Variante die Bevölkerung zu unterstützen (und dabei faszinierende Ein- und Ausblick zu haben). Die meisten Lodges im Land sind in community projects eingebunden und verteilen Spenden aller Art, die sie von ihren Gästen bekommen dann gezielt vor Ort.

Wir verlassen das Lesotho über den Mini Grenzübergang Sephaphos Gate. Auf dem Weg dorthin fahren wir ein Stück auf der A1 und hier sieht man, wo einige Entwicklungshilfegelder hinfließen. Eine nagelneue breite Strasse mit Linien, Leitpfosten und Bushaltestellen! Sicherlich prinzipiell sinnvoll und hilfreich, in dieser Ausführung aber deutlich überdimensioniert, vor allem für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h.

Zur Grenze selber ist es dann wieder nicht asphaltiert (auf beiden Seiten) und es kommen wohl nur wenige Fahrzeuge am Tag hier über die Grenze. Auf lesothischer Seite eine kleine Baracke mit ein paar sichtlich gelangweilten Polizisten davor und einem sehr freundlichen Beamten (?) in Zivil, der unsere Pässe noch nicht mal anschaut, sondern nur ganz vorsichtig und liebevoll (Stempelkissen ist fast trocken) den Ausreisestempel reinsetzt. Im Vergleich dazu ist die SA Seite deutlich zu groß und richtig modern, aber auch hier dauert es nur ein paar Minuten (obwohl ein Polizist sich tatsächlich den Inhalt unseres Autos anschaut).

Dann noch ein paar Kilometer gute Dirt Road, eine einsame Landstrasse und dann 400 km auf der super ausgebauten und in weiten Strecken schnurgerade durch riesige weite Farmlandschaft führende N6. Ganz im Gegensatz zur N2 gibt es keinerlei Personen oder Tiere an der Strasse. Und da die Geschwindigkeitsbegrenzung in weiten Teilen 120 km/h ist kommen wir hier schnell und halbwegs entspannt am späten Nachmittag wieder in EL an.

Wieder mal ist ein sehr erlebnis- und abwechslungsreicher Urlaub zu Ende, 4.400 km gefahren, 3 mal aus- und wieder eingereist, nur 2 mal nachts und einmal am Tag Regen gehabt, guten Mix zwischen zelten und self catering Unterkünften gefunden und ohne Panne, Krankheit und größeren Streit wieder heimgekommen.

Da diese Art von Reisen aber keine reine Erholung ist, gönne ich mir noch einen „Ruhetag“ zu Hause, bevor ich mich in die vielen Mails bei der Arbeit stürze. Da kurz vor und während unseres Urlaubs einige Produktion wg. Streik ausgefallen ist, ist es nun umso hektischer. Die Fabrik läuft jetzt in 2 Schichten a 10 Stunden und es wird fast jeden Samstag gearbeitet.

Für Rahel geht es dann am Do. Abend wieder nach Deutschland und Lea fliegt am Sa. Nachmittag ab. Und dann stehen ja schon bald Andreas und mein Flug nach Deutschland an (Anfang bzw. Mitte Okt). So maybe c u soon in Ger ?!

3.10.10 17:55


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